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Stormarn Steigende Zahl von Straftaten in Reinfeld
Lokales Stormarn Steigende Zahl von Straftaten in Reinfeld
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18:00 08.05.2019
Der Dienststellenleiter der Polizeidirektion Reinfeld, Stephan Albrecht, stellte die Statistik der Polizei Reinfeld vor. 2018 haben die Straftaten im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Wie gefährlich ist das Leben in Reinfeld? „In der Karpfenstadt ist die Welt noch in Ordnung“, so die Einschätzung von Stephan Albrecht, Dienststellenleiter der Polizeidirektion Reinfeld, der dem Hauptausschuss einen mündlichen Bericht zur Kriminalstatistik 2018 lieferte. Dennoch verzeichnete die Polizei erneut einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Mit 508 Fällen stieg die Anzahl der registrierten Delikte um 14,4 Prozent an – 64 Fälle mehr als noch 2017. „2016 waren es noch 340 Fälle“, sagte Albrecht.

Straftaten gegen das Leben

Mord und Totschlag hat es nicht gegeben. „Es gab keinen Fall, der gegen das Leben gerichtet war“, teilte der Dienststellenleiter der Polizeidirektion mit.

Die Täter

Die Polizeidirektion Reinfeld hat auch die Altersstruktur der Tatverdächtigen ausgewertet.

Drei Kinder sind in 2018 auffällig geworden (2017: sechs). Jugendliche bis 18 Jahren: 18 (2017: 14). Heranwachsende: 30 (2017: 27). Erwachsene: 178 (2017: 156). Die Zahlen betreffen nur die aufgeklärten Fälle.

45 Taten wurden in 2018 von nichtdeutschen Tatverdächtigen verübt (2017: 37). „Das sind unter 20 Prozent“, so Stephan Albrecht, Dienststellenleiter der Polizeidirektion Reinfeld.

Die Polizei registrierte 2018 vier Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, 2017 wurden sechs Fälle zur Anzeige gebracht. Zu den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zählen Vergewaltigung, sexuelle Belästigung, sexueller Missbrauch und exhibitionistische Handlungen. 2018 waren es keine Fälle von sexuellen Belästigungen, aber drei Fälle von Vergewaltigungen. Im Vergleich: 2017 gab es einen Fall einer angezeigten Vergewaltigung und fünf Fälle der sexuellen Belästigung. „Aber das ist nicht das, was in den Köpfen herumschwirrt – ich gehe durch den Park oder am Herrenteich spazieren und mich reißt jemand ins Gebüsch. Die Taten sind in aller Regel Beziehungstaten von Personen, die sich auch das Schlafzimmer geteilt haben“, betonte der Polizeibeamte.

Rohheitsdelikte

Zu den sogenannten Rohheitsdelikten zählen Raubdelikte, Körperverletzungen, Nötigungen, Bedrohungen und Nachstellungen. 2018 registrierte die Polizei einen spürbaren Anstieg. „2016 hatten wir 26 Fälle, 2017 waren es 46 und 2018 noch einmal eine Steigerung auf 52 Fälle.“ Während bei den Raubdelikten 2016 und 2017 jeweils nur ein Fall registriert wurde, waren es 2018 vier Fälle. „Diese wurden aber weitestgehend aufgeklärt“, sagte der Stationsleiter. Körperverletzung: Auch hier ist ein Anstieg zu verzeichnen. 2016 waren es 15 Fälle, 2017 31 Fälle, und 2018 wurden 34 Fälle gezählt. „Da ist es auch so, dass der Täter in aller Regel bekannt und die Aufklärungsquote dort entsprechend hoch ist.“

Einfacher Diebstahl

Zugenommen hat auch der einfache Diebstahl. 2016 wurden 88 Delikte gezählt, 97 im Jahr 2017 und 107 in 2018. Pro Jahr kamen damit in etwa immer zehn Fälle dazu. Beispiel Fahrraddiebstahl: „Fünf Fälle waren es 2017, jetzt sind es neun“, so Albrecht. „Wir sprechen hier aber von einfachen Diebstählen, das heißt: Die Fahrräder waren in keiner Weise gesichert.“ Im Bereich Ladendiebstahl registrierte die Reinfelder Polizei 2016 insgesamt 16 Fälle, 2017 dann 18 Fälle und im Vorjahr 27 Fälle. Also ein Plus von 50 Prozent. Einfacher Diebstahl aus oder an Kfz, das seien meist die beliebten Radkappen: 2016 waren es 29 Fälle, 2018 17 Fälle und 2018 16 Fälle.

Schwerer Diebstahl

Mehr kriminelle Energie ist für schweren Diebstahl gefragt. Hier ist ein Rückgang der Straftaten auf das Niveau von 2016 zu verzeichnen. 2018 registrierte die Polizei 75 Fälle, 2017 98 Fälle und 2016 74 Fälle. „Wohnungseinbrüche sind ein sehr gefragtes Thema. Hier geht es um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger. 2016 gab es neun Fälle, 2017 18 Fälle und 2018 sind wir wieder runter auf neun Fälle“, informierte Albrecht. Das sei sehr erfreulich, aber die Wohnungseinbrüche könnten auch wieder ansteigen. „Es kommt immer auf die überörtlich agierenden Tätergruppen an, welchen Bereich die sich tatsächlich aussuchen.“ Schwerer Diebstahl aus Kfz: Navis und Airbags sind nach wie vor sehr gefragt, deshalb ist hier auch ein leichter Anstieg zu verzeichnen. 2016 waren es 15 Fälle, 2017 waren es 20 Fälle, 2018 21 Fälle.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Der größte Kriminalitätsanstieg in Reinfeld ist im Bereich Vermögens- und Fälschungsdelikte festzustellen. Hier sprechen die Zahlen für sich. 2016: 81 Fälle, 2017: 98 Fälle, 2018: 131 Fälle. Das ist eine Zunahme um knapp 34 Prozent. Löwenanteil habe der Betrug mit 104 Fällen (2017: 83). Dazu gehöre das Tanken ohne zu Bezahlen, Enkeltrick, eBay und Co. Zu den Vermögensdelikten gehört auch die Unterschlagung. 2017 waren es acht Fälle, 2018 14 Fälle. Zunehmend würden auch Taten im Bereich der Post- und Paketzusteller registriert. Auch Urkundenfälschungen haben stark zugenommen. 2017 wurden drei Straftaten aufgenommen, 2018 13. Beispiele seien falsche Überweisungsträger, die mit gefälschter Unterschrift im Briefkasten der Bank eingeworfen würden. In einigen Fällen hätten Paketzusteller Unterschriften geleistet, ohne das Paket abgegeben zu haben.

Sonstige Straftatbestände

Auch bei den sonstigen Straftatbeständen ist eine deutliche Erhöhung festzustellen. „2018 wurden 115 Fälle registriert“, sagte Albrecht (2016 waren 53 Fälle, 2017 65 Fälle). Diese seien hauptsächlich zu finden im Bereich der Beleidigungen im Zwischenmenschlichen oder in den sozialen Medien. Großer Knackpunkt seien auch die Sachbeschädigungen. 29 Fälle wurden 2016 gezählt, 40 in 2017 und 86 in 2018. „Dazu gehören eine ganze Reihe an Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen. Es gab auch Zeugenaufrufe in der Presse. Unbekannte Tätergruppen seien durch die Straßen gezogen und hätten auf dem Weg eine Reihe von Fahrzeugen beschädigt. Von diesen Serien habe es mehrere gegeben. „Aber aufgrund einer Kontrolle konnte man eine Serie aufklären. Seitdem das Verfahren durch ist, ist Ruhe eingekehrt“, vermeldete Albrecht positiv.

Britta Matzen

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