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Stormarn Überraschung beim Filmen: Jungbullen baden in der Trave
Lokales Stormarn Überraschung beim Filmen: Jungbullen baden in der Trave
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20:38 23.07.2014
„Als wir um eine Biegung kamen“, berichtet Regisseur Udo Reichle-Röber, „trieben wir auf eine Gruppe badender Jungbullen zu.“ Wirklich gefährlich sei das nicht gewesen. „Die waren ganz friedlich.“ Seine Frau hielt die Szene im Foto fest. Quelle: Fotos: Sabine Reichle/Julia Lück (hfr)/ukk
Barnitz

Sie paddelten um eine Biegung — und plötzlich trieben sie auf Jungbullen mitten in der Trave zu. Geistesgegenwärtig drückte Sabine Reichle auf den Auslöser ihres Fotoapparates. Eines von vielen Abenteuern bei den Dreharbeiten zum Film „Trave-Kids auf Flusssafari“. Das von der Nabu-Ortsgruppe Reinfeld-Stormarn entwickelte Projekt hat im vergangenen Jahr den mit 36 000 Euro dotierten Deutschen Naturschutzpreis bekommen. Aber am Ziel, einen Film über den friedlichen kleinen Fluss mitten in Stormarn zu zeigen, sind die Macher noch lange nicht.

„Wir haben vielleicht ein Drittel des Materials zusammen“, sagt Naturschützerin Reichle. Wenn sie während der Freizeit mit Ehemann Udo Reichle-Röber nicht gerade die Travekids am und auf dem Fluss filmt, sitzt sie daheim in Klein Barnitz am Computer und sichtet das Bildmaterial dieser Zeitreise vom Ursprung der Trave in Gießelrade bei Ahrensbök bis zur Ostseemündung. Den Kindern, den Travekids und später deren Zuschauern, wollen die Biologin und der Sozialtherapeut im Stil von Fernsehserien wie „Löwenzahn“ oder „Willi will‘s wissen“ in filmischen Episoden jugendgerechte Information über Natur und Geschichte sowie die Bedeutung der Trave als Lebensraum vermitteln.

Auslöser für die Handlung ist eine Flaschenpost, die von den Travekids aus dem Wasser gezogen wird. Ihr Inhalt ist ein USB-Stick aus grauer Vergangenheit. Der führt sie zu Cäpt‘n Dröhnbüddel, alias Wald- und Naturfreund Burghard Beese aus Reinfeld. Der stellt immer Behauptungen auf, deren Wahrheitsgehalt die Kinder dann überprüfen müssen.

Sie finden gefällte Bäume und fragten erst gestern in der Strommeisterei bei Hamberge nach, was es damit auf sich habe. Tim, der einen Film im Film dreht und selber am Computer die Sequenzen zusammenschneidet, fällt einmal in die Trave und trifft dort auf einen Taucher, mit dem er die Unterwasserwelt mit ihren Kleinlebewesen ergründet. Die Kinder finden Klopapier und gehen ins Klärwerk.

„Wer hat denn schon mal ergründet, wie es in einem Klärbecken aussieht?“, fragt Filmer Reichle-Röber. Und demnächst wollen sie mit der „Lisa von Lübeck“, dem Nachbau einer Kraweel, die Trave in Richtung Travemünde erkunden.

So gewinnt das Projekt allmählich Konturen. Unterstützt wird es von Eltern der Travekids und von Fachleuten wie dem Filmemacher und Vater Jürgen Stresius sowie dem Historiker Dr. Carsten Walczok, so dass Inhalte und Bildqualität Niveau haben. Walczok spielt den Time Traveller, den Zeitreisenden, von der Grünen Brücke im Brenner Moor den Fluss hinunter bis nach Travemünde. Stresius setzt sein professionelles Equipment und handwerkliche Erfahrung ein. Möglicherweise wird Regisseur Reichle-Röber das fertige Werk am Ende dem Fernsehen anbieten. Wobei er einräumt, dass „man ja nie weiß, ob wir deren Ansprüchen genügen können“.

Das Wichtigste haben die Macher allerdings schon erreicht. Sie geben den Kindern und Jugendlichen durch das Einbinden in Planung und Realisierung des Filmprojektes die Möglichkeit, in andere Rollen zu schlüpfen und andere Perspektiven kennenzulernen. „Sie lernen die Inhalte spielerisch“, hatte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Professorin Beate Jessel, bei der Preisvergabe formuliert. Allerdings weiß Filmerin Reichle zu berichten, dass die jungen Darsteller bereits feststellten: „Filmen ist Arbeit. Am Set ist es anstrengend.“ Schließlich müssten sie „den Zuschauer eine Stunde lang bei der Stange halten“.

Glück gehabt
Der Naturschutzbund in Reinfeld und Stormarn hatte die Idee zu diesem Filmprojekt gerade zur rechten Zeit. Ein Jahr später wäre es dafür zu spät gewesen. Denn 2014 werde der Preis nicht ausgeschrieben, weil der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin als Sponsor nach drei Jahren der finanziellen Unterstützung ausgestiegen ist, heißt es vom Bundesamt für Naturschutz. Erst wenn ein neuer Unterstützer gefunden sei, werde der Preis wieder ausgeschrieben. Er soll das Naturbewusstsein und bürgerschaftliche Engagement im Naturschutz stärken.

Uwe Krog

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