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Stormarn Stadtradeln: Bleibt Stormarn vorn?
Lokales Stormarn Stadtradeln: Bleibt Stormarn vorn?
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08:00 25.05.2019
Gruppenbild mit Bürgermeistern und anderen Vertretern der Gemeinden: Landrat Henning Görtz (Mitte), Klimaschutzmanagerin Isa Reher (r.) und ADFC-Kreisvorsitzender Reiner Hinsch (l.) aus Bad Oldesloe.  Quelle: mc
Bad Oldesloe

Vom 30. Mai bis 19. Juni gilt es wieder, möglichst viele Wege mit dem Rad zurückzulegen und mitzumachen. Das Stadtradeln – eine bundesweite Aktion – ist dabei in Stormarn eine Erfolgsgeschichte: In den vergangenen drei Jahren lag der Kreis in Schleswig-Holstein jeweils an der Spitze: 2018 mit mehr als 530.000 Radkilometern bei rund 4350 Teilnehmern. In diesem Jahr sind bereits mehr als 200 Teams mit mehr als 1200 Radlern angemeldet. „Und es werden stündlich mehr“, sagt Stormarns Klimaschutzmanagerin Isa Reher. Mehrere Schulen kommen auch noch hinzu, die die Teilnehmerzahl ordentlich nach oben schrauben werden.

Mitmachen können alle, die in Stormarn wohnen, zur Schule gehen, arbeiten oder sich zum Beispiel in einem Verein engagieren. Neben dem Kreis Stormarn beteiligen sich zehn Städte und Gemeinden in einer großen Gemeinschaftsaktion mit dem ADFC an der bundesweiten Kampagne: Ahrensburg, Bad Oldesloe, Bargteheide, Barsbüttel, Delingsdorf, Glinde, Großhansdorf, Oststeinbek, Reinbek und Trittau. Reinfeld ist dieses Mal nicht dabei, dafür erstmals Großhansdorf und das kleine Delingsdorf.

Auch Landrat Dr. Henning Görtz radelt mit und findet, dass diese erfolgreiche Kampagne ein guter Anlass ist, das Fahrrad mal wieder öfter herauszuholen und einander zu begegnen. „Wir leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung von Klima und Umwelt.“ Mitmachen kann jeder, ob es nun nur der Weg zum Brötchenholen oder zur Arbeit ist oder Touren am Wochenende oder im Urlaub auf dem Plan stehen.

Gemeinden erstellen Radkonzepte

Während Bad Oldesloe seit Beginn im Jahr 2011 dabei ist und Bargteheide im Jahr darauf folgte, ist es für Trittau die fünfte Teilnahme. „Es werden jedes Jahr mehr Teilnehmer. Das Stadtradeln bewegt auch viel in den Köpfen der Leute“, sagt Bürgermeister Oliver Mesch, der zudem auf das Mobilitätskonzept der Gemeinde hinweist. Darin spielt die Verbesserung das Radverkehrs eine große Rolle. Trittau gewann übrigens im vergangenen Jahr in Stormarn in der Kategorie „Meiste Kilometer pro Einwohner“. Spitzenreiter bei der Zahl der Teilnehmer und auch der gefahrenen Gesamtkilometer war zuletzt zweimal Bargteheide.

Während in Glinde Bürgermeister Rainhard Zug Kapitän eine Radteams ist und in Großhansdorf die Stadtverordneten die erstmalige Teilnahme organisieren, kam in Delingsdorf der Anstoß aus der Gemeinde. „Eine Bürgerin hat uns vors Schienbein getreten“, sagte Bürgermeisterin Andrea Borchert. Daneben gibt es auch eine aktive Radsportgruppe in Delingsdorf und Bürger, die derzeit die Radwege der Gemeinde genauer unter die Lupe nehmen.

Bad Oldesloe wäre fast ausgestiegen

Ausgerechnet in der Kreisstadt standen die Zeichen vor kurzem noch auf Aussetzen. „Wir haben kein Personal, um die Teilnahme zu organisieren“, erklärt Bürgermeister Jörg Lembke. Doch für die Stadtverwaltung springt nun der ADFC in die Bresche. Lembke freut sich darüber sehr und betont, wie fahrradfreundlich die Stadt ist. So entstehen am Bahnhof 120 eingehauste und abgeschlossene Stellplätze in einem Radhaus inklusive Auflademöglichkeiten für E-Bikes. „Wir wollen den Umstieg vom Autos aufs Fahrrad vorantreiben“, sagt Lembke, der zudem den Verleih von Elektrorädern für die Stadt anstrebt. Da werde gerade ein Konzept erarbeitet.

Noch schnell anmelden

Mitmachen ist ganz einfach: Wer ein Team z.B. für seinen Betrieb, seine Schule oder Klasse, seinen Verein, das Jungendzentrum, Freunde oder eine Gruppe z.B. von Nachbarn eröffnen will, meldet sich an bei „Mein Stadtradeln“ auf www.stadtradeln.de/kreis-stormarn – dort die eigene Kommune wählen oder, wenn die nicht dabei ist, den Kreis Stormarn – und dann zum Mitradeln einladen. Am einfachsten radelt es sich dann mit der kostenlosen Stadtradeln-App.

Für Menschen ohne Internet nehmen die Koordinatoren oder auch ein Teamkapitän gern die Anmeldung entgegen und tragen die Kilometer ein, Anruf genügt. Jeder eingetragene Radkilometer in der Wettbewerbszeit vom 30. Mai bis 19. Juni zählt auch für den Kreis, wenn er in den Städten oder Gemeinden gewertet wird. „Wir sind gespannt, wo die meisten Menschen mitradeln und wie viele Radkilometer zusammen kommen“ sind sich die Koordinatoren im Kreis einig.

Auskunft geben auch gern die Koordinatoren vor Ort: in Ahrensburg: Heinz Baade, Jule Lehmann, 04102 77-161, -315, in Bad Oldesloe: Reiner Hinsch, 04531 5024942, in Bargteheide: Oliver Hahlbrock, 04532 4047-904, in Barsbüttel: Ricarda Ladage 040 67072-424, in Delingsdorf: Nicole Burmeister, 04532 268 682, in Glinde: David Wefel, 040 71002-219, in Großhansdorf: Torsten Köber, 0172-819 1915, in Oststeinbek: Gabriela Malone, 040-713 003-31, in Reinbek: Estrella Piechulek, Sigrun Richter, 040 72750-245, -303, in Trittau: Karina Redlin, 04154/ 8079-72, für den Kreis Stormarn: Isa Reher, 04531/ 160-1637.

Alle Infos unter: www.stadtradeln.de/kreis-stormarn.

Was die Fahrradfreundlichkeit angeht, sieht Reiner Hinsch vom ADFC indes noch Luft nach oben bei fast allen Stormarner Kommunen. Das habe der gerade veröffentlichte Fahrrad-Klimatest gezeigt. „Es ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die Theorie in die Praxis umzusetzen“, sagt Hinsch, der sich über steigende ADFC-Mitgliederzahlen in Stormarn freut.

Der Club wird in den drei Wochen verschiedene Veranstaltungen anbieten und begleitet auch aktiv den Auftakt am 1. Juni, eine Sternfahrt aus allen teilnehmenden Gemeinden nach Büttenwarder.

Stadtradel-Stars gesucht

Gesucht werden auch wieder die sogenannten Stadtradler-Stars in Stormarn: Menschen des öffentlichen Lebens, die während der 21 Tage des Aktionszeitraums demonstrativ ihr Auto stehen lassen und komplett aufs Fahrrad (und Bus & Bahn) umsteigen. „Anke Tieken aus Witzhave hat zwei Jahre lang eindrucksvoll bewiesen, dass das auch auf dem Land mit zwei Kindern und Arbeit im Nachbarort möglich ist“, berichtet Isa Reher.

Markus Carstens

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