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Stormarn Oldesloer fuhren fast dreimal um die Erde
Lokales Stormarn Oldesloer fuhren fast dreimal um die Erde
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18:12 28.08.2019
Anerkennung von Reiner Hinsch (ADFC): Gudrun Fandrey (l.) und Christine Marck vertraten den VfL Oldesloe. Dessen Mitglieder fuhren mehr als 26 000 Kilometer. Quelle: Carstens
Bad Oldesloe

Das Stadtradeln im Kreis Stormarn boomt immer weiter. Zehn Gemeinden machten in diesem Sommer bei der bundesweiten dreiwöchigen Aktion mit und fuhren rund 604 000 Kilometer– Rekord! Eine neue Bestmarke stellte auch die Stadt Bad Oldesloe auf, die am Dienstag die besten Stadtradler in unterschiedlichen Kategorien ehrte.

Dabei stand bis kurz vor dem Start gar nicht fest, ob die Kreisstadt dieses Mal überhaupt mitmachen kann. Durch den bekannten personellen Engpass in der Verwaltung gab es keine Kapazitäten. Doch zum Glück für Bad Oldesloe sprang die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ein.

„Stadt ist in der Pflicht“

„Eine super Sache, auch aufgrund der Klimadebatte machen immer mehr mit“, bilanzierte Kreisvorsitzender Reiner Hinsch aus Bad Oldesloe. „Das Ergebnis des Vorjahres wurde um rund 25 Prozent verbessert.“ In absoluten Zahlen heißt das: Die Teilnehmer steigerten das Ergebnis von knapp 90 000 auf 111 577 Kilometer. „Es engagieren sich auch immer mehr Lehrer und damit auch Schüler“, stellte Hinsch erfreut fest, will jedoch nicht dauerhaft die Organisation übernehmen. „Ich möchte nicht, dass sich die Stadt ihrer Verpflichtung entzieht.“

Insgesamt landeten die Oldesloer in der internen Wertung des Kreises nur knapp hinter Seriensieger Bargteheide. Knapp 3000 Kilometer fehlten am Ende. Allerdings waren in der Nachbarstadt nur 874 Personen aktiv gegenüber 1256 Teilnehmern in Bad Oldesloe. Im Durchschnitt radelte also jeder Bargteheider mehr als der Oldesloer Radler. Grund genug für Bürgermeister Jörg Lembke, bei der Siegerehrung noch mehr Oldesloer zum Mitmachen aufzufordern: „Im nächsten Jahr packen wir dann Bargteheide.“

15 Tonnen CO2 eingespart

Er wollte die Kampfansage aber auch nicht überbewertet wissen. Schließlich sei es einfach eine gute Sache, auf diesem Wege etwas für das Klima zu tun. Lembke: „Ich bin stolz auf diese tolle Beteiligung und die erfahrenen Kilometer.“ Das sei wirklich eine beeindruckende Zahl. Umgerechnet sind die Oldesloer 2,78 Mal um die Erde geradelt und haben mehr als 15 Tonnen CO2 eingespart, wären alle ihre Strecken mit Autos gefahren.

Die Stadtverwaltung selbst war auch wieder mit einem Team am Start und schaffte es mit 1999 Kilometern auf Platz drei der Wertung für Unternehmen und Behörden. Der Sieg ging an die Kreisverwaltung mit starken 10 061 Kilometern vor der Firma Aspen. Einige Mitarbeiter radelten dabei von Hamburg oder Lübeck zur Arbeit in Bad Oldesloe – und kamen so insgesamt auf 5145 Kilometer. „Wir waren diesmal weniger Leute und haben mehr Kilometer erradelt“, berichtete Isa Reher für die Kreisverwaltung.

Kita-Kinder radelten 2231 Kilometer

Ganz weit vorn – kreisweit sogar auf Platz drei – landete in der Mannschaftswertung der VfL Oldesloe mit 26 863 Kilometern. Platz zwei ging an die Ida-Ehre-Schule, die bemerkenswerte 763 Teilnehmer meldete. Diese fuhren 12 808 Kilometer, gefolgt von der örtlichen ADFC-Gruppe mit 10 343 Kilometern – bei lediglich 24 Teilnehmern. Die Oldesloer Gemeinschaftsschule gewann selbstredend auch die Schulwertung. Zweiter wurde die Klaus-Groth-Schule (11 529 km), eine sehr radbegeisterte Grundschule. Bemerkenswert: Die Kinder der Kita Luftballon waren 2231 Kilometer fürs Klima unterwegs.

Fahrradhaus kommt erst 2020

Beim jährlichen Fahrradklimatest des ADFC hat Bad Oldesloe für 2018 die Note 4,1 bekommen – Platz 216 von 311 in der Rangliste der Städte mit 20 000 bis 50 000 Einwohner. Positiv bewerteten die Teilnehmer der Umfrage unter anderem die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, zügiges Radfahren, die Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer und auch das Fahren im sogenannten Mischverkehr, also auf der Straße zusammen mit Autos.

Schlecht kamen die Oberfläche und Breite der Radwege weg sowie die Fahrradmitnahme im ÖPNV. Auch das Fehlen von Leihrädern wurde bemängelt. Reiner Hinsch vom ADFC ist zudem wichtig, dass das beschlossene Fahrrad-Parkhaus am Oldesloer Bahnhof endlich kommt. Eigentlich für dieses Jahr geplant, musste die Stadt die Baumaßnahme jedoch verschieben. Grund: Die mit dem Projekt betraute Mitarbeiterin verließ die Verwaltung. „Wir werden das Radhaus aber bald angehen“, sagte Bürgermeister Jörg Lembke auf LN-Anfrage. Er hofft auf eine Umsetzung im kommenden Jahr.

Nicht nur für die Umwelt, auch für die eigene Gesundheit tut derjenige etwas, der Fahrrad fährt. „Man wird viel weniger krank“, meint zumindest Johanna Schwan vom Radsportverein (RV) Trave. Und die 58-Jährige aus Ammersbek muss es wissen, schließlich gewann sie die Einzelwertung mit 1556 Kilometern, knapp vor ihrem Ehemann Roland mit 1472 Kilometern. Dritter wurde Oldesloes Bibliotheksleiter Jens A. Geißler (1376 km).

14 000 Radkilometer im Jahr

„Wir haben in den drei Wochen Stadtradeln einen CO2-freien Radurlaub in den Niederlanden gemacht“, erzählte Johanna Schwan. Als nächstes will das Ehepaar die Alpen überqueren – per Fahrrad natürlich. Pro Jahr kommt die Ammersbekerin auf rund 14 000 Radkilometer. „Bei uns zu Hause ist der Klimaschutz auch durch unsere beiden Söhne ein großes Thema“, sagte Johanna Schwan den LN.

Ein anderes Ehepaar, das jedes Jahr vorne mitfährt, sind Carmen und Dierk Resech aus Vinzier. Unter dem bekannten Namen Vinzierradler lagen die 55- und der 60-Jährige in der Teamkategorie „Meiste Kilometer pro Teilnehmer“ vorne (1206 km). Die Schwans aus Ammersbek tauchen nicht in dieser Wertung auf, weil sie für den RV Trave starteten.

Bürgermeister Jörg Lembke zeichnete die Siegerin der Einzelwertung aus. Johanna Schwan vom RV Trave fuhr in den drei Wochen 1556 Kilometer. Quelle: Carstens

Von Markus Carstens

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