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Stormarn Stormarns Retter bereiten sich auf Orkantief „Xaver“ vor
Lokales Stormarn Stormarns Retter bereiten sich auf Orkantief „Xaver“ vor
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12:14 05.12.2013
Bad Oldesloe

Im Baskenland war Xaver einst ein Heiliger, sein Namensvetter kündigt sich jetzt als Unwetter an - mit Orkanböen und womöglich Schnee. Die Helfer im Kreis Stormarn bereiten sich auf viele Einsätze vor, ebenso die Bus- und Bahnunternehmen und die Schulen.

+++ Über den Sturm berichtet LN Online mit einem Live-Ticker und Bilderstrecken +++

Der Regionalverband Stormarn-Segeberg des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) steht mit 80 Kräften Gewehr bei Fuß. „Wir haben uns schon abgestimmt“, erklärt Vorstandsmitglied Folke Achterberg. Nicht nur mit den ehrenamtlichen Helfern, die im Zweifel ein Altenheim evakuieren können, sondern auch im Bereich der Logistik. Die Vorräte wurden aufgestockt, damit im Ernstfall die Versorgung gesichert ist. Ihm graut vor einem flächendeckenden Stromausfall. „Das kann passieren, da braucht nur ein Hauptmast umkippen oder ein Trafohaus betroffen sein“. Dann „müssen wir das professionell abarbeiten“.

Dabei setzt Achterberg auf die Hilfe des Technischen Hilfswerks (THW). Denn wo kein Strom ist, da ist auch kein Tanken. Im Katastrophenfall müssten die großen Speditionen helfen. Die hätten genug Diesel und der könnte mit Hilfe des Notstromaggregates des THW auch gezapft werden.

„Unsere Feuerwehren sind vorbereitet“, betont der Sprecher des Kreisfeuerverbandes Stormarn, Otto Ulrich Heydasch. In den Gerätehäusern seien Kettensägen und Treibstoff griffbereit gelagert, damit die Aktiven rasch ausrücken könnten. Er appellierte an Firmenchefs, Verständnis aufzubringen, wenn die Ehrenamtler wegen wichtiger Einsätze ihre Arbeitsplätze verlassen müssten. Anja Kühl, Leiterin des Fachbereiches Ordnung in der Kreisverwaltung, appellierte ihrerseits an die Feuerwehren, bei den zu erwartenden Einsätzen strenge Funk-Disziplin zu üben. „Es sollte nur kurz informiert werden, wenn ein Hindernis beseitigt worden ist. Das reicht dann schon“, so Kühl. Angesichts der während der Sturmeinsätze Ende Oktober gemachten Erfahrungen sollten sich die Wehren beim Funkverkehr „aufs Nötigste beschränken“.

Das Kieler Bildungsministerium werde erst heute früh entscheiden, ob in Stormarn Schulunterricht ausfällt, so Schulrat Michael Rebling. Eltern könnten sich darauf verlassen, dass ihre Kinder in Schulen von Lehrkäften betreut werden. Die Kinder könnten aber auch zu Hause bleiben, wenn es eine Gefährdung auf dem Schulweg gebe.

Die Oldesloer Niederlassung der Autokraft hat heute mehr Personal im Einsatz. Leiter Thorge Storm zufolge sollen die Kollegen den Draht zwischen Busfahrern und Feuerwehr herstellen, sollte der Sturm Bäume auf die Fahrbahn wehen. Je nach Stärke des Sturms würden heute Strecken durch Waldgebiete zur Sicherheit umfahren. Autokraft stehe auch mit den Schulen in Verbindung, um entscheiden zu können, ob der Nachmittagsunterricht ausfallen soll und die Kinder schon mittags nach Hause gefahren werden. Die Deutsche Bahn hat vorsichtshalber Einschränkungen oder auch Einstellungen im Zugverkehr angekündigt.

Infos gibt die Hotline des Bildungsministeriums unter 0800/1827271.

dvd/kks/mt