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Stormarn Trittau will fahrradtauglich werden
Lokales Stormarn Trittau will fahrradtauglich werden
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12:03 23.01.2019
Klimamanagerin Berit Ostrander und Bürgermeister Oliver Mesch wollen Trittau fahrradtauglich machen. Quelle: Bettina Albrod
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Trittau

Trittau hat genau ein Dienstfahrrad. Aber das soll sich ändern: Die Gemeinde Trittau will das Thema Radfahren in den Fokus rücken. Mit einem Radwegekonzept, an dem die Bürger mitarbeiten können, soll der Ort beim Thema Mobilität fit für die Zukunft werden. „Radfahren wird immer beliebter“, erklärt Bürgermeister Oliver Mesch, „außerdem ist Radfahren ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Wir wollen eine Verkehrswende im Kleinen in Bewegung setzen.“

Dafür lädt die Verwaltung am Dienstag, 26. Februar, zu einem offenen Arbeitskreis Radverkehr ein, um zu sammeln, wie die Wünsche und Anforderungen an ein Radwegenetz aussehen. „Wir wollen ein nachhaltiges Konzept erstellen“, betont Mesch, „wenn sich in 20 Jahren die Mobilität geändert hat, soll Trittau nicht abgehängt werden.“ Es sei heute schon wichtig, nicht nur Trittau alleine zu betrachten, sondern auch das Amt Trittau und die Verbindung zu Hamburg. Denn viele Schüler radelten aus dem Umland zu den weiterführenden Schulen in Trittau.

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Poststraße soll breiter werden

„Radfahren ist ideal für den Ort“, so Mesch weiter, „es herrschen aber schwierige Bedingungen.“ Seit Langem ist die Poststraße im Zentrum ein Thema, da viele Bürger sich wegen des starken Verkehrs nicht trauen, dort Rad zu fahren. Deshalb sei langfristig vorgesehen, die Baulinie in der Poststraße, um drei Meter nach hinten zu verlegen, um Platz für einen Radweg zu schaffen. Bisher gebe es erst rund 200 Meter Radwege in Trittau. Grund sind die schmalen Straßen, hier müsse beispielsweise über Alternativrouten als Fahrradstraßen nachgedacht werden.

Federführend kümmert sich Trittaus Klimamanagerin Berit Ostrander um das Thema Radfahren. „Wir haben damit begonnen, einen Teil des Mobilitätskonzepts umzusetzen“, erklärt Berit Ostrander. So wurden bereits Unterstände für Fahrräder im Ort aufgestellt, an denen sich auch Aufpumpstationen befinden. Im März soll an der Haltestelle Vorburgplatz eine erste Ladesäule für E-Bikes errichtet werden, die auch Schließfächer für die wertvollen Akkus haben wird. Schließlich hat Trittau beim Stadtradeln mitgemacht und in der Kategorie der Orte unter 10.000 Einwohner den zweiten Platz in Schleswig-Holstein belegt. „Wir müssen die Radwege verbessern“, erklärt die Klimanagerin, „wir wollen Radfahrer unterstützen.“

Wie sieht gutes Radfahrklima aus?

Wo sind Problemstellen in Trittau? Was braucht man für ein angenehmes Radfahrklima? Das sind Fragen, mit denen sich der Arbeitskreis beschäftigen wird. Auch Interessengruppen wie der ADFC, die Schülerverwaltungen, der Seniorenbeirat oder der Sportverein sollen eingeladen werden, ihre Bedürfnisse einzubringen. Nachgedacht werden müsse über verschiedene Möglichkeiten wie Radwege neben oder auf der Straße oder reine Fahrradstraßen parallel zu den Hauptstrecken. „Wir müssen neue Mobilitätsformen im Blick haben“, sagt Berit Ostrander.

Im Frühjahr soll der Auftrag an ein Planungsbüro ausgeschrieben werden, um ein Radwegekonzept für Trittau zu erstellen. Dafür gibt es eine Kommunalrichtlinie, die beispielsweise Abstellanlagen für Fahrräder oder Ladesäulen fördert. „Radfahren muss sicher, bequem und schnell sein“, bringt es Mesch auf den Punkt. Außerdem müsse es für alle Verkehrsteilnehmer verträglich sein. Dabei solle auch die Entwicklung beim E-Bike berücksichtigt und eine entsprechende Ladesäuleninfrastruktur aufgebaut werden. Auch das Thema Transportanhänger werde zukünftig eine Rolle spielen. Berit Ostrander ist zudem im Gespräch mit den Betreibern der Lebensmittelmärkte im Ort, damit auch sie mit Fahrradparkplätzen zu dem neuen Konzept beitragen. Ziel ist es, so der Bürgermeister, die Radinfrastruktur auszubauen und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dann werde es auch mehr Dienstfahrräder geben – seit Anfang des Jahres sei das rechtlich erlaubt.

Treffen des Arbeitskreises

Am Dienstag, 26. Februar, trifft sich in der Trittauer Verwaltung von 19 bis 21 Uhr erstmals der offene Arbeitskreis Radverkehr. Alle Bürger sind eingeladen, ihre Vorstellungen zu einem Radwegkonzept einzubringen

Am 31. Januar tagt um 19.30 Uhr der Planungsausschuss Trittau, um über die Eingabe der Elterninitiative für einen sicheren Radweg am Ziegelbergweg zu entscheiden.

Bettina Albrod