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Stormarn Stormarns Tennis-Kreisverband steht vor dem Aus
Lokales Stormarn Stormarns Tennis-Kreisverband steht vor dem Aus
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10:48 12.02.2020
Julia Görges schlägt inzwischen bei den großen Turnieren weltweit auf. Ihr Talent wurde entdeckt, als sie beim THC Blau-Weiß Bad Oldesloe mit dem Tennis begann, und gefördert im KTHV Stormarn. Quelle: dpa
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Bad Oldesloe/Ahrensburg

Julia Görges hat in jungen Jahren von seiner Jugend-Förderung profitiert, auch Julian Reister hat wichtige Schritte auf dem Weg zum Tennisprofi mit seiner Unterstützung gemacht. Doch nach 50 Jahren Talentförderung und ehrenamtlicher Organisation des Breitensports steht der Tennis-Kreisverband Stormarn vor der Aus. Der Vorsitzende Klaus Ix hat für Donnerstag, 13. Februar, zum außerordentlichen Verbandstag geladen, um von den Vereinsvertretern die Auflösung des Kreis-Tennis- und Hockey-Verbandes Stormarn (KTHV) beschließen zu lassen. Ein bisher einmaliger Vorgang im Tennisland Schleswig-Holstein. Man fühlt sich abgehängt – auch vom Landesverband TVSH.

Schon seit Jahren keine Kreismeisterschaften der Erwachsenen

Dass die goldenen Zeiten im deutschen Tennis Geschichte sind, zeigt die Entwicklung der Mitgliederzahlen. In den vergangenen 15 Jahren ist sie im Deutschen Tennis Bund von knapp 1,8 Millionen um gleich 22 Prozent auf 1 370 000 in 2019 rückläufig. Eine Entwicklung, die sich vor allem an der Basis bemerkbar macht. In den wenigsten Regionen gibt es noch Kreismeisterschaften der Erwachsenen, in Stormarn sind sie seit Jahren abgeschafft, einzig eine Freizeit-Doppel-Runde für Seniorinnen und Senioren wurde vom KTHV bis zuletzt organisiert. Waren in der Spitze 46 Vereine im KTHV vertreten mit fast 12.000 Tennisspielern, gibt es aktuell noch 38 mit knapp 5500 Mitgliedern – ein Minus von mehr als 50 Prozent in zwei Jahrzehnten.

Der Kreisvorsitzende Klaus Ix (r.) fungiert seit Jahren u.a. auch als Turnierdirektor der Sieker Open, hier mit den 2019-Finalisten bei den Herren 40, Sieger Juri Petrenko (l.) und Stefan Rohde. Quelle: Helge Schmidt, TC Siek

Ehrenamtler für Vorstandsposten fehlen

Das rückläufige Interesse am Tennissport ist aber nur einer der Gründe für die angestrebte Auflösung des Kreisvereins, der rechtlich selbstständig ist die Förderung der Jugendarbeit in den Vereinen als Schwerpunkt seiner Arbeit sieht. Denn Ix wüsste zudem nicht, wie er auf dem nächsten turnusmäßigen Verbandstag im Frühjahr vier Vorstandsposten neu besetzen sollte. Weniger Mitglieder bedeutet eben auch, dass die Anzahl engagierter Ehrenamtler zurück geht. Vor allem aber sehen er und seine derzeitigen Vorstandsmitglieder keine Möglichkeit mehr, die satzungsgemäße Förderung des Tennissports aufrechtzuerhalten. Und zwar aus finanziellen Gründen.

Zuschüsse vom Landesverband gestrichen

Neben rückläufigen Mitgliederzahlen, die weniger Einnahmen bedeuten (pro Mitglied gibt es derzeit 80 Cent von den Vereinen), schlägt auch das vor knapp einem Jahr beschlossene neue Verbandskonzept des Landesverbandes TVSH zu Buche. Denn im Zuge dieser Neuausrichtung wurden nicht nur die seit 44 Jahren bestehenden vier Bezirke als unterste Ebene des TVSH aufgelöst, sondern auch die Kreiszuschüsse gestrichen. „Durch das rückläufige Interesse am Tennissport mit einem drastisch gekürzten Etat durch den Tennisverband S-H ist es aus Sicht des Vorstandes nicht mehr möglich, eine satzungsgemäße Förderung des Tennissports beim KTHV Stormarn aufrechtzuerhalten“, sagt Ix – und ist auch enttäuscht, dass es nach der Einladung zur Auflösungsversammlung „bisher keinerlei Reaktion vom TVSH“ gegeben habe. Auch die Einladung zum 50-jährigen Vereinsjubiläum am 13. November 2019 sei bestenfalls zur Kenntnis genommen worden.

TVSH fördert gezielter in die Jugend-Elite

Für den Landesverband erklärt Pressesprecher Ulrich Lhotzky-Knebusch die Neuausrichtung in der Jugendförderung nach dem Motto „mehr Qualität statt Quantität“. Der Landesverband setze seit 2019 die bisherigen Kreiszuschüsse „und insgesamt einen weitaus höheren Betrag gezielt in die Förderung des Leistungstrainings für die Jüngsten in den Regionen ein“. Aus dieser Förderung entwickele sich wiederum der Jüngstenkader des Verbandes, so Lhotzky-Knebusch. Und der war unter Landestrainer Herby Horst zuletzt extrem erfolgreich, holte im Vorjahr in Berlin mit den U15-Jungs den nationalen Titel.

U15-Mannschaftsmeister der Verbände in 2019: Bon Lou Karstens ( v. l.), Georg Eduard Israelan und Sean Marcel Saal mit ihren Trainern Herby Horst und Ralf Wollgast. Quelle: TVSH

Zuschussanträge vom Landesverband abgelehnt

Dennoch gebe es nach wie vor die Möglichkeit, für einzelne Aktivitäten Zuschüsse zu beantragen, so Lhotzky-Knebusch: „Und ich habe noch von keinem Antrag gehört, der abgelehnt wurde.“ Ix schon. Er hatte im Juli vergangenen Jahres Gelder für Trainingslehrgänge und Jugend-Kreismeisterschaften beantragt. In der Absage aus Kiel war dann die Rede von „missverständlichen Informationen“ über die künftige Bezuschussung und davon, dass die Jüngsten-Lehrgänge in der Hand des TVSH seien, darüber hinaus gehende Lehrgänge „leider über einen erhöhten Elternanteil“ gegenfinanziert werden müssten. Das aber hält Ix nicht für durchsetzbar. Nun fehlen ihm die etwa 2500 Euro, die bis 2018 vom Landesverband durchschnittlich als Zuschuss kamen.

Fördertrainer zum 1. März gekündigt

Die Kreistennisverbände seien damals „finanziell unterschiedlich – je nach Aktivität – unterstützt“ worden, heißt es dazu vom TVSH. Und: „Diese Zuschüsse stellten im Verhältnis zum Gesamtetat der Kreise in der Regel einen relativ geringen Beitrag dar, so auch im Kreisverband Stormarn.“ Dort hat der Vorsitzende Ix inzwischen Fördertrainer Michael Heydemann, der zuletzt 13 Jugendliche aus dem Bereich des KTHV Stormarn zusätzlich zum Vereinstraining sportlich voranbringen sollte, vorsorglich zum 31. März gekündigt.

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Von Christian Schlichting

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