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17:44 30.09.2019
Helmuth Peets und Hanna Lucht laden zu den Plattdeutschen Tagen ein. Quelle: Bettina Albrod
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Bargteheide

Die Appel-Apfel-Linie verläuft von Aachen über Benrath und Gummersbach und markiert die Grenze, wo nördlich der Linie das Plattdeutsche gesprochen wird, das die zweite Lautverschiebung im achten Jahrhundert – von Appel zu Apfel – nicht mitgemacht hat. Die alte niederdeutsche Sprache kennt viele Dialekte und wird immer mehr zurückgedrängt. Vor 19 Jahren hat der Heimatbund Stormarn (HBS) mit den „Plattdeutschen Tagen für Stormarn“ deshalb eine Aktion begonnen, die das Plattdeutsche wieder stärken soll. Zum 19. Mal wird es vom 14. bis zum 25. Oktober zwölf Veranstaltungen in unterschiedlichen Orten in Stormarn dazu geben.

Kreisweite Kulturveranstaltung

„Mittlerweile ist daraus eine kreisweite Kulturveranstaltung geworden, bei der viele Teilnehmer immer neue Beiträge leisten“, erklärt der Vorsitzende Helmuth Peets. An zwei Grundschulen in Stormarn in Reinbek und Zarpen wird als Modellprojekt Plattdeutsch unterrichtet, und mit dem „Plattinum“ sei das Niederdeutsche jetzt auch als Abiturfach in Mecklenburg-Vorpommern anerkannt. Cord Denkers Stormarn-Hymne „En Leed för Stormarn“ finde immer größere Verbreitung, und das Interesse an der Sprache sei groß. Anlässlich des 200. Geburtstags des plattdeutschen Dichters Klaus Groth wird er im Mittelpunkt von gleich zwei Veranstaltungen stehen.

Der Dichter Klaus Groth. Quelle: Keystone / Keystone

„Plattdeutsch ist nicht nur eine eigenständige Sprache unter dem Schutz der Europäischen Sprachencharta“, betont Peets – damals eine Stormarner Initiative – „sondern auch eine Kultursprache für alle Bereiche.“ Auch wenn immer weniger Menschen Plattdeutsch sprechen könnten, gebe es immer mehr, die es verstehen. Ganz fremd ist das Niederdeutsche auch dem Sprachunkundigen nicht: Begriffe wie „Buddel“, „schnacken“ oder „Lütte“ haben es aus der Regionalsprache in den allgemeinen Wortschatz geschafft.

Plattdeutsch lernen

Inzwischen gibt es verschiedene Lehrbücher zur plattdeutschen Sprache. Auch im Internet gibt es Sprachkurse: Die Serie von Online-Seminaren ist ein Angebot des Länderzentrums für Niederdeutsch in Bremen.

Weniger bekannt ist das, was Jochen Wiegandt auf seiner „Liederatour“ am 21. Oktober in Elmenhorst verklookfiedelt, also erklärt. „Wiegandt will ein Liederbuch für Schleswig-Holstein erstellen, an dem jeder mitwirken kann“, erklärt Peets. Texte und Melodie werden darin mit Geschichten, Bildern und Assoziationen verbunden, die jeder beisteuern kann. Ob Pop, Rock, Rap oder Volkslied – hier soll die Sprachenvielfalt zwischen Nord- und Ostsee abgebildet werden. „Wenn hier en Pott mit Bohnen steit“ sei beispielsweise ein traditionelles Lied bei Hochzeitsfeiern zur Auflockerung. Was noch dazu gehört, wird Wiegandt erklären.

Einen Klaus Groth-Abend bietet die Stadt Reinfeld am Freitag, 18. Oktober mit Vortrag, Gitarre und Gesang an, und am Mittwoch, 16. Oktober stellen Volker Holm und Susanne Leußler zusammen mit der Musikgruppe „Klee-Platt“ den Dichter in Ahrensburg vor. Den Eröffnungsabend am Montag 14. Oktober in Bargteheide gestaltet Jan Graf, ehe einen Tag später Heinz Tiekötter in Reinbek Geschichten vom Hamburger Hafen zum Besten gibt. Kabarett mit Matthias Stührwoldt am Donnerstag, 17. Oktober in Todendorf und ein niederdeutsches Theaterstück am Sonntag, 20. Oktober in Siek präsentieren weitere Genres. „Plattdüütsch in der Kark“ mit Cord Denker lädt am Mittwoch, 2. Oktober in die Zarpener Kirche ein, zuvor lockt am Sonnabend, 19. Oktober die plattdeutsche Gesprächsrunde nach Glinde.

Mr. Plattdeutsch erzählt

Gert Spiekermann ist Mr. Plattdeutsch“, lobt Helmuth Peets – am Mittwoch, 23. Oktober kann man ihn in Bad Oldesloe erzählen hören. Ein Kunstvortrag in Bargteheide am Donnerstag, 24. Oktober stellt den Maler August Macke vor, Referent ist der Kunsthistoriker Dr. Hans Thomas Carstensen. Der Abschluss der Plattdeutschen Tage wird am Freitag, 25. Oktober in Trittau mit Musik von Liedermacher Gerrit Hoss und Rike Kinnemann gefeiert. Das Programm gibt es mit zusätzlichen Infos im Internet. Zum Schluss kommt das Geburtstagskind Groth noch einmal zu Wort: „Plattdeutsch ist eine selbstständige Sprache und die ebenbürtige Schwester des Hochdeutschen.“

Von Bettina Albrod

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