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Stormarn Vielfältig in Farbe und Duft: Blütezeit für Exoten
Lokales Stormarn Vielfältig in Farbe und Duft: Blütezeit für Exoten
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23:02 29.01.2014
Arno Ehlebracht hat seinen Orchideen einen Wintergarten gebaut. Quelle: Bettina Albrod
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Lütjensee

Wer gerne im Garten arbeitet, guckt im Winter in die Röhre. Das war für Gisela und Arno Ehlebracht in Lütjensee der Grund, sich den Orchideen zuzuwenden.

„Wir sind vor 20 Jahren hergezogen, um einen großen Garten zu haben“, erzählt Arno Ehlebracht. „Vor sechs Jahren haben wir entschieden, uns auch einen Indoor-Garten zuzulegen.“

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Die Idee keimte gleichzeitig mit einer Knolle, die die Lütjenseer aus dem Urlaub mitgebracht hatten. „Ich habe auf dem Markt auf Madeira eine Orchideen-Knolle gekauft“, so Ehlebracht, „dazu gab es ein Bild, wie sie mal aussehen wird.“ Inzwischen haben Ehlebrachts 150 verschiedene Sorten. Einen Teil davon zeigen sie vom 31. Januar bis 2. Februar bei der 7. Großen Orchideenschau in Ammersbek.

Orchideen sind ganz besondere Blumen“, erklärt der Gartenfreund, der sowohl die Beschäftigung mit den zarten Pflänzchen schätzt als auch ihren dekorativen Wert.

Ihren Namen haben die exotischen Gewächse wegen der Knollenform vom Hoden, griechisch orchis, aber der verbirgt sich im Boden. Stattdessen sind es große Blüten in vielen Farben mit zarter Zeichnung oder kräftigem Rot, die dem Betrachter ins Auge springen. „Wir sammeln Orchideen aus allen Kontinenten“, so der Blumenliebhaber. „Weil sie von der Südhalbkugel stammen, blühen sie vor allem im Winter.“ Erlaubt ist allerdings nur Zuchtware, die wilden Pflanzen stehen unter Schutz.

Eigentlich wollte Ehlebracht für die Orchideen ein Gewächshaus bauen, dann wollte er auch darin sitzen können, und am Ende kam ein schöner Wintergarten voller Orchideen dabei heraus.

Das Gewächshaus gibt es trotzdem, in ihm lagern Orchideen in der Ruhephase. „Orchideen sind leicht zu pflegen“, finden die Lütjenseer. „Oft blühen sie ein halbes Jahr lang.“ Vanilla planifolia gehört zu den Schützlingen der Orchideenzüchter, eine Orchidee, die, wenn sie 20 Meter lang ist, tatsächlich Vanille-Schoten entwickelt.

In Lütjensee kann man noch nicht ernten: „Die Pflanze ist noch zu jung.“ Auf den Geschmack gekommen sind viele Orchideenzüchter über die Orchideenschau. „Da sind Züchter von Miniorchideen dabei, die sehr schön sind“, finden Ehlebrachts.

Die Bonsais unter den Exoten erlauben große Sammlungen, denn insgesamt gibt es grob 14 000 Arten, schätzt der Fachmann. „Im Urwald wachsen Baumorchideen, aber die gibt es in Europa nicht.

Hier sind Erdorchideen verbreitet.“ Storchenschnabel und Frauenschuh zählen zu den bekanntesten und beliebtesten Orchideen hierzulande, und in der Türkei wird aus Orchideenknollen das Verdickungsmittel Salep gewonnen.

Vielfältig sind die Formen und Farben, und ganz unterschiedlich ist auch der Duft. Aus nahe liegenden Gründen haben Ehlebrachts auf Stinker verzichtet, jene Orchideen, die über Aasgeruch besondere Bestäuber anlocken. Ihre Orchideen kommen aus gutem Hause: „Im Verein gibt es jemanden, der ein Computerprogramm entwickelt hat, um den Stammbaum der Pflanzen zu erstellen“, berichtet Arno Ehlebracht. „Da kann man genau sehen, welche Vorfahren miteinander gekreuzt wurden.“

Große Schau in Ammersbek
Die Deutsche Orchideengesellschaft Hamburg ist vom 31. Januar bis 2. Februar Gastgeber der 7. Großen Orchideenschau in Ammersbek, Am Gutshof 1. Gezeigt werden rund 10 000 Arten, dazu gibt es Informationsstände und Pflanzen zu kaufen.



Geöffnet ist Freitag und Sonnabend von 10 bis 18 Uhr und Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Eintritt: vier (zwei) Euro.

Bettina Albrod