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Stormarn Grünabfall: Bürger ärgern sich über höhere Gebühren
Lokales Stormarn Grünabfall: Bürger ärgern sich über höhere Gebühren
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13:02 06.04.2019
Marion Klesch aus Bad Oldesloe akzeptiert die höheren Preise. Sie ist froh, dass es vor Ort einen Recyclinghof gibt. Rechts Mitarbeiter Mike Ohlhöft, er hat manchmal mit schwierigen Kunden zu tun.   Quelle: mc
Bad Oldesloe

Pro angefangene 100 Liter werden nun auf den 13 Recyclinghöfen, davon sieben in Stormarn, 1,80 Euro fällig. Bislang war es ein Euro (im Lauenburgischen 1,30 Euro), was eine Steigerung um 80 Prozent bzw. 38,5 Prozent entspricht. Oder anders: Wer in Reinfeld, Bad Oldesloe, Trittau, Grambek bei Mölln oder Ratzeburg einen Kubikmeter Gartenabfälle anliefert, muss statt zehn bzw. 13 Euro jetzt 18 Euro bezahlen. Diese neue Regelung wurde von den beiden Kreisen als Gesellschafter der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) beschlossen und gilt bereits seit Anfang des Jahres, hat sich offenbar aber nicht nicht herumgesprochen.

AWSH muss höhere Kosten auffangen

Die AWSH weist daher zum Startschuss der neuen Gartensaison auf ihrer Internetseite nochmals darauf hin. „Die Anhebung der Preise ist in mehreren kostensteigernden Faktoren begründet“, heißt es dort. „Dazu gehören deutlich gestiegene Lohn-, Treibstoff- und Energiekosten sowie die durch den Gesetzgeber neu in Kraft gesetzten Regelungen für verbesserten Umweltschutz. Dadurch wird die Aufbereitung der Gartenabfälle zu Qualitätskompost aufwendiger und damit teurer. Wir bitten unsere Kunden für diesen Schritt um Verständnis.“

Nicht alle Bürger bringen dieses jedoch mit, wenn sie auf einen der Recyclinghöfe kommen. „Einige drehen wieder um, wenn wir ihnen die Preise sagen“, sagt Mike Ohlhöft, Mitarbeiter des Hofes in Bad Oldesloe und stellvertretender Teamleiter aller AWSH-Recyclinghöfe. „Einige verstecken sich dann und versuchen, hintenrum auf das Gelände zu gelangen und ihren Abfall ohne Bezahlung hier abzuladen.“ Das gelte nicht nur für Grünabfälle.

Einige kommen auch außerhalb der Öffnungszeiten und lassen ihren Müll dann dort vor den Toren liegen. Dabei handelt es sich laut Abfallwirtschaft um eine illegale Entsorgung, die angezeigt werde. Wird der Verursacher gefunden, muss er ein Bußgeld, die Entsorgungskosten sowie den Verwaltungsaufwand bezahlen.

Rabiater älterer Herr

Es gibt aber auch solche Kunden, die richtig rabiat werden gegenüber dem Personal vor Ort. Meistens wird „nur“ geschimpft, ein älterer Oldesloer verlor vor kurzem jedoch völlig die Kontrolle; nachdem er seinen Müll ohne Bezahlung abgeladen hatte, flüchtete er und fuhr Mike Ohlhöft dabei sogar über den Fuß. Die Polizei nahm den Vorfall auf, der Mann hat nun vorerst Hofverbot.

Marion Klesch aus Bad Oldesloe ist dagegen einfach froh darüber, einen Recyclinghof direkt vor Ort zu haben. Sie brachte gerade einen ganzen Kofferraum mit mehreren Säcken voller Grünabfall auf den Recyclinghof und leerte diese selbst aus. „Teurer geworden? Oh, das ist mir gar nicht aufgefallen“, sagte sie. Nicht alle nehmen es dagegen so locker wie Marion Klesch. „Es gehen auch hier Beschwerden ein, es ist aber noch im Rahmen“, sagt AWSH-Pressesprecher Olaf Stötefalke.

Niedrige Müllgebühren

„Die Bürger möchten alles, verlässlich und umweltbewusst. Wenn das dann aber Geld kostet, ist es auch nicht richtig“, sagt Wolfgang Gerstand, CDU-Kreistagsabgeordneter und Umweltfachmann. Er verweist auf die im Vergleich zu anderen Kreisen äußerst niedrigen Müllgebühren.

Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, die Preise auf alle Bürger umzulegen wie zum Beispiel bei den Gebühren für Rest- oder Biomüll. „Gerade in Stormarn leben aber viele Menschen in Geschosswohnungen ohne eigenen Garten“, sagt dazu Olaf Stötefalke. „Es wäre ungerecht, sie für die Annahme der Grünabfälle mitbezahlen zu lassen.“ In dem Fall würde der Protest wohl noch lauter ausfallen.

Insgesamt wurden im Vorjahr gut 22.000 Tonnen Grünabfall auf den Recyclinghöfen in den beiden Kreisen entsorgt. Die AWSH selbst liefert diese dann nach Stapelfeld, Grambek (bei Mölln), Wiershop (bei Geesthacht) und Holthusen (in der Nähe von Schwerin), wo die Abfälle kompostiert werden.

Markus Carstens

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