Stadtradeln in Stormarn: Radler fuhren mit Poolnudel durch Reinfeld
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Stormarn Abstand halten! Radler fuhren mit Poolnudel durch Reinfeld
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Stadtradeln in Stormarn: Radler fuhren mit Poolnudel durch Reinfeld

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20:15 08.10.2020
Mit der Poolnudel durch Reinfelds Innenstadt - so sahen die Autofahrer mal, wie weit der gesetzliche Mindestabstand beim Überholen tatsächlich ist.
Mit der Poolnudel durch Reinfelds Innenstadt - so sahen die Autofahrer mal, wie weit der gesetzliche Mindestabstand beim Überholen tatsächlich ist. Quelle: Privat
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Reinfeld

Drei Wochen Stadtradeln sind geschafft und Kreiskoordinatorin Isa Reher ist mehr als zufrieden: „Über 6 000 Menschen aus dem Kreis Stormarn haben in diesem Jahr an dem bundesweiten Wettbewerb teilgenommen und rund 805 000 Radkilometer zurückgelegt“, strahlt sie, denn damit sind die Zahlen des Vorjahres wieder übertroffen worden. Der Kreis Stormarn liegt damit nach aktuellem Stand (Dienstag Nachmittag) derzeit in ganz Schleswig-Holstein hinter Kiel und dem Kreis Pinneberg und vor Lübeck (4.) und Segeberg (5.) auf dem dritten Rang. Endgültig ist diese Position zwar nicht, denn noch können die Koordinatoren fehlende Zahlen nachtragen, doch freut sich Isa Reher trotzdem schon, denn die Ergebnisse zeigen ja, wie gut der Wettbewerb hier im Kreis angenommen worden ist.

„Radeln für Reinfeld“ war mit Poolnudel unterwegs

Mit knapp dreißig Radelnden ging das „Team Radeln für Reinfeld“ an den Start und hatte nach den 21 Tagen über 6 200 geradelte Kilometer auf dem Tacho. „Meine persönlichen Helden sind dabei diejenigen, die ohne Motorhilfskraft geradelt sind“, betont Teamchefin Ulrike Liese. Sie und ihr Mann Karsten fahren sowohl mit alleiniger Muskelkraft als auch mit Hilfsmotor. Als Stadtradeln-Stars hat das Ehepaar in diesen drei Wochen komplett auf das Auto verzichtet. Das hat an sich gut geklappt, allerdings hat sich Ulrike Liese auf der Fahrt zu einem Termin nach Ahrensburg doch etwas geärgert: „Die Strecke, die ich gewählt habe, war nicht gut mit Radwegen ausgestattet. Zudem war Maisernte und die Trecker haben doch recht rücksichtslos überholt und den gesetzlichen Mindestabstand dabei nicht eingehalten.“ Dieser liegt bei 1,50 m. Um das deutlich zu machen, hat das Reinfelder Radel-Team gemeinsam mit Bodo Bachmann vom ADFC Reinfeld / Nordstormarn spontan eine Fahrt durch Reinfelds Innenstadt unternommen – mit einer Poolnudel (Länge: 1,50 m) hinten quer auf dem Gepäckträger. „Tatsächlich haben sich jetzt viele Autofahrer nicht mehr getraut, uns Radler an engen Straßenstellen zu überholen. Das ist schon ein Fortschritt, daher werden wir solch eine Tour auf jeden Fall bald wiederholen“, verspricht Ulrike Liese.

Leben ohne Auto ist möglich

Obwohl Karsten und Ulrike Liese ihr Auto inzwischen wieder nutzen dürfen, tun sie dies kaum. „Bisher waren wir erst zweimal wieder mit dem Auto unterwegs: Einmal haben wir einen Ausflug nach Kühlungsborn unternommen, da diese Fahrt bei der alleinigen Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln mit viel Umsteigen verbunden ist, zum anderen musste mein Mann Handwerksmaterial aus dem Baumarkt holen“, erklärt Ulrike Liese. Als Fazit hat das Reinfelder Ehepaar aber aus der Stadtradeln-Zeit mitgenommen, dass ein Leben durchaus ohne Benzinkutsche möglich ist, denn es gibt immer Alternativen. So hat Karsten Liese während der autofreien Zeit ab und an das Lastenfahrrad genutzt, welches man sich über den ADFC in Reinfeld ausleihen konnte. Leider steht dies aktuell wieder in Bad Oldesloe.

Von Sandra Freundt