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Stormarn Elmenhorst: Anwohner protestieren gegen Straßensperrung
Lokales Stormarn Elmenhorst: Anwohner protestieren gegen Straßensperrung
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07:00 30.08.2019
„Das kann doch nicht wahr sein!? An uns hat wohl keiner gedacht bei der Planung.“ Rosario Buggea (v.l.), Hans-Werner Steinfeldt und Cilia Steinfeldt waren erschüttert von dem Schreiben, das eine vierwöchige Sperrung für Bargerhorst ankündigte. In dem Ortsteil wohnen rund 45 Personen.   Quelle: Carstens
Elmenhorst

Überraschende Post für viele Anwohner der Gemeinde Elmenhorst: Am Montag dieser Woche und einige erst am Dienstag fanden sie einen Handzettel in ihren Briefkästen, der auf die bevorstehenden Bauarbeiten der Sülfelder Straße (Kreisstraße 110) von Elmenhorst Richtung Sülfeld bis zur Segeberger Kreisgrenze hinweist. Die Straße werde auf 2,4 Kilometern saniert und müsse daher für einige Wochen komplett gesperrt werden. Baugebinn: schon am Montag, 2. September.

„Eine Frechheit, uns so kurzfristig zu informieren“, sagt Hans-Werner Steinfeldt aus dem Ortsteil Bargerhorst auf halber Strecke der maroden Straße. Viel schlimmer fanden er und die rund 45 Betroffenen in diesem Abschnitt der Kreisstraße jedoch, dass sie womöglich ihre Grundstücke in der Bauphase gar nicht mit dem Auto erreichen können.

Normalerweise wird das Anliegern stets ermöglicht. Doch die K 110 ist sehr schmal und hat viele dicke Bäume direkt am Straßenrand. Wenn die Straße aufgerissen ist, kommt kein Auto durch. „Hat sich da mal jemand Gedanken gemacht, wie wir zu unseren Grundstücken kommen sollen?“ echauffiert sich Steinfeldt. „Sollen wir alle unsere Autos außerhalb parken und jeden Tag mehrere Hundert Meter zu Fuß laufen?“

Keine Post, keine Müllabfuhr?

Er selbst sei Rentner und könne sich für drei Wochen mit Nahrungsmitteln eindecken, sagt Steinfeldt leicht scherzhaft, „doch wie ist es mit allen anderen, die zur Arbeit müssen? Wie mit den Schulkindern? Wie ist es mit unserer Post, Zeitungen, der Müllabfuhr?“

Steinfeldt hat noch weitere Beispiele: „Es gibt hier einen kleinen Laden, der demnächst eine große Lieferung erwartet. Eine Frau muss mehrmals pro Woche zum Arzt, ein Mann bekommt immer wichtige Medikamente per Post.“ Mehrere Anwohner hätten sich umgehend an die Behörden gewandt, seien aber nicht ernstgenommen worden.

Und dann gibt es da noch zwei Firmen, die genau in dem gesperrten Bereich liegen und die täglich mehrmals mit Transportern an- und abfahren. Die beiden Unternehmer wurden auch kalt erwischt von den Plänen, hofften, in Absprache mit der Baufirma vor Ort eine Lösung zu finden. „Und die Landwirte, die hier Mais anbauen und woanders wohnen, wissen vielleicht noch gar nichts von ihrem Glück“, so Steinfeldt.

Bürgermeister im Dauereinsatz

Noch am Mittwoch herrschte in Bargerhorst Entsetzen und Ratlosigkeit, am Donnerstag kam plötzlich Bewegung in die Sache. Die LN hatten beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) nachgefragt, und auch Bürgermeister Norbert Ohl war bereits tätig geworden. „Ich beschäftige mich seit Montag praktisch mit nichts anderem“, sagte Ohl den LN.

Die Gemeinde sei im Juli über die Baumaßnahme informiert worden, am 13. August sollten demnach vom Landesbetrieb Straßenbau Schreiben an die Anwohner verteilt werden, erzählt der Bürgermeister. Diese lagen dann jedoch erst zwei Wochen später in den Briefkästen – mit den bekannten Folgen. „Das war sehr unglücklich“, so Norbert Ohl.

Wer von Elmenhorst nach Sülfeld will, muss demnächst über Bargfeld-Stegen fahren. Quelle: Wenzel

Umso mehr freute er sich am Donnerstag über die Nachricht, dass der LBV die Pläne noch einmal komplett überarbeitet hat – mit viel kürzeren Sperrzeiten. Auch die Anwohner sollten noch am gleichen Tag informiert werden. Statt drei oder vier Wochen soll der Abschnitt Bargerhorst nur für vier Tage vom 23. bis 27. September (von 7 bis 7 Uhr) gesperrt werden.

Parken beim Supermarkt

Betroffen ist auch das Neubaugebiet Bargkoppel nicht weit weg von Hauptstraße in Elmenhorst. Es hat nur eine Zufahrt eben über die Sülfelder Straße. Dort soll es nun eine dreitätige Sperrung vom 24. bis 27. September geben. „Wir haben viele kostenfreie Parkplätze in der Umgebung. Die Anwohner müssen also nicht weit laufen“, sagt Bürgermeister Ohl. In der Nähe gibt es zudem zwei Supermärkte mit einer großen Anzahl von Parkplätzen.

Eine Antwort, ob nun bereits ab Montag gebaut wird und wie genau in welchen Abschnitten mit welchen Einschränkungen, blieb der LBV bis Redaktionsschluss schuldig. In Bargerhorst sind sie zumindest froh, dass sie nur vier Tage lang ihre Grundstücke nicht per Auto erreichen können. Je nach Abfolge der Bauabschnitte können sie über Nienwohld fahren. Und wenn der Bereich zwischen Bargerhorst und Scheidekate Richtung Sülfeld im Oktober dran ist, sollte die Strecke nach Elmenhorst wieder frei sein – und in einem guten Zustand.

Elmenhorster wünschen sich Radweg

„Die Sanierung begrüßen wir natürlich grundsätzlich“, sagt Norbert Ohl. Allerdings hätten sich die Elmenhorster auch den Bau eines Radweges gewünscht. „Den fordern wir seit vielen Jahren, weil die Strecke wirklich gefährlich ist. Aber der Kreis hat dem Radweg nur eine niedrige Priorität beigemessen.“ Der Kreis Segeberg dagegen habe die Strecke anders beurteilt. Bis zur Kreisgrenze gibt es einen Radweg.

Die Straße ist sehr schmal, eine Sanierung geht nur mit einer Vollsperrung. Auf der gesamten Strecke stehen ganz dicht Bäume am Rand.   Quelle: mc

Von Markus Carstens

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