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Stormarn Staufalle Autobahn: Lösung für Abfahrt Ahrensburg in Sicht
Lokales Stormarn Staufalle Autobahn: Lösung für Abfahrt Ahrensburg in Sicht
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06:00 23.08.2019
Loana Eichholz vom Ingenierbüro Masuch und Olbrisch zeigt auf den viel befahrenen Knotenpunkt. Quelle: mc
Bad Oldesloe/Ahrensburg

Schon seit vielen Jahren machen sich Politiker, Bürgermeister der Region und Verantwortliche von Kreis und Land darüber Gedanken, wie der viel befahrene Knotenpunkt der A 1 an der Anschlussstelle Ahrensburg entschärft werden kann. Zu bestimmten Zeiten – vor allem morgens und am Nachmittag – staut sich der Verkehr dermaßen, dass Autofahrer immer wieder auf den Verzögerungs- oder sogar Standstreifen anhalten müssen.

Das Problem liegt jedoch nicht an der Autobahn an sich, sondern vielmehr an den Abfahrten und Zubringern, etwa dem Ahrensburger Ostring und der Sieker Landstraße zwischen Großhansdorf und Siek – inklusive diverser Ampelschaltungen mit Fußgängerüberweg. Die große Lösung wäre eine zweite Brücke über die A 1. Kosten: fast 13 Millionen Euro, fertiggestellt wäre sie wohl kaum vor 2030. Auch eine ganz neue Brücke wurde mal angedacht – für rund 35 Millionen Euro.

Die neueste Initiative für die Lösung des Problems ging von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) und deren Geschäftsführer Detlev Hinselmann aus. Ihm geht es nicht nur um die Unternehmen in den Gewerbegebieten dort und die Pendler, sondern auch um die Verkehrssicherheit.

Hinselmann musste dicke Bretter bohren, damit nun am Donnerstag in großer und illustrer Runde ein Konzept präsentiert werden konnte – vor Vertretern des Verkehrsministeriums, Landtagsabgeordneten, den Bürgermeistern der betroffenen Region sowie Landrat Henning Görtz, dem neuen Kreisbauamtsleiter Thilo Scheuber und der Verkehrsausschuss-Vorsitzenden Gesa Dunkelgut.

Einfache Lösung für die Westrampe

Für die Westrampe – also die Anschlussstelle Ahrensburg in Richtung Süden – hat das Ingenieurbüro Masuch und Olbrisch aus Oststeinbek eine relativ einfach Lösung erarbeitet, die eine große Wirkung haben soll. Zum einen soll die Rechtsabbiegerspur von Ahrensburg kommend auf die Autobahn um etwa 90 Meter verlängert werden. Und wer künftig von Norden kommend in Ahrensburg abfährt, soll beim Abbiegen auf den Ostring durch eine zusätzliche Spur mehr Platz bekommen. „In unseren Simulationen ist es auch zu den Stoßzeiten kaum zu nennenswerten Staus gekommen“, erklärte Diplom-Ingenieurin Loana Eichholz bei ihrer Präsentation.

Es kam zwar etwas Skepsis auf in der Runde, ob diese Lösung wirklich einen Durchbruch bringen und den Verkehr signifikant entlasten kann. Doch die Verbesserungen wurden von allen einhellig begrüßt. Viel kosten würden sie wohl auch nicht, vielleicht könnten sie sogar schon im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Kontroverse um Überweg

Deutlich schwieriger gestaltet sich die andere Seite der Anschlussstelle. Die vom Ingenieurbüro erarbeitete Lösung sieht einen Überweg für Fußgänger und Radfahrer an der Landesstraße 224 in Verlängerung des Ostrings vor. Vor allem morgens nutzen viele Schüler den Radweg, um von Siek nach Großhansdorf zu kommen. Für die Autofahrer steht die Ampel dann häufig auf Rot. Eine Brücke oder auch ein Tunnel könnte die Situation an der Stelle laut der Ingenieure schon stark entlasten. Der Verkehr würde besser fließen.

Darüber entspann sich jedoch eine kontroverse Debatte über mögliche Kosten, Zeitpläne und personelle Ressourcen beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, dessen Leiter Torsten Conrad offen den Nutzen eines solchen Bauwerks infrage stellte. Außerdem würde dafür ein Planfeststellungsverfahren mit entsprechender Zeitschiene notwendig. „Für so einen Bau brauchen wir sicher fünf Jahre“, sagte Conrad.

Deutliche Worte ans Land

„Es muss auf beiden Autobahn-Seiten dringend etwas passieren. Die Situation ist nicht mehr tragbar“, betonte Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach. „Es gibt hier in der Region eine große Erwartungshaltung ans Land.“ Schließlich werde hier viel Geld verdient, von dem auch der Landeshaushalt profitiere.

Sieks Bürgermeister Andreas Bitzer schlug in die gleiche Kerbe: „Es müssen umgehend erste Maßnahmen umgesetzt werden und parallel die zweite Brücke geplant werden.“ Denn der Verkehr werde durch neue Gewerbegebiete noch weiter zunehmen. Zustimmung gab es dafür unter anderem vom CDU-Landtagsabgeordneten Tobias Koch aus Ahrensburg.

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