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Stormarn Unfallprozess wird eingestellt
Lokales Stormarn Unfallprozess wird eingestellt
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20:25 15.08.2019
Das Ahrensburger Amtsgericht Quelle: Bettina Albrod
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Ahrensburg

Das Verfahren am Ahrensburger Amtsgericht um einen Unfall bei Siek mit einer Toten und drei Schwerverletzten ist am Mittwoch eingestellt worden. Es lasse sich nicht eindeutig feststellen, ob eine Schuld des Angeklagten vorliege, die über die Tatsache hinaus gehe, dass er der für den Unfall verantwortliche Fahrzeugführer gewesen sei, erklärte die Richterin.

Fahrzeug geriet in Brand

Der Angeklagte war am zweiten Weihnachtstag 2016 mit seinem Fahrzeug in Siek in den Gegenverkehr gefahren und dort mit einem anderen Auto zusammen geprallt. Sein Wagen fing Feuer. Während der Angeklagte gerettet werden konnte, verbrannte seine Beifahrerin in dem BMW. Zwei weitere Unfallbeteiligte erlitten schwere Verletzungen, auch der Angeklagte trug Knochenbrüche und schwere Brandverletzungen davon. Er selber gab an, sich an den Unfall nicht erinnern zu können.

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Am ersten Prozesstag hatten mehrere Zeugen ausgesagt, dass der Angeklagte vorher nicht durch seine Fahrweise aufgefallen sei, außer dass er kurz in den Randstreifen geraten sei. Weder ungewöhnliche Witterung noch Alkohol oder Drogen konnten als Unfallursache nachgewiesen werden. Am Mittwoch wurden zwei weitere Zeugen gehört, die jedoch keine weiteren Angaben zu dem Unfallgeschehen machen konnten, außer, dass der Angeklagte kurz Schlangenlinien gefahren sei.

Keine erkennbare Fahrlässigkeit

„Der Sachverständige hat gesagt, dass überhöhtes Tempo nicht die Unfallursache war“, erklärte die Richterin. Es gebe keinen Anhaltspunkt für falsches Fahren, und die Schlangenlinien hätten nur die letzten beiden Zeugen beobachtet. „Der Wind kam von hinten und kann das Ausscheren nicht verursacht haben.“ Der Angeklagte sei zwar der verantwortliche Fahrzeugführer, habe aber keine Vorstrafen und keine erkennbare Fahrlässigkeit begangen. Zudem habe der Unfall schreckliche Folgen auch für den Angeklagten, dessen Hautoberfläche zu 30 Prozent verbrannt ist. „Das sind schwere Sanktionen, was soll man da noch draufpacken?“ Die Kosten für das Verfahren trägt die Landeskasse, seine persönlichen Kosten der Angeklagte.

Von Bettina Albrod