Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Tierheim Bad Oldesloe: So schützen sich Katz und Hund vor der Hitze
Lokales Stormarn Tierheim Bad Oldesloe: So schützen sich Katz und Hund vor der Hitze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:26 25.07.2019
„Kinka“, die neue Wachkatze des Oldesloer Tierheims, lässt es bei der Hitze gemütlich angehen. Quelle: Dorothea von Dahlem
Bad Oldesloe

Mittags, 32 Grad im Schatten: Die Beine weit von sich gestreckt, Bauch nach oben – so hat es sich „Kinka“ auf dem halbwegs kühlen Pflaster bequem gemacht. Die aufmerksame „Wachkatze“, die partout nicht vermittelt werden will und das Oldesloer Tierheim als ihr Zuhause ausgemacht hat, zeigt, wie es sich in der aktuellen Gluthitze am besten aushalten lässt. Doch hat freilich auch der Tierschutzverein Tipps für die Halter von Zwei- und Vierbeinern parat.

Tiere verhalten sich bei Hitze intuitiv richtig

„An ganz heißen Tagen belagert ,Kinka’ sogar den Schreibtisch im Büro und ist da auch nicht wegzubekommen, egal, ob wir etwas Wichtiges zu erledigen haben oder nicht“, erzählt Christina Wilkens, Leiterin der Oldesloer Auffangstation, lachend. Wie sie berichtet, verhalten sich eigentlich alle im Anna-Heitmann-Weg untergebrachten Tiere bei der drückenden Schwüle intuitiv richtig. Sie verlassen die meist stark aufgeheizten Außengehege und ziehen sich nach drinnen zurück, wo sie sich auf angenehm temperierten Fliesen ausstrecken können. Dort bleiben sie auch einfach liegen und bewegen sich nur, wenn es unbedingt nötig ist. Kaninchen und andere Kleinnager dagegen haben kaum eine Chance, sich selbst vor der Mörderhitze zu schützen. Für sie spannt aber die Crew des Tierheims Sonnensegel auf oder stellt Paravents vor die Käfige.

Ständig frisches Wasser ist wichtig

Sonderbehandlungen, wie das Verteilen von Eiswürfeln sind im Tierheim dagegen tabu. „Die meisten Tiere vertragen das extrem Kalte nicht. Sie bekommen dann Durchfall“, erklärt die Expertin. Auch wer seinem Hund jetzt ganze Eiskugeln zum Verzehr anbiete, tue ihm nichts Gutes. „Mal am Finger schlecken, das geht ja vielleicht noch. Aber der Zucker im Eis schadet den Zähnen. Karies und Wurzelentzündungen können für die Hunde dann ganz schön schmerzhaft sein“, sagt Wilkens. Viel wichtiger sei es dagegen, den Tieren ständig frisches Wasser anzubieten. Das erfrische ebenso gut und sei gesünder. Wer einen Garten besitze und seinem Vierbeiner eine Freude machen wolle, könne ihm aber ein Becken mit kühlem Nass füllen.

Saftiges Futter ist jetzt angesagt

Unter den gegenwärtigen Witterungsbedingungen wird im Tierheim auch die Ernährung ein wenig modifiziert. „Zurzeit geben wir den Katzen und Hunden nur noch Nassfutter, weil der Flüssigkeitsbedarf so schon recht groß ist und es sonst zu Verstopfungen kommen könnte. Und unsere Kaninchen bekommen noch mehr Gemüse als sonst – also Möhren, Gurke und schlichtweg alles, was saftig ist“, berichtet Wilkens, die nicht nur Tierheimleiterin, sondern auch stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins ist. Haltern von Kleintieren in Käfigen gibt sie noch den Rat, beim Dauerlüften in der Wohnung Vorsicht walten zu lassen. Wenn Kaninchen, Meerschweinchen und Co. zu lange der Zugluft ausgesetzt seien, bestehe die Gefahr, dass sich ihre Augen entzündeten.

Auto wird bei Hitze schnell zur Todesfalle

Der Tierschützerin tut es im Herzen weh, wenn Halter ihre Hunde bei der Hitze im Auto mitnehmen und sie dann während des Einkaufsbummels oder anderer Erledigungen einfach dort einsperren. Wie gnadenlos fahrlässig das ist, zeigt eine Hitzetabelle der Feuerwehr Jena. Demnach heizt sich ein geschlossenes Fahrzeug bereits bei einer Anfangstemperatur von 20 Grad innerhalb kurzer Zeit stark auf – nach 30 Minuten auf 36, nach 60 Minuten schon auf 46 Grad. Der Liste entsprechend wären Hunde bei den gegenwärtigen Bedingungen nach einstündigem Aufenthalt im Fahrzeug einer Temperatur von 50 bis 60 Grad ausgesetzt. Da Hunde, wie die Christina Wilkens ausführt, Hunde nicht in der Lage seien, großflächig über die Haut zu schwitzen und somit abzukühlen, verwandele sich das Auto für sie in eine gefährliche Todesfalle.

Empfindliche Pfoten verbrennen auf Asphalt

Sie warnt auch davor, trotz praller Sonne mit Hunden spazieren zu gehen, weil das ihren Kreislauf stark belaste. Vor allem aber könne ein Stadtbummel mit dem Vierbeiner fatale Folgen haben. „Der Asphalt heizt sich bei Hitze so stark auf, dass Brandblasen an den empfindlichen Pfoten entstehen“, warnt Christina Wilkens. „Uns Menschen ist das nicht bewusst, weil wir Schuhe tragen. Aber wer es einmal ausprobiert, bei diesem Wetter barfuß zu laufen, wird schnell merken, wie schmerzhaft das ist.“ Die Gassizeiten im Tierheim sind deshalb während der Hitze auf die frühen Morgenstunden und Abendstunden verlegt worden. Auch gibt das Team tagsüber keine Tiere zur Abholung frei. „Wir können es nicht verantworten, dass Katzen oder Hunde unter den Bedingungen in Boxen transportiert werden“, erklärt die Tierheimleiterin.

Und wie hält sich das Team in der Hitze selbst bei Laune? „Wir haben für solche Gelegenheiten immer Eis im Gefrierfach liegen. Und sonst versuchen wir, unsere Arbeit möglichst ohne Stress zu erledigen“, sagt Christina Wilkens.

Wie verschaffen sich Tiere Kühlung im Sommer?

Hunde und Katzen verfügen nicht wie Menschen über reichlich Schweißdrüsen. Sie können ihre Körpertemperatur lediglich über die Zunge herunterregeln. Sie tun dies, indem sie hecheln. Vögel im Übrigen auch. Denn auch sie sind unfähig, zu schwitzen.

Der Storchbildet im Kreise der Avia-Fauna eine Ausnahme. Er hat ein fürs menschliche Gefühl eher unappetitliches Kühlsystem entwickelt: Zum Schutz vor der Sonne beschmiert er seine Beine mit flüssigem Kot, unschwer daran zu erkennen, dass Störche in heißen Sommern oft mit weißen Beinen herumstaken. Der wasserhaltige Kot entzieht dem Körper beim Verdunsten Wärme.

Hasen und Kaninchen sind in gewisser Weise „arm dran“. Da die Evolution ihnen kaum Strategien zur Kühlung an die Hand gegeben hat, buddeln sich wild lebende Tiere fast komplett im Boden ein. Sie können lediglich über ihre Ohren einen Temperaturausgleich herstellen. Bei domestizierten Hasen oder Kaninchen sind stark gerötete Löffel ein Indiz für einen Hitzschlag. In diesem Fall sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Insekten hingegen haben reichlich Tricks entwickelt. Bienen etwa summen in ihrem Stock, was nichts anderes bedeutet, dass sie ihre Flügel stark vibrieren lassen und sich so Kühlung zufächeln. Ameisen errichten in ihren Bauten Kühltürmchen, über die heiße Luft verdampfen kann.

Dorothea von Dahlen

Zweistündiges Benefiz-Konzert zugunsten des Bella Donna-Hauses

25.07.2019

Das Stadtradeln bleibt in Stormarn eine Erfolgsgeschichte. Das Ergebnis aus dem Vorjahr wurde nun noch einmal getoppt. Vor allem Bad Oldesloe tat sich diesmal ganz groß hervor.

25.07.2019

In Büchsenschinken hat am Mittwochabend ein Mähdrescher gebrannt.

25.07.2019