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Stormarn Rehhorster erobert mit altem BMW den Balkan
Lokales Stormarn Rehhorster erobert mit altem BMW den Balkan
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07:00 14.09.2019
Andre Woyand aus Rehhorst hat an einer ungewöhnlichen Rallye teilgenommen: Er ist einmal quer durch Südosteuropa gefahren. Kein Navi, keine Autobahn waren die Vorgaben. Quelle: Britta Matzen
Rehhorst

Balkan Express heißt die Abenteuer-Rallye quer durch Südosteuropa, von der Andre Woyand aus Rehhorst gerade zurückgekehrt ist. Der Name war Programm: 13 Tage, 4000 Kilometer, 14 Länder. All das ohne Navi und ohne Autobahn. Die Strapazen stehen Andre Woyand noch im Gesicht geschrieben. „Das war viel anstrengender als 2018 meine erste Tour beim Baltic Sea Circle, bei der es durch alle Ostseeländer ging. Die Strecken waren im Balkan weitaus anspruchsvoller“, so der 53-Jährige.

Einmal quer durch Südosteuropa: Andre Woyand aus Rehhorst hat mit seinem 22 Jahre alten BMW an der Balkan-Express-Rallye teilgenommen. Hier die Highlights von der Tour in Bildern.

Von Rehhorst fuhr der Stormarner mit seinem 22 Jahre alten Youngtimer zunächst nach Dresden, von wo aus 140 Tour-Teams Richtung Tschechien starteten. Andre Woyand hatte keinen Kollegen im Auto, mit dem er sich am Steuer abwechseln konnte. „Ich kam aber gut klar. Ein Team aus Ahrensburg war dabei, das ich schon von der Ostsee-Tour kannte. Wir sind den ersten Teil der Strecke zusammen gefahren. Die Ahrensburger haben allerdings in Bulgarien einen Abstecher zum Schwarzen Meer gemacht.“ Da trennten sich ihre Wege.

Nur 5,4 Liter Diesel im Schnitt

Erste Etappe Tschechien, danach Budapest, weiter nach Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Endspurt nach Salzburg. „Ganze 4250 Kilometer hatte ich auf der Uhr, plus An- und Abfahrt kam ich auf weit mehr als 6000 Kilometer“, hat Woyand ausgerechnet. Sein BMW 525 Tds hat super durchgehalten. 354 000 Kilometer hat er jetzt auf dem Tacho. „Bei zwei Bremsleuchten waren die Glühbirnen durch, aber die haben mit Sicherheit Altersschwäche gehabt. Das Auto ist morgens immer gestartet und hat jeden Tag tadellos durchgehalten. Ich glaube, der fährt noch um die ganze Welt.“ Und wunderlicherweise habe dieser alte BMW im Schnitt nur 5,4 Liter verbraucht. Woyand: „Diesel ist und bleibt für mich das umweltfreundlichste Auto überhaupt.“

Die Herausforderungen für Fahrer und Gefährt waren nicht ohne: endlos lange Schotterpisten, schlechte Wege, Serpentinen-Kurven. „In Rumänien hatten wir eine extrem schmale Serpentinenstrecke, die ging hoch bis auf 2200 Meter. Über 90 Kilometer zog sich diese Route. Da musste man ganz schön kämpfen.“ Einmal nicht aufgepasst – Schwupps – wäre es abwärts gegangen. Hunderte Meter runter in die Schlucht. Aber Woyand ist Kraftfahrer von Beruf, er hat die Nerven behalten und sich und seinen BMW heil durchs Gebirge und die engsten Nadelöhrkurven geschaukelt.

Rumänien war am besten

„Das Land, was mir am besten gefallen hat, war Rumänien. In den Städten war viel Prunk, es wirkte es sehr europäisch. Dort wird auch viel investiert. Aber sobald man aus der Stadt rausfährt, ist es einfach und ursprünglich. Diesen Wechsel fand ich unheimlich interessant.“ Von den Einheimischen war der Rehhorster schwer begeistert. „Die Leute sind unwahrscheinlich freundlich und so herrlich gelassen. Auch das Essen war oberlecker.“

In Albanien fiel dem Rehhorster die Liebe zu einer deutschen Automarke besonders auf. „Mercedes ist dort das Ein und Alles. Die sind alle picobello blank geputzt und gewienert.“ Die Teams hätten entsprechend die Aufgabe bekommen, einen albanischen Mercedesfahrer zu finden, dessen Fahrzeug sie waschen durften. Für Woyand kein Problem.

So ein Abenteuer durch den Balkon schweißt die Teams zusammen. „Der Zusammenhalt unter den Leuten war unwahrscheinlich. Wir hatten in unserer Gruppe vier junge Leute aus Bayern, die hatten sich einen uralten Golf zusammengebastelt. Die waren so fit mit der Schrauberei, die haben immer geholfen, wenn einer von uns Probleme mit seinem Fahrzeug hatte.“ Unter Umständen seien sie sogar 30, 40 Kilometer zurückgefahren, um Tourkollegen zu helfen. Einmal nach einem Meeting aller Ralleyteilnehmer litten einige in Woyands Team unter Brechdurchfall. „Das Trinkwasser aus einem Fluss war wohl nicht in Ordnung.“ Kurzerhand wurden Fahrer getauscht, damit kein Auto und Teilnehmer hinter den anderen auf der Strecke blieb.

Bier als Souvenir

Eigentlich wollte der Rehhorster auf seinem Roadtrip eine Brauerei besichtigen, aber das klappte nicht, weil kein Brauhaus auf der Route lag. Dafür hat Woyand einen großen Biervorrat aus allen bereisten Ländern mitgebracht – inklusive XL-Flaschen in 2,5 Liter-Größe. Auch Kaffee, Paprikagewürz, Olivenöl und Honig zählen zu seinen Mitbringseln.

Bestandteil der Rallye ist das auch Spendensammeln für einen guten Zweck. Andre Woyand hat unter anderem für die Hamburger Arche gesammelt. Vor einem Teilnehmer zieht der Stormarner besonders den Hut: „Toni aus Nordfriesland. Der ist die ganze Tour mit einem Vespa-Roller abgefahren. Mit den Spenden, die er dabei sammelte, macht er eine tolle Aktion für Kinder. Er chartert einen Bus und fährt mit Lütten, die sich sonst nicht so viel leisten können, in den Hansa-Park.“

Von Britta Matzen

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