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Stormarn Tödlicher Unfall: Zug überrollt Auto am Bahnübergang
Lokales Stormarn Tödlicher Unfall: Zug überrollt Auto am Bahnübergang
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16:00 26.11.2014
Der Wagen aus dem Kreis Stormarn wurde vom Zug erfasst. Die Fahrerin wurde tödlich verletzt. Rund 250 Passagiere wurden evakuiert. Quelle: jeb
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Rümpel/Bad Oldesloe

Bei einem Unfall am Bahnübergang Rümpel auf der Strecke Lübeck-Hamburg ist gestern Abend gegen 18.30 Uhr eine Autofahrerin getötet worden. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde ihr Wagen in dichtem Nebel von einem Regionalexpress auf dem Weg nach Hamburg erfasst.

Das Auto kam unter den Steuerwagen des Zuges und wurde mehrere hundert Meter Richtung Süden mitgeschleift. Die Reste des Fahrzeugs seien unter dem Zug verkeilt gewesen, sagte Bundespolizeisprecher Gerhard Stelke. Die Feuerwehr war mit schwerem Gerät an der Unglücksstelle, um den Wagen zu bergen.

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Mehr zum Thema: Auto von Bahn erfasst

Die Bahnstrecke wurde gesperrt. Den Fernverkehr leitet die Bahn über Büchen um. Die Bahn evakuierte den Zug mit 186 Passagieren, darunter sei auch ein Rollstuhlfahrer gewesen. Ein Großaufgebot an Rettungskräften brachte die Reisenden aus dem Zug in Kleinbusse und Taxen, damit sie weiterfahren konnten.

Die Bahnfahrer konnten erst nach Stunden den Zug verlassen. Nach Informationen eines Fotografen der dpa am Unfallort war der Zug mitten in einem Feld zum Stehen gekommen. Die Passagiere mussten zum Bahnübergang laufen, wo Busse und Taxis warteten. Ältere oder gehbehinderte Passagiere seien mit einer Draisine dorthin gefahren worden.

Unmittelbar nach dem Unfall ist offenbar ein Regionalexpress von Hamburg nach Lübeck in die Trümmer des Autos gefahren. Bahnpendler Michael Mosmann aus Lübeck berichtete kurz nach seiner Ankunft im Bahnhof der Hansestadt, dass es im Zug ein Krachen und splitternde Geräusche gegeben habe. Der Zug habe daraufhin eine Vollbremsung gemacht, sei aber nach zwei bis drei Minuten wieder weitergefahren. Ein Durchsage habe es nicht gegeben. 

Besonders prekär: Der Bahnübergang in Rümpel ist seit April 2013 nur provisorisch gesichert. Damals hatte ein Blitz in der Nähe des Schaltkastens eingeschlagen und hatte die Schrankenanlage lahmgelegt. Eine Batterie war explodiert. Seither hat ein Schrankenwärter den Übergang per Hand gesichert. Zunächst per Flatterband und Girlande, später hat er neue Halbschranken bedient. Ob der Fahrer oder die Fahrerin des Wagens die Absperrung bei dichtem Nebel nicht bemerkte oder es keine gab, sei unklar, sagte der Bundespolizeisprecher. Dies müssten die Ermittlungen ergeben.

Nach ersten Erkenntnissen war der Bahnmitarbeiter zum Unfallzeitpunkt vor Ort. Der Mann habe aber noch nicht befragt werden können, da er einen Schock erlitten habe.

Zunächst sollte die neue Schrankenanlage im Januar 2014 in Betrieb gehen, nun ist sie seit April installiert, aber noch nicht ferngesteuert und immer noch per Hand bedient - etwa 150 mal am Tag. Eine Reparatur war nach Angaben der Bahn nicht schneller möglich, weil ein Ersatzteil fehlte. Nun sollte die Anlage bis Dezember fertig sein und im Januar von der Bahn technisch abgenommen werden.

Die Bergungsarbeiten dauerten bis spät in die Nacht. Inzwischen ist die Bahnstrecke wieder freigegeben.

ja/jeb/dpa

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