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Stormarn Weichen für die Zukunft der Kirche gestellt
Lokales Stormarn Weichen für die Zukunft der Kirche gestellt
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17:38 16.02.2019
Fast jeder Platz war besetzt. Von 78 Synodalen waren 74 Teilnehmer am Sonnabend zu der Tagung nach Bad Segeberg gekommen. Quelle: Britta Matzen
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Bad Segeberg

Die Synode begann um 9.30 Uhr mit einer Andacht in der Bad Segeberger Versöhnerkirche. „Von 78 Synodalen sind 74 anwesend. Das ist ein erfreuliches Ergebnis angesichts der wunderbaren Sonne draußen“, begrüßte der Präses der Kirchenkreissynode Plön-Segeberg, Peter Wiegner, die Anwesenden. Die vollen Reihen seien vor allem auch der Diskussion um den Prozess Kirchenkreis 2030 zu verdanken, die somit auch ihre positive Seite habe.

Prozess Kirchenkreis 2030

Mit dem sogenannten „Prozess Kirchenkreis 2030“ wird auf eine bevorstehende Pensionierungswelle und einen prognostizierten Nachwuchsmangel im Pfarrberuf reagiert. Landeskirchenweit wird es voraussichtlich bis zum Jahr 2030 ein Drittel weniger Pastorinnen und Pastoren geben. Deshalb gibt die Nordkirche den Kirchenkreisen eine Obergrenze für die Anzahl der einzustellenden Pastorinnen und Pastoren vor. Dabei soll eine möglichst große personelle Verteilungsgerechtigkeit erreicht werden. Für den Kirchenkreis Plön-Segeberg bedeutet das konkret eine Reduzierung von 67 auf 44 Pfarrstellen. Deshalb wird es zukünftig voraussichtlich elf Kirchspiele geben. Diese fungieren als konkrete regionale Handlungsräume, in denen mehrere Kirchengemeinden inhaltlich und organisatorisch kooperieren.

Im Anschluss informierte Propst Dr. Daniel Havemann die Synodalen über den aktuellen Stand der Kirchspiele. Elf Kirchspiele soll es künftig im Kirchenkreis Plön-Segeberg geben. Diese fungieren als regionale Handlungsspielräume, in denen mehrere Kirchengemeinden inhaltlich und organisatorisch kooperieren. „Im November wurde auf der Synodentagung beschlossen, dass heute die unstrittigen Kirchspiele beschlossen werden sollen. Das sind die, in denen alle Kirchengemeinderäte der Zusammenlegung zugestimmt haben und in denen auch von außen keine Kirchengemeinde überlegt, dazu zu kommen“, so der Propst.

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Drei unstrittige Kirchspiele

Drei Kirchspiele nannte Havemann: Oldesloe mit der Kirchengemeinde Oldesloe, Kirchspiel Segeberg Südost mit den Kirchengemeinden Reinfeld, Klein Wesenberg, Hamberge und Zarpen und Kirchspiel Segeberg West mit den Gemeinden Wahlstedt, Leezen, Todesfelde und Stuvenborn-Seth-Sievershütten. „Dass die anderen noch Zeit brauchen, ist völlig in Ordnung“, sagt der Propst.

Mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen wurden die unstrittigen Kirchspiele Oldesloe, Segeberg Südost und Segeberg West mehrheitlich festgelegt. Quelle: Britta Matzen

Die Kirchspiele Oldesloe, Segeberg Südost und Segeberg West wurde mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen mehrheitlich beschlossen, wobei die Namen noch veränderbar sind.

Propst Havemann: „Das sind alles nur Arbeitstitel. Im Süden sind es die Namen der früheren Wahlkreise. Wir wissen, manche Kirchspiele klingen jetzt noch nicht wirklich sexy, aber das kann ja noch kommen“, so der Propst. Die Synode werde sich bei der Benennung der Kirchspiele an die Vorschläge der Kirchengemeinderäte halten, wenn es denn einen gemeinsamen Beschlussvorschlag gebe. Segeberg Südost sei zum Beispiel mehrfach angesprochen worden. Wir heißen doch Nordstormarn, habe man dort betont. „Da scheint es eine große Übereinstimmung zu geben, das freut mich.“ Um den Namen zu ändern, sei ein Beschluss der Kirchengemeinderäte vonnöten.

Sülfeld schließt sich Segeberg Süd an

Neuigkeiten hatte Dr. Havemann aus der Kirchengemeinde Sülfeld zu vermelden. „Der Kirchengemeinderat hat dort am Mittwoch ein weiteres Mal beraten und beschlossen, dass sie mit der Zuordnung zu ihrem Kirchspiel einverstanden sind.“ Sülfeld soll dem Kirchspiel Segeberg Süd angegliedert werden – zusammen mit Nahe und Bargfeld.

Zum Zeitplan der Kirchspielfindung: Nach Beschluss der Tagung sollen die noch offenen Kirchspiele in der Synode am 22. Mai festgelegt werden. „Es wird den Kirchengemeinderäten dringend nahegelegt, sich gut mit den Kirchengemeinderäten der anderen betroffenen Kirchengemeinden abzustimmen und genügend Zeit dafür einzuplanen“, so der Hinweis von Propst Havemann. Es gebe dafür kein vorgeschriebenes Verfahren. Sinnvoll sei es, Arbeitsgruppen mit Vertretern der Kirchengemeinderäte zu bilden. „Wir hoffen, dass es zu abgestimmten gleichlautenden Vorschlägen kommt.“ Auf der nächsten Sitzung werde auch der Pfarrstellenplan beschlossen.

Kritik am engen Zeitplan

Einige Synodalen kritisierten den engen Zeitplan. „Warum so schnell? Ich finde zwei Monate für eine endgültige Beschlussfassung sehr ambitioniert. Das setzt uns dermaßen unter Druck. Es wäre schön, wenn wir uns ein bisschen Gelassenheit gönnen können“, meldete sich eine Teilnehmerin zu Wort.

Dazu nahm Präses Wiegner Stellung: „Meine Lebenserfahrung hat gezeigt, je länger ich eine Entscheidung nach hinten schiebe, um so weniger komme ich voran. So sehe ich das hier auch.“ In den Kirchspielen könnten sich im Zuge der Diskussion bis 2024, aus welchen Gründen auch immer, noch Veränderungen ergeben. „Sodass wir sagen können, dass wir uns eine gewisse Flexibilität erhalten.“ Ab 2024 beginne die Umsetzung im Hinblick auf die Planungszahlen für das Jahr 2030. „Wir haben genügend Zeit. Bloß müssen wir den Mut haben, eine Entscheidung zu treffen. Darum bitte ich Sie, damit wir anfangen können, die Zukunft zu gestalten.“ Die Synode stimmte dem vorgesehenen Zeitplan mehrheitlich zu.

Um die Kirchengemeinden auf diesem Weg zu unterstützen, stimmte die Synode der Schaffung zweier neuer Pfarrstellen für Vertretungsdienste zu, zunächst jeweils auf sechs Jahre befristet. „Damit wollen wir sicherstellen, dass Vakanzen, die im Laufe des Prozesses Kirchenkreis 2030 entstehen, schnell und gut abgedeckt werden können“, sagte Propst Havemann.

Abgespeckter Verwaltungsneubau

Zum Abschluss der Synode berichtete Propst Havemann über den Stand des geplanten Neubaus der Kirchenkreisverwaltung in Bad Segeberg. Nach einem im Herbst 2018 durchgeführten Architekten-Wettbewerb hat sich der Kirchenkreis entschieden, bei weiteren Planungen mit dem Hamburger Architekturbüro me di um-Architekten – Roloff, Ruffing + Partner zusammenzuarbeiten.

Propst Dr. Daniel Havemann: "Ein Neubau der Kirchenkreisverwaltung in Bad Segeberg bleibt unser Ziel." Quelle: E-Mail-LN-Stormarn

Verzichten wird der Kirchenkreis aus Kostengründen voraussichtlich auf einige ursprünglich geplante Gebäudeteile wie die Tagespflege und das Hauptmagazin für das Archiv. Auch deswegen befinde man sich derzeit in einer zweiten Planungsphase. Eine endgültige Entscheidung wird die Kirchenkreissynode im Februar 2020 treffen. Bis dahin soll eine verlässliche Kostenschätzung vorliegen. „Ein Neubau ist und bleibt unser Ziel“, betonte Propst Havemann. „Wir werden der Synode unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit einen seriösen Vorschlag unterbreiten.“

Britta Matzen

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