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Stormarn SPD in Trittau stellt sich neu auf
Lokales Stormarn SPD in Trittau stellt sich neu auf
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12:03 04.06.2019
Simone von Pein ist Vorsitzende der Trittauer SPD. Quelle: Bettina Albrod
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Trittau

Die SPD in Trittau stellt sich neu auf: Nachdem in der Vergangenheit mehrere altgediente Mitglieder die Fraktion im Streit verlassen hatten, soll unter der neuen Vorsitzenden Simone von Pein, die im Mai in ihr Amt gewählt wurde, der Blick nach vorne gerichtet werden. In der kommenden Woche soll nach einer Klausur-Tagung das neue Team vorgestellt werden.

Sechs Mitglieder sind im Streit gegangen

Seit einiger Zeit kriselt es in der Trittauer SPD. Nachdem 2015 schon einmal der gesamte Vorstand zurückgetreten war, gab Ute Welter-Agatz nach mehr als 20 Jahren in der Partei im Sommer 2018 nach internen Unstimmigkeiten ihr Parteibuch zurück. Wenig später legten auch der Fraktionsvorsitzende Christian Winter, Ausschussmitglied Swen Faustmann und das bürgerliche Mitglied Bernd Marzi ihre Mandate nieder. Auch Claudia Ludwig hatte sich von der Fraktion getrennt, um als fraktionsloses Mitglied in der Gemeindevertretung zu sitzen, nachdem sie den Kompromiss ihrer Partei zu den Straßenausbaubeiträgen nicht mittragen wollte. Schließlich hatte Beat Sanne im Mai sein Amt als Fraktionsvorsitzender der SPD-Trittau abgegeben, das er erst im Oktober 2018 übernommen hatte, und ist aus der Partei ausgetreten.

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Simone von Pein (31), die erst seit Kurzem in Trittau lebt, hat als neue Vorsitzende der Trittauer SPD eine schwierige Situation vorgefunden. „Ich habe viele Gespräche geführt, eine Mediation angeboten und versucht, die Situation zu entspannen“, erklärt Simone von Pein. Problem sei gewesen, dass ein Konflikt zwischen zwei Personen die ganze Fraktion geteilt habe. Einige hätten das Gefühl gehabt, sich auf eine Seite stellen zu müssen. „Dabei ging es nicht um inhaltliche Differenzen“, betont Simone von Pein, eine Zusammenarbeit sei aber dadurch schwer gewesen. Angesichts der Alternative, dass der Ortsverein sich auflöst, habe sie sich dafür eingesetzt, die Arbeit in Trittau fortzuführen.

Wille zur Erneuerung

„Ich habe gemerkt, dass es Aktive gibt, die sich wegen der Konflikte zurückgehalten haben.“ Sie bedauere, dass die SPD Leute aus der Fraktion verloren habe, und hoffe, einige zurückzugewinnen. Der Wille zur Erneuerung sei da. „Nächste Woche gehen wir in Klausur, um eine Neuaufstellung vorzunehmen und die Ressorts zu verteilen“, sagt Simone von Pein weiter. Dabei stehe im Vordergrund, die Ressorts nach Kompetenz und persönlicher Stärke zu verteilen. Als die fünf Fraktionsmitglieder seien Peter Lange, Rowena Alber, Philipp Billep, Roland Wingenfelder und Claudia Faustmann vorgesehen. „Wir wollen den Ort nach vorne bringen“, kündigt die SPD-Politikerin an.

Simone von Pein

Simone von Pein ist 31 Jahre alt und mit Tobias von Pein verheiratet, Landtagsabgeordneter der SPD in Stormarn-Mitte. Von Peins haben zwei kleine Kinder und sind vor kurzem nach Trittau gezogen. Simone von Pein hat vor der Elternzeit in Hamburg in der Theaterleitung einer Hamburger Bühne gearbeitet.

Dafür will sich die Trittauer SPD auf bestimmte Themen spezialisieren. „Wir setzen uns in Trittau für die Belange junger Familien ein“, erklärt Simone von Pein. Demnächst werde ein Antrag eingebracht, um die Ferienbetreuung in Trittau zu regeln, die für viele Eltern nicht ausreichend sei. Die frühkindliche Bildung solle verbessert werden, der Bau einer neuen Kita vorangetrieben und die Kulturentwicklung im Ort neben den Veranstaltungen der Wassermühle unter dem Stichwort Vernetzung von Alteingesessenen und Neubürgern intensiviert werden. Deshalb sollen die Ostereiersuche oder das Straßenfest „Ziegelbergweg rockt“ weiter angeboten werden.

Ein Insektenhotel bietet eine sichere Überwinterungsmöglichkeit und ideale Nistbedingungen fürs ganze Jahr. Quelle: OABILD

„Außerdem wollen wir den Umweltschutz zum Thema machen“, hebt Simone von Pein hervor. Dafür müsse die Öffentlichkeitsarbeit der SPD besser werden. „Die Grünen sind hip“, sagt sie, hier müsse die SPD nachbessern. Klimafreundliche Mobilität, die Beruhigung der Poststraße etwa als Einbahnstraße, ein radfahrfreundlicher Ort, Insektenhotels oder Müllkonzepte für die neuen Supermärkte seien ihre Themen. Dadurch, dass Eva Busching als stellvertretende Vorsitzende in die Trittauer SPD eingetreten sei, seien alle Generationen abgedeckt. „Die neue Gruppe hat mit den alten Problemen nichts zu tun. Es gibt genug zu tun in Trittau“, ist Simone von Pein überzeugt.

Bettina Albrod