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Stormarn Randale auf dem Weg zur Disco
Lokales Stormarn Randale auf dem Weg zur Disco
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13:29 06.06.2019
Die Baustellenampel in der Großenseer Straße wurde schon häufig zerstört. Quelle: Bettina Albrod
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Trittau

Der gemeine Jugendliche steigt offenbar aus dem Bus und tritt auf dem Weg zur Disco in Trittau gegen alles, was am Wegesrand steht. Diesen Zusammenhang legt zumindest ein regelmäßiges Zerstörungsmuster an den Tag, das wie berichtet vor allem die Baustelle in der Großenseer Straße betrifft. „Es ist auffällig, dass bei der Baustelle in letzter Zeit massiv Schilder weggenommen, Bauzäune umgekippt und Ampeln beschädigt werden“, erklärt Bodo Lork vom zuständigen Ordnungsamt. Auch Aufkleber und Schmierereien seien zu beobachten.

Jugendliche randalieren

Das war ein Grund für die Trittauer Grünen, am Mittwoch zu einer Diskussion über das Thema Vandalismus einzuladen. Aber entweder war es zu heiß, oder das Thema interessierte keinen, jedenfalls blieben die Gastgeber unter sich. So diskutierten sie das Thema eben alleine. „Auf das Thema sind wir gekommen, weil in der Einwohnerfragestunde mehrmals danach gefragt wurde“, erklärt Sabine Paap. Freitags und sonnabends randalierten Jugendliche, die schon vorgeglüht hätten, auf dem Weg zur Disco. „Wenn sie dort nicht reingelassen werden, gehen sie den Weg wieder zurück und treten nochmal.“

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Der Ortsverband der Grünen diskutierte über das Thema Vandalismus in Trittau. Quelle: Bettina Albrod

„Dabei gibt es Unterschiede in der Qualität“, hat Detlef Ziemann beobachtet. Einen umgestoßenen Bauzaun könne man wieder hinstellen. „Aber wenn junge Bäume rausgerissen oder abgeknickt werden, ist das Sachbeschädigung.“ Es sei auch vorgekommen, dass besonders clevere Randalierer die Ampeln umprogrammiert oder den Stecker gezogen hätten. „Das ist schwerwiegend, weil es ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr ist.“ Da die Jugendlichen mit 40 bis 60 Leuten in großen Gruppen unterwegs seien, stelle sich ihnen auch niemand in den Weg. Eine Lösung sei, dass der Bus künftig näher an der Disco halte, so dass der Weg durch den Ort kürzer werde.

Stromkästen beschmiert

Neben Randalierern sind es Sprayer, die sich an Gemeindeeigentum vergreifen. Immer wieder sehe man Schmierereien auf den Stromkästen, moniert Petra Steinhagen. „Man weiß, dass es ein ungeschriebenes Sprayer-Gesetz ist, anderer Leute Bilder nicht zu übersprühen“, sagt sie. Hier könne es eine Lösung sein, wie in Glinde und Reinbek die Stromkästen offiziell besprühen zu lassen. „An der Skater-Anlage gibt es eine Sprayer-Wand, die gut genutzt wird“, ergänzt Wiebke Maibom. Es könne eine Idee sein, legale Möglichkeiten zu finden, damit Jugendliche sich ausleben könnten. Thimo Preß setzt auf eine Betreuung durch Streetworker, für die mehr Stellen geschaffen werden sollten. „Jugendliche brauchen in Trittau mehr Treffpunkte.“

Der Klassiker: ein beschmierter Stromkasten in Trittau. Quelle: ba

Zwar gebe es am Schulzentrum einen Sicherheitsdienst, so Ziemann, aber der werde vom Schulverband bezahlt und agiere auf Privatgelände der Schulen. „Im öffentlichen Raum kann das nur die Polizei.“ Die sei aber überlastet. Der Sicherheitsdienst wurde vor einigen Jahren engagiert, weil es an den Bushaltestellen immer wieder zu Rangeleien gekommen war. Auch waren Kinder Opfer des so genannten Abziehens geworden. Seit ein Sicherheitsdienst dort aufpasst, herrscht Ruhe.

Bus hält jetzt an der Disco

Bürgermeister Oliver Mesch weiß von dem Disco-Gänger-Verkehr, hat aber beobachtet, dass es in letzter Zeit damit besser geworden ist. „Der Bus liefert die Kunden jetzt direkt an der Disco ab, das hat schon sehr geholfen.“ Ein großes Problem sei in der Tat die Baustelle in der Großenseer Straße, da komme es immer wieder zu Zerstörung der Ampelanlagen und Umstellen der Bauschilder. Standard sei auch, dass beispielsweise Bushäuschen beschmiert würden. „Die sind gerade wieder gesäubert worden.“ Schön sei, dass sich bisher noch niemand an den neuen Radunterstell-Häuschen vergriffen habe. „Die sind bisher ok.“

Bettina Albrod

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