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Stormarn Hirsche sterben im Weidezaun
Lokales Stormarn Hirsche sterben im Weidezaun
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13:00 22.10.2019
In der Brunftzeit ist das Damwild unberechenbar. Quelle: HFR
Reinfeld/Bad Oldesloe

In den vergangenen Tagen sind im nördlichen Teil des Kreises Stormarn vier Damhirsche tot aufgefunden worden. Ein Hirsch wurde im Bereich der Damwildhegegemeinschaft Tralau-Borstel entdeckt und drei weitere Hirsche in der Damwildhegegemeinschaft Reinfeld-Schadehorn. Sie hatten sich in so genannten Litzenzäunen verheddert, die für Pferdekoppeln verwendet werden und aus denen sie sich selber nicht mehr befreien konnten. Kreisjägermeister Uwe Danger appelliert deshalb an Pferdehalter, die Litzen nicht frei hängen zu lassen.

Litzenzäune werden zur Falle

Litzen sind feste Bänder, mit denen man eine Koppel abstecken kann und die dann unter Strom gesetzt werden“, erläutert Jörn Schmolke vom Hegering Reinfeld-Zarpen. „Wenn die Tiere im Herbst in den Stall kommen, bleiben die Litzen am Boden liegen, der Strom wird abgeschaltet.“ Die losen Bänder der Litzenzäune, die als wolfssicher gelten, bewegen sich im Wind und würden insbesondere männliches Damwild in der Brunft anlocken. „Die sind teils sehr verspielt“, sagt Schmolke. Außerdem würden die Hormone verrückt spielen, ergänzt Danger. Anfangs spielten die Hirsche mit der Litze, im weiteren Verlauf verhedderten sie sich in der geflochtenen oder gedrehten Schnur und könnten sich selbstständig nicht mehr befreien.

Viele Hirsche verenden qualvoll

„Es kommt vor, dass wir Jäger die Hirsche aus ihrer Not befreien können. Dafür eilen meist mehrere Jäger zu Hilfe, um das Tier während der Befreiungsaktion festzuhalten“, sagt Danger. „Die meisten Hirsche verenden jedoch qualvoll.“ So sei es auch den vier Tieren ergangen, die jetzt entdeckt wurden. „Alle vier Hirsche, teilweise jung, teilweise im besten Alter, sind in Litzenzäunen zu Tode gekommen.“ Wenn man die Litze wegräumen würde, könnte das nicht passieren. „Das ist vermeidbares Tierleid“, betont Danger und appelliert deshalb an die Verantwortlichen, bei den Litzenzäunen an die Schäden für das Wild zu denken.

So sieht es aus, wenn Hirsche in Pferdelitze hängen bleiben. Quelle: Sinah Marie Böttcher

Das Problem der Litzen ist nicht neu. „Immer wieder finden wir, gerade im Herbst während der Paarungszeit, tödlich verunglückte Damhirsche in Litzenzäunen,“ erklärt Danger. Unerheblich sei dabei das Alter der Hirsche. Die von den Besitzern fahrlässig hängen gelassenen Litzen würden zur Tod bringenden Falle für Wildtiere. Deshalb sei die Kreisjägerschaft Stormarn schon länger im Kontakt mit Pferdebesitzern und Betreibern von Pferdehöfen, um zu sensibilisieren und somit Schaden vom heimischen Wild abzuwenden.

Spaziergänger sollen Hilfe holen

„Wir schlagen ihnen beispielsweise vor, statt der Litzenzäune Holzzäune für Koppeln aufzustellen. Wenn Halter von Tieren überfordert sind, helfen auch mal die Jäger.“ Uwe Danger ermutigt auch Spaziergänger, dass sie Hilfe holen sollen, wenn sie Tiere entdecken, die sich in der Litze verfangen haben. „Rufen Sie 110 oder den örtlichen Jäger, damit dem Wild geholfen werden kann.“ Ansonsten drohe den Tieren ein qualvoller Tod. Die Kadaver sind anschließend nicht mehr zu verwerten und müssen als Fallwild entsorgt werden, ähnlich wie bei Wildunfällen.

Jörn Schmolke hofft, dass mit dem Appell das Verantwortungsgefühl der Halter gestärkt wird. „Vor einigen Jahren hat ein Hund ein trächtiges Reh gejagt und totgebissen“, erklärt er. „Nachdem öffentlich darüber berichtet wurde, haben die Hundehalter ihre Tiere viel häufiger an die Leine genommen.“ Es seien auch im Fall der Hirsche viel Aufmerksamkeit und Umweltbewusstsein angebracht, um dem frei laufenden Wild das unfallfreie Durchstreifen der heimischen Flora zu ermöglichen.

Von Bettina Albrod

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