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Stormarn Stormarns Wirtschaft weiter im Aufwind
Lokales Stormarn Stormarns Wirtschaft weiter im Aufwind
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20:10 21.10.2016
Das Gewerbegebiet Reinfeld/Stubbendorf zum Beispiel nahm mit der Famila-Ansiedlung einen enormen Aufschwung. Auf Reinfelder Seite sind kaum noch Flächen frei. Quelle: Fotos: Ukk
Bad Oldesloe

Die Metropolregion Hamburg stand bei der Münchener Immobilienmesse Expo Real richtig gut da. Und mit am Stand der Hansestadt der Kreis Stormarn ebenso, setzt sich dessen wirtschaftliche Weiterentwicklung doch unvermindert fort.

 

Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der WAS.

Von „hocheffizienten drei Tagen“ spricht der Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn. Detlev Hinselmann war in dieser Funktion erstmals dabei auf der internationalen Messe mit 38000 Teilnehmern. Die Tage waren „durchgetaktet“ mit Terminen. „Für uns beste Voraussetzungen, das Jahresendgeschäft einzuläuten, Gespräche zu führen, viele Deals fürs vierte Quartal anzuschieben. Wir haben Interessenten getroffen.“ Mehr verrät der Geschäftsführer allerdings nicht, „weil die Gespräche noch im frühen Stadium sind“.

Unter anderem hatte Hinselmann den Hamburger Finanzsenator Dr. Peter Tschentscher getroffen. Es sei um das geplante „interkommunale und länderübergreifende Gewerbegebiet Hamburg-Wandsbek und Stapelfeld“ gegangen. Der Senator habe die Bedeutsamkeit einer Zusammenarbeit zwischen Hamburg und dem Kreis Stormarn herausgestellt. Hinselmann seinerseits erbat von Hamburg, „Haushaltsmittel in angemessener Höhe für die äußere Erschließung des Raumes Rahlstedt/Stapelfeld und zur ökologischen Aufwertung der Großen Heide als Ausgleichs- und Erholungsfläche bereitzustellen.“

Von dem länderübergreifenden Projekt profitieren beide Seiten durch die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen. Die Idee dazu sei vor drei Jahren geboren worden, „weil es sich dort um einen gemeinsamen Siedlungsraum handelt. Die Zusammenarbeit zwischen den Partnern läuft gut“.

Am Hamburger Rand drängen sich noch mehr Investoren. In Ahrensburg, berichtet Hinselmann, erteile die Stadtverordnetenversammlung noch am Monatsende das Baurecht auf einer Fläche von 22 Hektar. „Das ist richtig viel. Daran hat die Stormarner Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft seit zwei Jahren mitgewirkt. Die Erschließungsarbeiten beginnen im März 2017.“ Dass sich das Gelände schnell mit neuen Firmen füllt, davon ist Hinselmann überzeugt.

Ein weiteres Entwicklungsprojekt verfolgen Stormarns Wirtschaftsförderer in Hammoor mit einem Autohof auf neun Hektar, nordöstlich des Knotenpunktes von Autobahn 1 und B 404/A 21. „Wir gehen davon aus, dass wir Ende nächsten Jahres Baurecht haben und 2018 erschließen.“ Gegebenenfalls werde der Kreis Stormarn ein neues Rettungszentrum auf dem Gelände bauen, das müsse im nächsten halben Jahr noch entschieden werden.

Auch das Gewerbegebiet Reinfeld/Stubbendorf habe nach der Famila-Ansiedlung einen enormen Aufschwung genommen. Demnächst werde dort ein „namhaftes Unternehmen eine zentrale Fläche kaufen. Sonst ist kaum noch Platz für weitere Ansiedlungen auf Reinfelder Gebiet. Ähnlich gut gewachsen sei Bargteheide. „Wie die Entwicklung voranschreitet, hänge immer auch von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung ab“, weiß Hinselmann.

In Barsbüttel rechnet er noch im Dezember mit einem Aufstellungsbeschluss der Gemeinde zum Bebauungsplan für zwölf Hektar nördlich von Möbel Höffner. In Reinbek gibt es aufgrund besonderer Umstände einen längeren Entwicklungsprozess. Dabei, so Hinselmann, gebe es gerade dort einen anhaltenden Bedarf an gewerblich nutzbaren Grundstücken.

Kritiker der weiteren Siedlungsentwicklung befürchten deren ungebremste Ausdehnung insbesondere in den Gemeinden entlang der Autobahn A 1. „Hier“, so Hinselmann, „werden wir als Wirtschaftsförderer im Dialog mit Kommunalpolitik und Bevölkerung die richtigen Entscheidungen zu treffen haben hinsichtlich der Siedlungsausweitung einerseits und der Nutzung andererseits – Verkehr, Wohnen, Freizeit und Erholung, Gewerbe, Natur und Landschaft.“ Denn es gelte vorrangig, „den für uns so wichtigen Lebensraum liebens- und lebenswert für die Zukunft zu gestalten.“

Gehemmt würden neue Siedlungsprojekte allerdings, wenn der Verkehr nicht optimal organisiert sei. Gemeinden wie Braak, Stapelfeld, Großhansdorf und Siek fühlten sich da seit Jahren betroffen. Die Landespolitik müsse Abhilfe schaffen. Ein Treffen zu diesem Thema mit allen Landtags- und Bundestagsabgeordneten soll es im Januar geben. Allerdings habe der Landesbetrieb für Verkehr bereits mitgeteilt, dass es zum Um- und Ausbau von Autobahnanschlussstellen und deren unmittelbaren Umfeld weder Auftrag noch finanzielle Ressourcen gibt. „Da zeigt sich“, sagt Hinselmann, „dringender Handlungsbedarf.“ ukk

DREI FRAGEN AN . . .

1 Sind Sie angekommen in Ihrem neuen Job?

Die Herausforderungen sind groß. Die Aufgaben sind vielfältig und komplex. Ja, die Arbeit macht großen Spaß.

2 Welche Vorteile hat Stormarn durch seine Mitgliedschaft in der Metropolregion Hamburg?

Inzwischen umfasst die Metropolregion fünf Millionen Einwohner. So hat die gesamte Region international einen viel stärkeren Auftritt.

3 Aber immer unter dem Vorzeichen von Hamburg.

Ja, Hamburg ist dominant. Dennoch wissen wir rund um Hamburg, unsere Rolle als Partner geschickt in Szene zu setzen.

LN