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Stormarn Stormarn wappnet sich für den Blackout
Lokales Stormarn Stormarn wappnet sich für den Blackout
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14:00 24.03.2019
Wenn nichts mehr geht. Der Kreis hat Handlungsempfehlungen für Städte und Gemeinden erarbeitet. Quelle: dpa
Bad Oldesloe

Es gab dazu eine Veranstaltung mit den 55 Stormarner Kommunen, und in der Kreisverwaltung hat der Fachbereich Sicherheit und Gefahrenabwehr unter der Leitung von Andreas Rehberg – zusammen mit Einsatzkräften aus dem gesamten Kreis – das Szenario durchgespielt und entsprechende Vorbereitungen getroffen. „Die Wahrscheinlichkeit für einen Stromausfall ist sicher höher als ein Flugzeugabsturz in Stormarn“, sagt Landrat Henning Görtz.

Genug Nahrungsmittel?

„Lang anhaltende Stromausfälle sind glücklicherweise selten. Treten solche Blackouts dennoch ein, stellen sie Kreise und Kommunen vor extreme Herausforderungen“, sagt Andreas Rehberg. „Es kann zu gravierenden Versorgungsengpässen und sogar zur Störung der öffentlichen Sicherheit kommen.“

Für den einzelnen Bürger heiße das in so einem Fall wiederum: Habe ich genug Nahrungsmittel? Habe ich im Winter ein warmes Zimmer? Wie komme ich zur Arbeit? Noch mehr Gedanken muss sich etwa ein Landwirt machen, der jeden Tag seine Kühe melkt. „Jeder einzelne Bürger ist da auch in der Verantwortung“, sagt Landrat Görtz.

Landwirte sind vorbereitet

Für die Landwirte bestätigt Peter Koll vom Kreisbauernverband, dass es tatsächlich eine Vorsorgepflicht gibt. Vor allem Tierhalter seien vorbereitet, könnten Notstromaggregate vorhalten. Problem sei nur, dass sie selten bis nie zum Einsatz kämen, weil der Ernstfall bislang noch nicht eingetreten ist. Laufe so ein Gerät jedoch über einen Schlepper, sei die Stromversorgung für mehrere Tage gesichert; vorausgesetzt, der Nachschub an Kraftstoff für das Fahrzeug ist gesichert.

Nienwohld macht Gemeindezentrum fit

Die untere Katastrophenschutzbehörde des Kreises hat jetzt Maßnahmenempfehlungen für Kommunen, Akteure des Katastrophenschutzdienstes und die Rettungsleitstelle erstellt. Die Städte und Gemeinden wiederum seien aufgefordert, ein auf die lokalen Bedingungen abgestimmtes Konzept zu erstellen. „Sie sollten eigene Anlaufstellen für die Bevölkerung bereithalten, an denen es Wasser und Nahrungsmittel gibt“, erklärt Rehberg.

Tipps vom Bund

Richtig handeln beim Energieausfall – das sind Empfehlungen des Bundesamtes für Katastrophenschutz:

Mit warmer Kleidung lässt sich die Heizung eine Zeitlang ersetzen. Wer einen Kamin oder Ofen hat, sollte einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz im Haus haben.

Halten Sie einen Vorrat an Kerzen und Taschenlampen (z. B. eine Kurbeltaschenlampe oder auch Solar- und LED-Leuchten) sowie Ersatzleuchtmittel, Batterien, Streichhölzer oder Feuerzeuge, Kerzen usw. im Haus.

Kleinere Mahlzeiten können Sie auf einem Campingkocher zubereiten. Nutzen Sie einen Garten- oder Tischgrill, der mit Holzkohle oder Gas betrieben wird. Vorsicht! Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – es besteht Erstickungsgefahr!

Sorgen Sie dafür, dass die Akkus an Computern, Mobiltelefonen, Telefonen usw. geladen sind. Solarbetriebene Batterieladegeräte können eine Hilfe sein.

Denken Sie daran, eine ausreichende Bargeldreserve im Haus zu haben, da bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren.

Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio bereit.

Weitere Informationen: www.bkk.bund.de

Auch die Verwaltungen sollten nachgerüstet werden mit externer Notstromversorgung, den Kommunen werden weiterhin eigene Krisenstäbe empfohlen, bestehend zum Beispiel aus Bürgermeister, Ordnungsamtsleiter, Feuerwehr und vielleicht auch Industriebetrieben. Rehberg: „Die Kommunen müssen handlungsfähig bleiben.“ Sie sollten sich auch untereinander austauschen, meint etwa Kreispräsident Hans-Werner Harmuth.

Einige Gemeinden haben wie die Kreisverwaltung selbst bereits Notfallpläne und entsprechendes Equipment; andere fangen jetzt an, sich mit dem Thema zu beschäftigen. So hat etwa Nienwohld ein neues Gemeindezentrum für so einen Fall fit gemacht. „Aber zum Beispiel auch nach einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus könnten dort Menschen untergebracht werden“, erklärt Rehberg. Die Gemeinde Nienwohld habe dafür nur rund 3000 Euro investiert.

Problemfall Pflegeheime

Da auch Tankstellen Strom benötigen, kann irgendwann das Benzin knapp werden. Für Stormarn ist nun sichergestellt, dass Feuerwehr und Polizei für mehrere Tage Kraftstoff in Reserve haben. Der Kreis hat auch für seine Einsatzkräfte eigene Verträge mit Tankstellen abgeschlossen. Auch Klärwerke sollten mit Notstrom ausgestattet werden, damit sie nicht überlaufen. Zur sogenannten kritischen Infrastruktur gehören zum Beispiel auch Wasserwerke oder die Geldversorgung. Dabei sind nicht nur Bankautomaten gemeint, sondern auch EC-Zahlungsgeräte. Die Trinkwasserversorgung ist laut Rehberg ohne Strom für etwa einen Tag gesichert.

Vom Land Schleswig-Holstein wiederum werden mittlerweile pro Kreis zwei große mobile Netzersatzanlagen bereitgestellt.

In Krankenhäusern und Pflegeheimen wird ebenfalls viel Strom benötigt. Während die Kliniken über eigene Notstromaggregate verfügen, die in der Regel Energie für einen bis drei Tage vorhalten, bekommen Alten- und Pflegeheime schneller Probleme. Patienten mit Beatmungsmaschinen müssten spätestens nach etwa drei Stunden abgeholt und woanders untergebracht werden. Da die Patienten häufig nur liegend transportiert werden könnten, seien hier Sanitätskräfte gefordert.

Auch die Rettungswachen im Kreis wurden begutachtet. Wie lange können Medikamente kühl aufbewahrt werden? Wie lässt sich eine lückenlose Kühlkette aufbauen?

Ablaufplan für die Rettungsleitstelle

Für die Rettungsleitstelle hat der Kreis Stormarn einen eigenen Ablaufplan entwickelt für Fälle, wenn der Strom länger als eine Stunde ausfällt. „Schon nach zwei bis drei Stunden sprechen wir dann von einer Krisensituation“, erläutert Andreas Rehberg. Nach acht Stunden würden Einsatzkräfte alarmiert. Nach dieser Zeit bekämen auch Polizeistationen bereits Probleme.

Während der Digitalfunk noch einige Tage funktionieren würde, wäre der private Telefonanschluss sofort weg, wenn er mittels Voice-over-IP über das Internet läuft. Wohl dem, der da noch einen analogen Anschluss zu Hause hat. „Der würde wohl noch drei Stunden halten“, so Rehberg.

„Das ist alles noch nicht perfekt“, sagt dazu Landrat Görtz, „aber wir sind gut gewappnet für einen möglichen Blackout.“

Markus Carstens

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