Stormarner Pflegeheime: Trittauer Haus Billetal frei von Corona
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Stormarn Keine Corona-Fälle mehr im Pflegeheim Haus Billetal
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Stormarner Pflegeheime: Trittauer Haus Billetal frei von Corona

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19:30 16.02.2021
Das Haus Billetal in Trittau ist jetzt Covid-frei.
Das Haus Billetal in Trittau ist jetzt Covid-frei. Quelle: Bettina Albrod
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Trittau

Gute Nachrichten aus dem Haus Billetal: Das Trittauer Pflegeheim, das schwer von einem Corona-Ausbruch getroffen worden war, ist Covid-frei. Das sagte Geschäftsführer Andreas Schulz am Dienstag den LN. 121 der 172 Bewohner und 55 der 140 Mitarbeiter hatten sich zwischen Weihnachten und Anfang Februar infiziert. Fast alle gelten jetzt als genesen. 28 Todesopfer sind insgesamt zu beklagen.

„Wir haben aktuell keine Corona-Fälle“, berichtet Schulz. Es seien auch fast alle Mitarbeiter wieder da, externe Hilfe werde derzeit nicht benötigt. Nur zwei Bundeswehr-Soldaten seien noch zur Verstärkung da. Einige Beschäftigte nehmen jetzt ihren Resturlaub. „Eine Mitarbeiterin hatte es aber auch heftig erwischt und befindet sich in der Reha“, sagt Schulz. Eine andere warte noch auf ihre Freigabe durch das Gesundheitsamt des Herzogtum Lauenburg. „Der sogenannte Ct-Wert ist bei ihr noch zu niedrig“, sagt der Geschäftsführer. Dieser Parameter sagt etwas über die Viruslast eines Corona-Patienten aus. Als Grenze gilt ein Wert von 30. Liegt er darüber, deutet das auf eine niedrige Viruskonzentration hin.

Mitarbeiter infizierten sich nach erster Impfung

Neun Mitarbeiter haben sich unterdessen nach ihrer ersten Impfung mit dem Coronavirus angesteckt. „Sie müssen laut Vorgaben jetzt sechs Monate warten, bis sie die Zweitimpfung bekommen“, erläutert Andreas Schulz. Alle anderen Beschäftigten soll noch in dieser Woche ihre zweite Impfung erhalten. Die Bewohner wiederum haben erst Anfang Februar ihre Erstimpfung erhalten und bekommen dementsprechend erst später erneut Besuch von einem der mobilen Impfteams.

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Trotz der guten Nachrichten bleibt Geschäftsführer Schulz angespannt und will keine Entwarnung geben. Grund: die Virus-Mutationen mit möglicherweise unabsehbaren Folgen. „Die Pandemie ist nicht vorbei, die Lockerungen bergen auch wieder Gefahren.“ Auch das Haus Billetal werde langsam wieder für Besucher geöffnet, sodass höchste Wachsamkeit geboten sei, betont Schulz. „Ich bin erst wieder entspannt, wenn die Zweitimpfungen zwei Wochen alt sind“, sagt Schulz. Das ist möglicherweise Mitte März der Fall, also fast drei Monate nach dem Ausbruch des Coronavirus im Haus Billetal.

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Virus verbreitete sich in rasender Geschwindigkeit

Nachdem das Trittauer Pflegeheim im Frühjahr glimpflich durch die Corona-Krise gekommen war, wurde es von der zweiten Welle voll erwischt. Offenbar war es so, dass jemand aus dem Personal das Coronavirus unwissentlich und ohne Krankheitssymptome in das Pflegeheim trug und zunächst zwei Bewohnerinnen ansteckte. Anschließend nahm das Unheil seinen Lauf. In der Einrichtung leben viele demente Bewohner, andere haben gerontopsychiatrische Erkrankungen. Dieser Personenkreis kann laut Andreas Schulz oft keine Distanz wahren, versteht das Corona-Geschehen inklusive der Schutzmaßnahmen gar nicht. Das Virus verbreitete sich bis Mitte Januar in rasender Geschwindigkeit, „quasi im Vorbeilaufen“, wie Schulz damals sagte. Er hatte spekuliert, dass es sich um ein bereits mutiertes Virus handelte. Das wurde jetzt von einem Labor nicht bestätigt, allerdings seien auch nur zwei Proben entsprechend untersucht worden.

Von Markus Carstens