Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Urania-Medaille für die Nehbergs
Lokales Stormarn Urania-Medaille für die Nehbergs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 28.03.2015
Rüdiger Nehberg in seinem Arbeitszimmer im Dachgeschoss seines Hauses in Rausdorf. Quelle: Bettina Albrod
Rausdorf

Der Abenteurer und Menschenrechtler Rüdiger Nehberg ist zusammen mit seiner Frau Annette in diesem Jahr der Träger der Urania-Medaille 2015.

Damit steht er in einer Reihe mit Richard von Weizsäcker, Daniel Barenboim, Kurt Masur oder Hans-Dietrich Genscher, die zu den Preisträgern der Vorjahre gehören. Geehrt werde „das beispiellose Engagement von Annette und Rüdiger Nehberg für Menschenrechte gerade besonders Schwacher dieser Erde: der Einsatz für das Überleben der Yanomami- und Waipapi-Indianer in Nordbrasilien und der Kampf für ein Ende der weiblichen Genitalverstümmelung insbesondere in Afrika", heißt es auf der Website der Urania in Berlin.

Nehberg, der mit seiner Frau in Rausdorf zu Hause ist und den Spitznamen „Sir Vival“ trägt, begann sein Leben als Konditor und entdeckte parallel dazu das Thema Survival. Er überquerte auf einem Baumstamm den Atlantik, wanderte durch Deutschland und ernährte sich von den Dingen am Wegesrand, stellte sich immer neuen abenteuerlichen Herausforderungen, bis er auf das Leid der Indianer in Brasilien aufmerksam wurde. Fortan hatten seine Unternehmungen einen Zweck.

In seiner Biografie beschreibt Rüdiger Nehberg den Wendepunkt: „Es war die 18 Jahre währende Begegnung mit den Yanomami-Indianern, die mein Reise- und Konditor-Leben umkrempelte. Weg von den Torten, hin zu den Torturen.“ Mit seinen Aktionen machte Nehberg auf die Bedrohung des Indianerstammes aufmerksam, bis 2000 ein Friedensabkommen geschlossen war.

Neues Thema wurde für Nehberg der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Er gründete die Organisation „Target“ mit Sitz in Trittau und konnte die Unterstützung hoher geistlicher Würdenträger des Islam gewinnen, die diese Beschneidung zu einem Verbrechen erklärten.

Um diese Botschaft zu verbreiten, entstand das „Goldene Buch“, eine Predigtvorlage für Imame, das in Ländern Afrikas verteilt wurde. Erster Erfolg: Das Nomadenvolk der Afar in Athiopien hat den barbarischen Brauch mittlerweile per Stammesgesetz verboten.

Urania, ein Verein mit Sitz in Berlin, wurde 1888 mit dem Ziel gegründet, wissenschaftliche Erkenntnisse einem Laienpublikum weiterzugeben. Den Anstoß dazu hatte Alexander von Humboldt gegeben, der naturwissenschaftliche Vorträge für alle anbot. Wilhelm Foerster, Wilhelm Meyer und Werner von Siemens begründeten 1888 die Einrichtung, die gleichzeitig als wissenschaftliches Theater, öffentliche Sternwarte und physikalisches Kabinett den Begriff „Urania“ prägte.

Die Urania-Medaille wird seit 1988 an solche Persönlichkeiten verliehen, die sich über ihre international herausragende fachliche Leistung hinaus um die Vermittlung von Bildung und Aufklärung an eine breite Öffentlichkeit besonders verdient gemacht haben. Annette und Rüdiger Nehberg werden ihre Projekte im Rahmen der Preisverleihung vorstellen.

Zur Preisverleihung am 21. April in Berlin wird als Gastredner der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler erwartet. Das freut die Nehbergs. „Dass sogar der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler uns seine Zeit für die Laudatio schenkt, erhöht den Wert der Würdigung in herausragender Weise”, sagt er.

• Weitere Informationen gibt es unter www.target-nehberg.de im Internet.

„Teufelswerk“
In einer Fatwa des islamischen Rechtsgelehrten Yusuf al-Qaradawi wird die genitale Verstümmelung von Mädchen als „Teufelswerk“ bezeichnet und unter allen Umständen verboten, da sie gegen die Ethik des Islam gerichtet sei. Ein Erfolg, der auf Nehbergs Betreiben und Engagement zurückgeht. Er sieht die Auszeichnung der Urania besonders deshalb als „eine ermutigende Bestätigung der Wirksamkeit unserer Arbeit“.

Bettina Albrod

Seit einigen Tagen können sich die Reinfelder wieder an der Blütenpracht im Neuhöfer Park erfreuen. Krokusse und andere Frühjahrsblumen bringen Farbe in die aus dem Winter erwachte Natur.

28.03.2015

Niederdeutsche Bühne spielt in Ahrensburg das Stück „Nee, sünd wi glücklich“.

28.03.2015

In der Nacht zu heute wurden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Vor allem Kinder haben damit Probleme.

28.03.2015