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Stormarn Survivaltipps beim Käsebrötchen
Lokales Stormarn Survivaltipps beim Käsebrötchen
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18:15 17.05.2014
Bad Oldesloe

Rüdiger Nehberg ist wie ein Held aus einem Karl-May- Roman, nur ohne die Federn: Er hat den Atlantik mit einem Tretboot überquert, einen Indianerstamm vor dem Aussterben gerettet, kämpft mit wachsendem Erfolg gegen die weibliche Genitalverstümmelung und schaut zwischen Schweiz und Spanien mal beim LN-Leserfrühstück im „Glacehaus“ in Bad Oldesloe vorbei. Wo andere mit fast achtzig in der Vergangenheit leben, plant Nehberg für die Zukunft. „Ich habe keine Zeit zum Sterben“, erklärt er und beißt in sein Brötchen. Das besteht den Test. „Knusprig“, erklärt der gelernte Konditor, der einst mit einem Marzipan-Gorbatschow im Schaufenster warb, aber heute keine kleinen Brötchen bäckt. Sein Ziel ist es, ein Transparent gegen die Genitalverstümmelung in Mekka aufzuspannen, und wer ihn kennt, weiß, dass es gelingen wird.

„Ich habe jetzt immer ein Halstuch dabei“, erzählt LN-Leser Udo Reichle-Röber aus Reinfeld. Er hat aus Nehbergs Survival-Handbuch gelernt, dass man sich damit gegen Kälte und Sonne schützen, eine Tasche und einen Verband daraus machen kann. „Über Nehberg habe ich meine Frau kennen gelernt, ich wollte auf Weltreise gehen und habe sie im Sprachkurs getroffen.“ Sein Survival absolvierte er dann bei der Marine, wie Nehberg auch: „Sie haben mir Hände und Füße gefesselt und mich ins fünf Meter tiefe Wasser geworfen“, erzählt der Rausdorfer, der auf der ganzen Welt zu Hause ist, am liebsten da, wo sie noch unberührt ist und jemand Hilfe braucht. „Wir hatten beim Studium alle zwei bis drei Bücher von Ihnen im Regal“, verrät Uwe Möllnitz aus Bad Oldesloe beim Schinkenbrot und möchte wissen, wie das mit der Schlangenbeschwörung war. „Die hatten den Mund zugenäht und keine Zähne mehr“, erklärt Nehberg. Er dagegen hat Biss. „Ich war Augenzeuge der Verstümmelung“, sagt er, „die Frauen dort können sich nicht selber helfen.“Er erzählt vom Verlust seines Freundes, der im Urwald erschossen wurde, und Tim zückt eines von Nehbergs 30 Büchern. Der 14jährige plant drei Tage Survivaltraining an der Trave ohne Essen und Eltern. Während Nehberg ihm mit Papierserviette und Marmelade zeigt, wie man ein Behelfs-Floß baut, fragt Trittauerin Ute Okken-Wilkes nach den Herausforderungen des Alltags.

„Der schrumpft zur Bagatelle“, winkt Nehberg ab. Auch dann, wenn Reichle-Röber das Bild von einer Katastrophe in Oldesloe malt. „Drei Wochen ohne Versorgung kann man locker überleben.“ Er hat sich auf einem Marsch durch Deutschland nur von dem ernährt, was am Straßenrand lag. „Wie kann man Ekel überwinden?“, will ein Frühstücksgast wissen. „Mit dem Verstand“, antwortet Nehberg, der auch vor Fröschen nicht zurückschreckt. Seit er Ehrenbürger eines afrikanischen Stammes ist, bekommt er zehn Prozent auf Kamele, aber nach Oldesloe ist er mit dem Auto gekommen. Hier erzählt er von Stefan Raab, der bei ihm Wildschweine fangen wollte, und von Bernhard Grzimek. „Was ist Ihr nächstes Ziel?“, will Redaktionsleiter Jürgen Adamek wissen. „Ich fahre nach Äthiopien“, antwortet Nehberg, „dort haben wir eine Geburtshilfeklinik aufgebaut.“Zu Beginn hat er erzählt, dass ein Freund den Nil in einem Sarg befahren habe. In dem kann man sich Nehberg nicht vorstellen: Dafür ist der Mann noch viel zu jung.

Bettina Albrod

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