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Stormarn Vatertag: Wo darf gefeiert werden?
Lokales Stormarn Vatertag: Wo darf gefeiert werden?
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20:10 22.05.2017
Die Zeit der Bierkisten am Großensee zum Vatertag ist vorbei – seit vielen Jahren herrscht dort am Himmelfahrtstag absolutes Alkoholverbot. Seit die Bierkistenrennen um den See außer Kontrolle gerieten, sind sie verboten. Quelle: Fotos: *kks/hfr
Großensee

 Seit die Veranstaltung 2004 mit einer Vielzahl angereister Teilnehmer völlig außer Kontrolle geraten war, gibt es ein Alkoholverbot, das das zuständige Ordungsamt in Trittau regelmäßig erneuert. „Auch in diesem Jahr gilt wieder: Zu Himmelfahrt kein Alkohol am Großensee und drum herum“, erklärt Bodo Lork vom Trittauer Ordnungsamt.

Polizei kündigt Präsenz in der Fläche an – Alkoholverbote in Großensee und Reinbek.

104 Liter Bier trinkt laut Statistik der Stormarner pro Jahr. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

 (NGG) mitgeteilt. Der Preis für einen Kasten Markenbier liege bei acht Euro. Insgesamt wurden 249000 Hektoliter Bier 2016 im Kreis Stormarn getrunken, teilte die Gewerkschaft passend zum Start der

Sommersaison mit.

„Früher konnte man am Vatertag dort gar nicht langgehen, die Situation ist inzwischen durch das Alkoholverbot gut geregelt“, stellt Großensees Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers fest. „Wir haben all die Jahre keine Probleme mehr gehabt.“ Einmal habe sich das Feiern noch an den benachbarten Lütjensee verlagert, aber dann habe Ruhe geherrscht. „Die Untugenden sind lange her.“

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Auch in Reinbek hat erst ein Alkoholverbot geholfen, die Exzesse einzudämmen. „Durch die Stadt Reinbek wird auch für dieses Jahr an Christi Himmelfahrt ein Alkoholverbot für das Schlossgelände erlassen“, sagt Jürgen Vogt-Zembol, Büroleitender Beamter in Reinbek. „Wir haben eine Allgemeinverfügung erlassen, die wurde in den letzten Jahren gut befolgt.“ Acht bis zehn Jahre ist das Verbot alt, schätzt Vogt-Zembol, das nur für den Himmelfahrtstag gilt. Verboten sind das Mitführen alkoholischer Getränke und der Alkoholkonsum auf dem Gelände des Schlosses einschließlich des Schlossparkplatzes. Hier war es früher durch alkoholisierte Gruppen zu Vandalismus gekommen.

Keine Einschränkungen gibt es in Reinfeld. In den vergangenen Jahren gab es teilweise ein Alkoholverbot am Herrenteich – so im Jahr 2013. Die Stadtverordneten hatten dann allerdings keine Verlängerung des Verbotes beschlossen, das damit auslief. „Ich sehe jetzt auch keinen Grund mehr, das frühere Verbot zu erneuern“, sagt Bürgermeister Heiko Gerstmann. Auch in Bad Oldesloe werden keine Verbote ausgesprochen. Bislang, so heißt es auf Anfrage, sei es hier nicht zu Auffälligkeiten am Vatertag gekommen, die das nötig machten. Im Nachbarkreis Segeberg gilt auch in diesem Jahr wieder eine Sperrung der Backofenwiese nebst Parkplatz am Großen Segeberger See, auf der sich früher Feiernde gerne trafen; sie wird als Hubschrauber-Landeplatz genutzt und muss für den Einsatzfall frei bleiben.

Für die Polizei ist der Vatertag dennoch ein Tag, an dem sie Präsenz zeigt. „Die Polizei wird wie an jedem Himmelfahrtstag verstärkt und offen präsent sein, um eventuell frühzeitig und angemessen etwaigen alkoholbedingten Ausfallerscheinungen entgegen wirken zu können", erklärt Holger Meier, Sprecher der Polizeidirektion Ratzeburg. Die Erfahrung habe gezeigt, dass nicht eine einzelne homogene Gruppe an einem Ort randaliere, sondern dass sich zu Himmelfahrt viele Gruppen an einigen Orten zusammenfänden. „Diese Feiern können dann alkoholbedingt aus dem Ruder laufen.“

Zuletzt war es 2015 am Lütjensee zu einem größeren Einsatz gekommen, als 170 Menschen dort feierten. Die Polizei hatte die Feier damals aufgelöst. 2016 lautete die Bilanz der Polizeidirektion Ratzeburg: „aus polizeilicher Sicht sehr ruhig“ – in Stormarn und Lauenburg hatte es „nur“ 47 himmelfahrtstypische Einsätze gegeben, unter anderem auf dem Utspannparkplatz in Bargteheide, am Bredenbeker Teich in Ahrensburg und am Lütauer See bei Mölln (Herzogtum Lauenburg).

Aufgrund der schlechten Erfahrungen will die Stadt Mölln zwei Stellen am Lütauer See für feiernde Gruppen durch Bauzäune sperren: Die Halbinsel Rolandseck und den Badesteg unterhalb der Siedlung Iltisstieg. Dort waren immer wieder Glasscherben gefunden worden, die eine Verletzungsgefahr für Badende darstellen. Am Herrentag ab 12 Uhr soll laut Ordnungsamtsleiter Torsten Wendland ein privater Wachsdienst aufpassen. Ratzeburg verzichtet auf Sperrungen, weist aber auf eine Satzung hin, die öffentliche Alkoholexzesse in der Stadt verbietet.

„Die Polizei ist bestrebt, einen friedlichen Himmelfahrtstag für alle Beteiligten zu gewährleisten“, betont Meier. Wird ein Eingreifen dennoch nötig, erstreckten sich die Möglichkeiten von einem freundlichen, ermahnenden Gespräch bis hin zur Auflösung einer Feier mit anschließender Räumung des Festbereiches. Holger Meier: „Als mögliche Folgen sind Ermahnungen oder das Fertigen von Ordnungswidrigkeiten anzeigen bis zum Erteilen von Platzverweisen denkbar.“

Veranstaltungen am Himmelfahrtstag

Um 15 Uhr gibt es am Mühlteich in Trenthorst einen Waldgottesdienst der Kirchengemeinde Klein Wesenberg. Diesmal wird der Gottesdienst mit Waldhörnern begleitet.

Die Grönwohlder Brauerei lädt von 10 bis 18 Uhr in die Brauerei ein, um unter anderem den Frühjahrsbock auszuschenken.

Um 10.30 Uhr beginnt ein Gottesdienst auf Hof Lütjensee, der gemeinsam von den Kirchengemeinden Siek, Großhansdorf und Lütjensee gefeiert wird. Zum Abschluss werden Luftballons in den Himmel geschickt.

Dixie- und Jazzmusik werden nebst Holzofenbrot von 11 bis 17 Uhr beim Himmelfahrtsvergnügungen an der Tremsbütteler Kate geboten.

„Goethe in Tremsbüttel lautet das Motto des literarischen Spaziergangs im Park von Tremsbüttel, bei dem Vera Rosenbusch Poesie im Grünen anbietet. Treffen: Schloss, Kosten zehn Euro.

Das Museum Schloss Ahrensburg ist an Himmelfahrt von 11 bis 17 Uhr geöffnet

Im Restaurant Kupfermühle spielen die „Rocking Rebels" ab

11 Uhr auf der Open-Air- Bühne Livemusik zum Frühschoppen, der Eintritt ist frei.

 Bettina Albrod