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Stormarn Stormarner Künstler stellen mit Kollegen aus ganz Europa aus
Lokales Stormarn Stormarner Künstler stellen mit Kollegen aus ganz Europa aus
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18:10 10.10.2015
Axel Richter und Denise Heinemeier bereiten eine Kunst-Aktion in der Hamburger St. Jacobi-Kirche Quelle: Bettina Albrod
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Ammersbek

Am Reformationstag wird die Hamburger St. Jacobi-Kirche zur „Wechselstube“: Viele verschiedene Künstler aus ganz Europa sind aufgerufen, jeweils ein Bild, Objekt oder eine Skulptur zu schenken, die in der Kirche ausgestellt werden. Jeder, der mag, kann sich ein Kunstwerk aussuchen und mitnehmen. Der entstehende Leerraum darf durch einen eigenen Beitrag gefüllt werden, seien es Texte, Collagen, Skizzen oder Gegenstände. Wunsch der Organisatoren — Axel Richter vom Kunsthaus am Schüberg in Ammersbek, seine Assistenz, die Künstlerin Denise Heinemeier, und der Künstler Uwe Schloen aus Bremen — ist, dass das Kunstwerk außerhalb des eigenen Wohnzimmers einen Aufstellungsort findet.

„Hinter der Thematik steht die Flüchtlingsproblematik“, erläutert Richter. „Was können wir Künstler tun, um mit unseren bildsprachlichen Mitteln Zeichen für Frieden und Gerechtigkeit zu setzen?“ Die Aktion passt zum Motto „Teilen!?“ der diesjährigen Evangelischen Akademiewoche vom 31. Oktober bis 8. November. Die Kirche solle ein Raum des freien Teilens und Mitteilens werden, das Werk der Künstler befinde sich dabei auf einem offenen Weg. „120 Künstler haben bereits zugesagt, dass sie mitmachen“, so Richter. „Auch weiterhin kann jeder, der möchte, sich beteiligen.“

Nach und nach treffen in Ammersbek bereits Kunstwerke aus Polen, Israel, Süddeutschland und auch aus Stormarn ein. „Einige Künstler der ‘StormArt‘ wollen bei der Aktion mitmachen“, sagt Richter, „auch Künstler vom KunstHaus in Ammersbek sind dabei.“ Einen gewissen Promi-Status haben Bilder von Böll, die als Faksimile beigesteuert wurden, auch ein Werk von Heinrich Bölls Sohn, dem Künstler René Böll, wird dabei sein. Richter wird sich ebenfalls beteiligen. „Im Kirchenschiff wird ein Gerüst aufgebaut“, berichtet er, „darauf werden die Kunstwerke präsentiert.“

Ein besonders gestalteter Stuhl erlaubt dem Betrachter die Muße, sich für ein Werk zu entscheiden. Das, so die Organisatoren, setze voraus, dass zuvor alle Kunstwerke angesehen würden. Auf jedem Bild und Objekt befindet sich die Adresse des Künstlers, so dass von dem Ort aus, wo das Bild schließlich landet, Kontakt zu den Künstlern hergestellt werden kann. „Wir versuchen, die einzelnen Geschichten der Bilder und Objekte zu dokumentieren“, so Richter.

Über den gesellschaftlichen Rahmen hinaus gibt es einen politischen Bezug: den Container. „Das Flüchtlingsdrama steht im Zusammenhang mit Waffenexporten auch aus unserem Land. Das Sinnbild für dieses Grauen ist der Schiffscontainer“, so Richter und Heinemeier. 1000 Container voller Waffen würden jährlich den Hamburger Hafen verlassen. Gleichzeitig dienten Wohncontainer als Lebensraum für gestrandete Menschen. „Container sind moderne Wechselstuben“, Sinnbild für Handel und Wohlstand, aber auch für Unmenschlichkeit und Tod“, so Richter. Deshalb soll ein alter Beichtstuhl, der stillgelegt ist, über eine Lichtinstallation künstlerisch verfremdet und als „Informationsasyl“ angeboten werden. Der Eingang zur Kirche wird als Container gestaltet. „Wir wollen zum Diskurs anregen und einen Ausstieg aus dem Waffenhandel anregen“, wünscht sich Richter.

31. Oktober in der Kirche
Das Eröffnungsfest Wechselstube“ — open!“ in der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg beginnt am 31. Oktober um 19.30 Uhr. Künstler können auch dann noch mit ihrem Bildwerk in die Kirche kommen. Weitere Informationen zur Initiative „Wechselstube“ — open!“ und zum Ausstellungsort gibt es unter: www.kunst.haus-am-schueberg.de und www.jacobus.de.



Die Evangelische Akademie Hamburg und die Hauptkirche St. Jacobi unterstützen das Projekt. Das Raumkonzept wird mit den Künstlern Axel Richter, Uwe Schloen und der Pröpstin und Hauptpastorin Astrid Kleist entwickelt. Gesamtverantwortlich ist das KunstHaus am Schüberg, eine Einrichtung des Evangelischen-Lutherischen Kirchenkreises Hamburg-Ost.

Bettina Albrod

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