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Stormarn Stimme der Unternehmen wird 50
Lokales Stormarn Stimme der Unternehmen wird 50
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12:29 27.03.2019
Oliver Franke (v.l.), Nicole Marquardsen und Michael Voigt feiern 50 Jahre VSW. Quelle: Bettina Albrod
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Glinde

Die Stimme der Südholsteinischen Unternehmer wird 50: Am 20. März 1969 hatten sich verschiedene Firmen aus den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg zusammengetan und den „Verband der Südholsteinischen Wirtschaft“ (VSW) als Vertretung ihrer Interessen gegründet. Den Anstoß dazu gaben Firmen wie die Jurid Werke in Glinde und Wilhelm Fette in Schwarzenbek, die sich in Kiel nicht wahrgenommen fühlten. „Damals lagen wir kurz vor der Grenze im Niemandsland“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Michael Voigt. Das Gebiet habe als Zonenrandlage gegolten, und die Wirtschaftsvertreter hätten sich mit dem Verband Gehör für ihre Wünsche bei der Landesregierung verschaffen wollen. „In Zeiten, wo es zur Kommunikation nur Briefe, Telegramme oder das Telefon gab, war das ein wichtiger Schritt.“

Rasantes Wachstum

Im Sommer 1969 hatte der Verband bereits 18 Mitglieder und wächst seitdem rasant: Heute sind es knapp 390 Unternehmen, die der VSW schwerpunktmäßig in Stormarn, Lauenburg, Hamburg, aber mittlerweile auch bundesweit vertritt. Mit dem Wegfall der Grenze 1989, was den Wirtschaftsraum Südholstein für Gewerbeansiedlung interessant machte, mit dem Aufkommen von Internet und neuen Kommunikationsmitteln sowie mit zunehmender Mitgliederzahl veränderten sich die Aufgaben. „Die anfängliche politische Interessenvertretung ist mittlerweile auf den Unternehmerverband Nord übergegangen, in dem 99 Wirtschaftsverbände Mitglied sind“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende Oliver Franke, der auch im Vorstand des UV Nord sitzt.

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Der VSW arbeitet heute auf kommunaler Ebene beispielsweise bei Fragen von gebietsübergreifenden Gewerbegebieten. Auch das Thema Berufsschulbesuch über die Hoheitsgrenzen der Kreise und Städte hinweg hat sich der VSW auf die Fahnen geschrieben. Zusätzlich wurden mit vielen Fortbildungsangeboten und arbeitsrechtlicher Beratung durch fünf Juristen neue Schwerpunkte im Bereich Service gesetzt. Entsprechend hat sich der Name gewandelt, wurde 1994 zum „Verband der Südholsteinischen Wirtschaft“ und 2014 zum „Verband und Serviceorganisation der Wirtschaftsregionen Holstein und Hamburg“.

Gute Vernetzung

„Zu den Aufgaben des VSW gehört auch die Vernetzung der Mitgliedsunternehmen“, betont Geschäftsführerin Nicole Marquardsen, „dazu treffen wir uns in wechselnden Firmen.“ Nach wie vor hat der Verband Themen der Infrastruktur und Wirtschaftsförderung im Blick. „Ein Thema, das uns seit 20 Jahren beschäftigt, ist der Ausbau der B 404“, so Voigt, ein weiteres Thema sei die östliche Elbquerung, die von der Wirtschaft gewünscht wird. Die Unternehmen aus Südholstein sind durch den Fall der Mauer aus der Grenzlage gerückt, die Förderung hat sich deshalb nach Mecklenburg-Vorpommern verschoben. Hier möchte Voigt aktuell eine Anpassung erreichen. „Mecklenburg-Vorpommern ist mittlerweile die erweiterte Metropolregion, die Verhältnisse sind heute weitgehend nivelliert.“

Rückblickend kann der VSW sagen, dass er den notwendigen Ausbau der B 404 in den Blick gerückt hat. Beim Blick nach vorne ist das Ziel des Verbandes, weiter zu wachsen und ein verlässlicher Partner für die angeschlossenen Unternehmen zu sein. „Wir müssen Veränderung rechtzeitig erkennen und auf unseren Wirtschaftsraum reagieren“, betont Voigt. „So bleiben wir für Unternehmen interessant.“

Bettina Albrod

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