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Stormarn Stormarn stellt sich auf Wachstum ein
Lokales Stormarn Stormarn stellt sich auf Wachstum ein
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20:10 26.08.2015
Tassilo von Bary. Quelle: Fotos: Ln

Stormarn gehört den Wachstumsregionen — das jedenfalls weist der jüngste Demografiebericht der Bertelsmann Stiftung aus. Bis 2030 soll demnach die Bevölkerungszahl in der Region um rund 5,5 Prozent ansteigen. Insgesamt wird es dann aber weniger Schleswig-Holsteiner geben.

Laut Prognose wird sich — zumindest zahlenmäßig — wenig ändern in Reinfeld. Allerdings sieht die Struktur der Bevölkerung dann ganz anders aus: Bis auf die 80-Jährigen verliert die Stadt an Einwohnern, die Zahl der über 80-Jährigen wird dagegen deutlich ansteigen.

Dass der Altersdurchschnitt 2030 nach der Bertelsmann-Studie über dem Stormarner Durchschnitt liegen soll, verwundert Bürgermeister Heiko Gerstmann allerdings, „weil Reinfeld doch gerade für junge Familien als sehr attraktiv gilt“. Vor allem, weil die Grundstückspreise in den näher an Hamburg gelegenen Gemeinden und Städten kaum noch zu bezahlen seien.

Reinfeld habe allerdings das Problem, kaum neue Wohngebiete ausweisen zu können, weil es von Naturschutzgebieten umgeben sei. Die Verwaltung sei deshalb bemüht, neuen innerstädtischen Raum mit Wohnungen zu füllen. Beispielsweise das Gebiet zwischen Schauberg und Karlsberg, wo die Anwohner ihre langgestreckten Gärten künftig in der zweiten Reihe werden bebauen dürfen. Doch nicht nur Zahl und Qualität von Wohnungen seien wichtig, um der Überalterung entgegenzuwirken. Es gelte, ausreichend Arbeitsplätze anzubieten. Schon deshalb sei es wichtig, weitere Firmen im Gewerbegebiet neben der Autobahn anzusiedeln. Erste Überlegungen zu einer Ausweitung der Fläche jenseits der Barnitzer Straße gemeinsam mit der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn gebe es bereits.

„Es gibt vom Kreis eine Untersuchung über die Bevölkerungsentwicklung in Stormarn, und die bildet wesentlich genauere Zahlen ab als die Prognose der Bertelsmann Stiftung“, erklärt der Oldesloer Bürgermeister Tassilo von Bary. Demnach werde die Bevölkerungszahl erheblich zunehmen — die Bertelsmann-Stiftung prognostiziert für die Kreisstadt ein Plus von etwa fünf Prozent. Auch die Altersstruktur werde sich ändern. Danach, so von Bary weiter, sei auch ein entsprechender Handlungsbedarf errechnet worden: „Demnach müssen wir bis 2030 jedes Jahr 100 neue Wohnungen schaffen. Auch andere Wohnformen sind gefragt, und da sind wir zusammen mit der Stadtplanung am Arbeiten.“

Bargteheide muss sich auf ein gewaltiges Wachstums einstellen. Nach dem Bericht der Bertelsmann-Stiftung soll die Bevölkerungszahl in den kommenden 15 Jahren um mehr als zwölf Prozent ansteigen — für Bürgermeister Dr. Henning Görtz kommt das allerdings nicht überraschend. „Es gibt ein Gutachten des Kreises zu diesem Thema und das sagt für Bargteheide sogar 18 Prozent Wachstum voraus.“ Zum einen Teil betreffe das die Zahl der Senioren, weil die Menschen immer älter würden. Zum anderen sei Bargteheide weiterhin für junge Familien interessant. Die will die Stadt auch haben, um eine ausgewogene Altersstruktur zu behalten. „Für die Stadt bedeute das, dass neue Wohngebiete ausgewiesen werden sollten, um das Wachstum steuern zu können“, betonte Görtz.

Seit drei Jahren habe Bargteheide keine neuen Wohngebiete ausgewiesen, das führe aber zu einem wilden Wachstum: Einfamilienhäuser würden abgerissen, um Platz für hochpreisige Stadtvillen mit mehreren Wohnungen zu machen. Zudem stiegen die Grundstückspreise stark an. „Um das Wachstum zu steuern, gibt es das Bestreben, wieder neue Wohngebiete auszuweisen, die auch für junge Familien bezahlbaren Wohnraum bieten“, so Görtz. mt/ukk/bma/ba

Gutachter empfiehlt Wohnlotsen für den Kreis
Bis zum Jahr 2030 werden im Kreis Stormarn bis zu 15000 neue Wohneinheiten benötigt. Das besagt die Studie „Anpassungsstrategien für den Siedlungs- und Wohnungsbau im demografischen Wandel im Kreis Stormarn“ des Bremer Stadtplanungsbüros Baumgart und Partner. Eine Handlungsempfehlung des Büros an den Kreis Stormarn lautet, einen Wohnlotsen zu installieren. Der sollte unter anderem eine demografiegerechte Siedlungsentwicklung begleiten, Projekte anstoßen und vernetzen, Erkenntnisse zum Wohnungsmarkt sammeln und zielgerichtet vermitteln sowie mit den Akteuren vor Ort zusammenarbeiten. Im kommenden Kreiswirtschaftsausschuss wird darüber beraten, ob der Kreis so eine Stelle einrichtet.               kks

LN

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