Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Tierfreunde sprechen Frauchen von verletztem „Rocky“ Mut zu
Lokales Stormarn Tierfreunde sprechen Frauchen von verletztem „Rocky“ Mut zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 18.06.2019
Frauchen Dunja Kneese sorgt sich um „Rocky“. Ihr Kater wurde mit dem Luftgewehr angeschossen und verlor sein Auge. Quelle: Dorothea von Dahlen
Anzeige
Bad Oldesloe

Großen Anteil haben die Leser am Schicksal des Katers „Rocky“ genommen, der am Pfingstwochenende im Garten einer Oldesloer Familie verletzt wurde. Unbekannte hatten ihn mit einem Luftgewehr in den Kopf geschossen. Dabei verlor der kleine Kerl sein linkes Auge. Während einer mehrstündigen Operation war zunächst auch versucht worden, das Projektil zu entfernen. Doch davon nahmen die Tierärzte letztlich Abstand, weil der Fremdkörper zu dicht beim Gehirn liegt.

Gute Besserung dem Patienten

Auch dieser Kater aus Ahrensbök erlitt ebenso schwere Verletzungen wie der angeschossene „Rocky“ aus Bad Oldesloe. Quelle: Privat/hfr

In den sozialen Medien zeigten sich viele Katzenfreunde bestürzt, wie jemand mit dem Gewehr auf eine so unschuldige Kreatur zielen kann und wünschten dem Patienten gute Besserung. „Rockys“ Geschichte ging auch Kristin Sudeck sehr zu Herzen. Wie die Ahrensbökerin den LN schrieb, war sie „tief schockiert darüber, was mit dem armen Kerl passiert ist“. Ihr eigener Kater hatte vor einem Jahr ähnlich leiden müssen. Er humpelte eines Tages mit gebrochenem Bein heim und musste, mit einer Metallplatte und mehreren Schrauben zusammengeflickt, 13 Wochen in einem Käfig ausharren. „Ob das bei einem Verkehrsunfall geschah oder auf andere Weise, wissen wir bis heute nicht“, erzählte Kristin Sudeck. Da sie gut nachvollziehen kann, was „Rockys“ Frauchen Dunja Kneese jetzt durchmacht, wollte sie ihr ein wenig Trost spenden und Mut machen.

Anzeige

Ahrensbökerin schrieb einen Brief

„Räubernase“ hat seine schlimme Zeit überstanden. Quelle: Privat/hfr

Da schrieb sie kurzerhand einen Brief und ließ ihren Kater „Räubernase“ gewissermaßen selbst zu Wort kommen. „Ich habe aus der Zeitung erfahren, was ein ganz böser Mensch dir angetan hat und ich wollte dir nur kurz sagen, dass ich doll an dich denke. Ich hoffe sehr, dass dieser Unmensch gefunden wird und eine hohe Strafe bekommt. Auch für mich war es eine harte Zeit. Aber zusammen mit meinen Menschen habe ich es geschafft – und du schaffst das mit deinen Lieben auch. Gute Besserung.“

„Rocky“ hat sich etwas erholt

Der plötzliche Anschlag auf ihren geliebten „Rocky“ hat Dunja Kneese in der Tat stark mitgenommen. Die vielen mitfühlenden Worte im Netz und ganz besonders Kristin Sudecks Brief haben sie sehr gerührt. Wie sie berichtet, hat sich der Kater inzwischen ein wenig erholt. „Es geht ihm schon etwas besser. In einigen Tagen werden die Fäden gezogen. Dann muss ,Rocky’ erst einmal lernen, nur mit einem Auge zurechtzukommen. Das wird eine große Umstellung“, sagt die Oldesloerin. Bis dahin müsse er noch einen Schirm um den Kopf tragen, damit er sich nicht an der Kopfwunde kratze.

Tierschutzverein rät von Panik ab

„Ich verstehe nicht, was Menschen zu einer solchen Tat treibt. Es ist einfach nicht nachzuvollziehen“, sagt auch die Vorsitzende des Oldesloer Tierschutzvereins, Heike Reher, fassungslos. Es handele es sich keinesfalls um einen harmlosen Dummejungenstreich, sondern um einen handfesten Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Anderen Katzenhaltern in Bad Oldesloe empfiehlt sie aber, jetzt nicht in Panik zu verfallen und ihre Schützlinge aus Furcht vor möglichen Attacken einzusperren. Derartige Fälle habe es zwar schon bundesweit, aber noch nicht in Bad Oldesloe gegeben.

Polizei nimmt Ermittlungen auf

Unterdessen wurde die Anzeige, die Dunja Kneese noch in der Vorwoche bei der Oldesloer Polizeiwache gestellt hatte, an die zuständige Abteilung weitergeleitet. Wie die Pressestelle der Polizeidirektion Ratzeburg gestern mitteilte, kümmern sich jetzt auf Umwelt- und Tierschutz spezialisierte Kriminalisten um den Fall. „Das Nächste wird sein, dass geprüft wird, aus welcher Richtung die Einschüsse gekommen sein könnten. Sicherlich werden sich die Beamten auch an den Tierarzt wenden, um Genaueres über das Projektil zu erfahren“, sagte die Polizeisprecherin.

Dorothea von Dahlen