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Stormarn Stormarn führt Warn-App bei Katastrophen ein
Lokales Stormarn Stormarn führt Warn-App bei Katastrophen ein
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21:59 30.05.2017
Quelle: Hfr
Bad Oldesloe

Großfeuer in Bad Oldesloe, Massenkarambolage auf der Autobahn 1 bei Bargteheide oder auch – wie gestern früh – heftiges Unwetter über Stormarn: Künftig wird die Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe die rund 240000 Einwohner des Kreises besser und schneller vor Katastrophen warnen – in Echtzeit auf dem Handy. Demnächst macht der Finanzausschuss des Kreises den Weg frei für die Einrichtung des sogenannten Modularen Warnsystems (Mowas).

 

Das ist Nina

Nina (Notfall-Information- und Nachrichten- App) gibt es kostenlos für alle Smartphones.

Ein Farbsystem unterscheidet zwischen verschiedenen Warn- und Gefahrenlevels.

Der Kreis schließt sich damit dem landesweiten System an. Noch in diesem Jahr werde Schleswig-Holstein alle nichtpolizeilichen Leitstellen mit dem modularen Warnsystem ausrüsten, teilte das Innenministerium mit. So könnten die Lagezentren von Bund und Land oder die Leitstellen der Kreise zeitgleich mehrere Medien nutzen, um beispielsweise über drohende Unwetter zu informieren. Auch die Kreise Ostholstein und das Herzogtum Lauenburg, für die die IRLS ebenfalls zuständig ist, werden sich sicher anschließen, glaubt Anja Kühl vom Fachbereich Ordnung in der Stormarner Kreisverwaltung.

„Es geht vor allem um die Alarmierung bei größeren Katastrophen und nicht bei jedem Unfall“, erklärt die Fachbereichsleiterin.

Anja Kühl obliegt es auch, das System für Stormarn einzuführen. So aufwendig dürfte es dabei gar nicht werden, denn die Rettungsleitstelle werde einfach an das System des Landes angeschlossen. Und das Beste: Es wird den Kreis sogar überhaupt nichts kosten.

Unmittelbarer Auslöser für die Initiative war eine schwere Sturmflut Anfang des Jahres, die viele Küstenbewohner unvorbereitet traf. Seitdem denken die Sicherheitsbehörden auch in Schleswig-Holstein über die stärkere Nutzung neuer Medien nach. Andere Bundesländer haben das Warnsystem bereits eingeführt.

Auch die Stormarner SPD hatte bereits Ende 2016 den Anstoß gegeben für ein entsprechendes Warnsystem. Anlass war eine giftige Gaswolke, die von Hamburg aus nach Stormarn herüberwehte. Mit diesem System lassen sich durch die Mitarbeiter in den Rettungsleitstellen wie in Bad Oldesloe App-Alarme auf dem Smartphone, Radiodurchsagen oder sogar die guten alten Sirenen auslösen.

Für Stormarn soll zusätzlich Nina (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) Anwendung finden. Das heißt, wer sich die kostenlose App herunterlädt, bekommt für seine favorisierten Orte Mitteilungen aufs Handy. Darin enthalten sind etwa auch Hochwasser-Alarme und Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Gefahrenmeldungen können für vorher ausgewählte Regionen und auch für den aktuellen Aufenthaltsort empfangen werden, da das System erkennt, welche Handys in den Funkzellen des jeweilige Areals eingeloggt sind. Nina hat zudem eine Kartenansicht sowie Tipps für den Notfall parat.

Nina wurde vom Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz entwickelt. Schleswig-Holstein kann bereits jetzt landesweite Alarmierungen auf Smartphones und Tablet-PC verschicken. Bei lokalen Ereignissen war dies allerdings bisher nicht möglich.

Daneben existieren noch zwei weitere Systeme mit den Namen BiWapp und KatWarn. Diese werden als Warnmultiplikatoren an Mowas angeschlossen und automatisch – parallel zu Nina – mit allen versandten Meldungen beliefert. Diese erscheinen auch auf der Website https://warnung.bund.de.

Der Finanzausschuss des Kreises tagt am Montag, 12. Juni, ab 18.30 Uhr in Raum D 132 der Kreisverwaltung.

 mc