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Stormarn Stadtradeln: Jeder Kilometer zählt
Lokales Stormarn Stadtradeln: Jeder Kilometer zählt
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22:55 24.05.2018
Beim Stadtradeln dreht sich alles ums Fahrrad: Neun Kommunen und der Kreis machen bei dem Wettbewerb mit. Quelle: Foto: B. Albrod
Bad Oldesloe

Stormarn ist in Schleswig-Holstein Vorreiter beim Thema Stadtradeln“, erklärte Kreiskoordinatorin Isa Reher, „in diesem Jahr machen erstmals auch die Kreise Segeberg, Pinneberg, Ostholstein, Steinburg und Nordfriesland mit.“ Das Fahrrad erlebe eine Renaissance.

Denn das Radeln, so Landrat Henning Görtz, habe gleich in mehrfacher Hinsicht einen hohen Wert. „Zum einen ist Bewegung gesund, zum anderen hilft es, die Umwelt zu schützen. Aktionen wie das Stadtradeln helfen, das Bewusstsein für das Radfahren zu steigern.“ 80 Prozent aller Haushalte hätten ein Fahrrad, aber nur zehn Prozent würden es auch benutzen. „Durch das Stadtradeln kann man auch das Bewusstsein für die Fahrradpolitik in den Kommunen steigern.“

Ahrensburg, Bargteheide, Barsbüttel, Glinde, Oststeinbek, Reinbek, Reinfeld, Trittau und Bad Oldesloe haben es bereits, denn sie sind beim Stadtradeln ebenso wie der Kreis dabei. „Städte wie Ahrensburg sind gut zum Radfahren geeignet“, erklärte Bürgermeister Michael Sarach, „dafür muss ein Radwegekonzept, das es schon gibt, konsequent umgesetzt werden.“ Hier sieht Barsbüttels Bürgermeister Thomas Schreitmüller auch den Kreis in der Pflicht. „Bei unserer Vorstadtlage brauchen wir Radschnellwege“, betonte er. „Der Bedarf ist da, und sie sind gemeindeverbindend. Aber sie kosten mehr, als die Gemeinden leisten können.“

Rainhard Zug, Bürgermeister von Glinde, sieht allgemein neue Mobilitätsansätze gefragt. „Wir müssen mehrere Ebenen vernetzen und Mobilität neu denken, um den Verkehr zu entlasten“, so Zug. Bad Oldesloe ist laut Agnes Heesch zum achten Mal dabei. „In diesem Jahr sind erstmals auch Unternehmen über den betrieblichen Gesundheitsschutz ins Stadtradeln einbezogen“, sagte sie. Das zeige, dass das Thema in vielen Bereichen Bedeutung habe.

Bargteheides Verwaltungschefin Birte Kruse-Gobrecht will es „wie Zähneputzen“ in den Alltag integrieren, dass man Rad fährt. „Aber dafür muss man die Infrastruktur schaffen.“ Wichtig sei auch, geeignete Abstellmöglichkeiten im Blick zu haben, damit Radfahrer wüssten, dass ihre Räder sicher stehen.

Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann beklagte die Lücke im Radwegnetz an der B 75 in Reinfeld, und Reinbeks Verwaltungschef Björn Warmer betonte, wie wichtig die Symbolik des Wettbewerbs sei.

„Globaler Klimaschutz fängt vor der Haustür an.“ Oststeinbek ist der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Schleswig-Holstein „Rad.SH“ beigetreten und Bürgermeister Jürgen Hettwer ist es wichtig, mit Beratung auch die Infrastruktur zu verbessern. Auch Oliver Mesch, Bürgermeister von Trittau, lobte die Aktion. „Das Stadtradeln schafft eine Bewusstseinsänderung“, ist er überzeugt.

Einig waren sich Bürgermeisterin, Bürgermeister und Landrat, dass Stadtradeln gerade zur Zeit der Diskussion um Abgasbelastung aus dem Verkehr das richtige Zeichen setzt. Verkehre sollten insgesamt neu gedacht werden. Kooperationspartner Jürgen Hentschke vom ADFC ergänzte, dass das Radfahren auch für den Tourismus und als Freizeiterlebnis großen Wert habe. „Es gibt viele Angebote in Stormarn, aber wir müssen sie bekannter machen.“

Mitmachen geht so: Wer ein Team für seinen Betrieb, seine Schule oder seinen Verein eröffnen will, meldet sich an bei „Mein Stadtradeln“ auf www.stadtradeln.de/kreis-stormarn und lädt seine Mitradler/innen ein. Am 9. Juni kommt Stadtradel-Botschafter Rainer Fumpfei nach Bad Oldesloe. Auftakt ist am 2. Juni eine Fahrrad-Sternfahrt durch den Kreis.

ADFC-Sternfahrt

Zum Auftakt des Stadtradelns bietet der ADFC-Stormarn am 2. Juni eine Sternfahrt an. Gemeinsames Ziel ist der Campingplatz in Großensee. Los geht es an unterschiedlichen Standorten in den Kommunen, die beim Stadtradeln mitmachen. Sie alle treffen sich gegen 13 Uhr am gemeinsamen Ziel. Die Etappen sind unterschiedlich lang, Trittauer sind nach sechs Kilometern am Ziel, Reinfelder nach 45 Kilometern.

 Bettina Albrod

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