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Stormarn Unbekannter setzt Hähne im Wald aus
Lokales Stormarn Unbekannter setzt Hähne im Wald aus
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16:25 15.01.2019
Christiane Krieg hat „Sandmann“ gerettet - der Hahn wurde im Wald ausgesetzt. Quelle: Bettina Albrod
Großhansdorf

Zum dritten Mal in zwei Jahren hat ein Unbekannter mehrere junge Hähne im Beimoorwald in Großhansdorf ausgesetzt. Christiane Krieg konnte am Wochenende zwei der fünf Tiere einfangen und retten. Zwei weitere hat das Tierheim aufgenommen, der fünfte Hahn wurde nicht mehr gesehen. „Ich fürchte, dass er gerissen worden ist“, vermutet Christiane Krieg. Greifvögel, Nässe, Kälte, Marderhunde und Füchse seien für die Zuchtvögel eine große Gefahr. Das sei schon in den Vorjahren so gewesen. „Wer macht so etwas? Die Tiere sind für das Überleben draußen nicht geeignet.“

Die Großhansdorferin arbeitet als Tierkommunikatorin und hat immer mal im Tierheim Großhansdorf ausgeholfen. „Am Freitag bekam ich einen Anruf vom Tierheim“, erzählt sie, „die Polizei hatte fünf ausgesetzte Hähne gemeldet. Im Tierheim wollten sie wissen, ob ich beim Spazierengehen im Beimoorwald etwas gesehen hätte.“ Als sie am nächsten Tag hörte, dass zwei Hähne ins Tierheim gebracht worden waren, ging Christiane Krieg in den Wald. „Dort saßen am Waldparkplatz drei Hähnchen am Aussetzort in einer Tanne und warteten.“ Zusammen mit ihrem Mann und einer Spaziergängerin konnte sie mit Hilfe eines Keschers einen weiteren Hahn einfangen und ins Tierheim bringen, die anderen flüchteten. „Nachmittags sind wir wieder hin, da saßen die anderen zwei wieder in der Tanne.“ Kurz vor dem Dunkelwerden konnten sie ein zweites Hähnchen einfangen und tauften es wegen der Tageszeit „Sandmann“. „Den haben wir mit nach Hause genommen.“ Nummer fünf ist verschwunden.

Schon drei Mal wurden Hähne ausgesetzt

„Ich kenne das schon“, sagt die Tierfreundin, „vor zwei Jahren saß dort ein weißes Huhn im Gebüsch, das ich mit einer Decke eingefangen habe. Es war ganz zutraulich und stellte sich als Seidenhuhn heraus.“ „Rosi“ konnte damals an eine Dame vermittelt werden, die sich frische Eier wünschte, und als sich heraus stellte, dass Rosi ein Hahn war, hatte die Dame das Tier schon ins Herz geschlossen. „In der Nähe haben wir Federn gefunden, da war ein anderer Hahn offenbar gerissen worden.“ Vor einem Jahr saßen zwei bunte Hähne auf dem Waldparkplatz. „Der eine war lockig und sah aus wie ein Staubwedel.“ Er wurde eingefangen und an einen neuen Besitzer vermittelt, von dem zweiten blieb nur ein Haufen Federn.

Auf einem Parkplatz im Beimoorwald wurden fünf junge Hähne ausgesetzt. Quelle: Bettina Albrod

Christiane Krieg fragte beim örtlichen Geflügelzuchtverein nach, aber aus deren Reihen stammen die Tiere nicht. Sie seien nicht beringt und außerdem Mischlinge, erfuhr die Tierretterin. Sie vermutet einen privaten Züchter als Übeltäter. „Das eine war ein Seidenhuhn, die anderen vielleicht Brahma oder Lockenhähne.“ Alle Tiere seien noch jung. „Wenn jemand keine Hähne haben möchte, soll er die Eier nicht ausbrüten lassen“, findet sie. „So ist es ein elendes Ende für die Hähne.“ Ihren „Sandmann“ wollen Kriegs behalten, wenn er die Nachbarn nicht stört. „Ich habe mit ihm geredet, dass er nicht so früh krähen soll“, erklärt die Tierkommunikatorin. Das große Hühnerhaus ist zudem gut isoliert. Denn demnächst bekommt „Sandmann“ vier Hühner als Gesellschaft.

Aktiv im Verein „Rettet das Huhn“

Denn die Großhansdorfer sind auch Abnehmer beim Verein „Rettet das Huhn“. „Nach eineinhalb Jahre werden Hühner aus Legebatterien aussortiert, die nicht mehr so gut legen“, erklärt Christiane Krieg. Ihnen droht die Schlachtung, doch der Verein „Rettet das Huhn“ vermittelt ausgediente Legehennen an ein neues Zuhause mit Gnadenbrot. Kriegs haben vier Hühner aufgenommen, die Übergabe erfolgt Ende Januar. „Ein Huhn wird acht bis zwölf Jahre alt, eine Legehenne etwa fünf Jahre alt. Solange soll es ihnen noch gut gehen.“ Sie und ihr Mann setzen sich für die Rechte von Tieren ein, päppeln im Winter Igel groß, kümmern sich um verletzte Tiere und haben gerade eine Gans mit gebrochenem Flügel gesund gepflegt. Über den Unbekannten, der die Hähnchen aussetzt, ist Christiane Krieg entsetzt. „Die Tiere haben Angst, und ihnen droht ein schlimmes Ende, so was ist verwerflich, dem muss man Einhalt gebieten. Davon soll die Öffentlichkeit erfahren.“

Das Tierheim

Das Tierheim Großhansdorf hat die ausgesetzten Hähne aufgenommen und sucht nun neue Besitzer. Es liegt im Waldreiterweg 101 in Großhansdorf, Telefon 04102 / 6 41 11, E-Mail webmaster@tierheim-grosshansdorf.de

Strafbar macht sich der Unbekannte allerdings wohl nicht, so Polizeisprecherin Sandra Kilian von der Polizeidirektion Ratzeburg. „Seit knapp drei Jahren werden dort ausschließlich Hähne ausgesetzt“, bestätigt sie. „Das Tierheim in Großhansdorf hat sie aufgenommen, aber wir ermitteln bisher nicht.“ Es sei offen, ob das Tierschutzgesetz verletzt werde, da Hühner grundsätzlich für die Freilandhaltung geeignet seien. Christiane Krieg sieht das Verhalten auf jeden Fall als verantwortungslos an. „Das sind Zuchthähne, die an die freie Natur nicht gewöhnt sind.“ Das Tierheim Großhansdorf sucht nun neue Besitzer für die ausgesetzten Hähnchen.

Bettina Albrod

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