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Stormarn Vor 50 Jahren: Angel-WM in Bad Oldesloe
Lokales Stormarn Vor 50 Jahren: Angel-WM in Bad Oldesloe
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09:03 23.11.2019
Das 16. sogenannte Welt-Wettfischen fand 1969 an der Trave im Brennermoor statt. Quelle: Marfels/Kreisarchiv Stormarn
Bad Oldesloe

Für drei Tage rückte Bad Oldesloe vor 50 Jahren in den weltweiten Fokus. Zwar „nur“ bei den Anglern und Sportfischern, aber die „Weltmeisterschaft im Friedfischangeln“ – so die offizielle Bezeichnung – blieb bis heute die einzige WM in der Kreisstadt.

„Die Veranstaltung ist anschauliches Beispiel für die völkerverbindende Kraft sportlicher Wettkämpfe“, schrieb der damalige Bürgermeister Gottfried Baethge in einem Grußwort in den Lübecker Nachrichten und schloss mit einem „Petri Heil!“.

Und in der Tat wehte ein Hauch von Olympia durch Bad Oldesloe, als die Titelkämpfe mit rund 150 Teilnehmern aus 17 Nationen eröffnet wurden. Die meisten Sportler kamen aus Europa, es war aber unter anderem auch Südafrika dabei. Wie bei Olympischen Spielen zogen die Mannschaften bei der Begrüßung nacheinander in die Stormarnhalle ein, sogar der „Spiegel“ zeigte später ein Foto vom Einmarsch der Nationen.

DDR marschierte vorneweg

Da die Länderschilder auf Französisch gehalten waren, ging die „Allemande Democratic Republique“ nach alphabetischer Reihenfolge vorneweg, also die DDR. Es folgten England (Angleterre) und Österreich (Autriche). Dass die DDR überhaupt an einem Wettkampf in der BRD teilnahm, war auch ein sportpolitisches Ereignis, welches ebenfalls von der überregionalen Presse thematisiert wurde. Das Schild des gastgebenden Landes trug Karl-Heinz Lenz aus Travenbrück.

Olympisches Flair herrschte beim Einzug der Mannschaften vor der Stormarnhalle. Vorneweg die DDR. Quelle: Marfels/Kreisarchiv Stormarn

„Wir fühlen uns geehrt und glücklich, dass diese Veranstaltung bei uns stattfinden kann“, sagte Ernst Weinrich, Vorsitzender des Oldesloer Sportfischervereins. Aufgeschrieben wurden diese Worte damals von LN-Redakteur Raimund Marfels, dessen beruflicher Nachlass mittlerweile vom Kreisarchiv Stormarn digitalisiert wurde.

Bürgerworthalter Georg Koch begrüßte nicht nur den Regierungsfischereidirektor des Landes, sondern sagte auch an die Teilnehmer gerichtet: „Nehmen Sie es als gutes Zeichen, dass Bad Oldesloe seit alters her St. Peter in seinem Wappen führt.“

Niederländer angelten 118 Fische

Und Petrus war dann besonders den Niederländern sowie einem Engländer wohlgesonnen. Robin Harris aus Peterborough wurde mit 64 gefangenen Fischen und zusammen 4398 Gramm in der Wettbewerbszeit von 8.30 bis 12 Uhr Weltmeister, die Niederlande freuten sich über den Mannschaftstitel. Sie angelten am oberen Travelauf im Brennermoor zusammen 118 Fische.

Zu beiden Seiten der Grünen Brücke standen an diesem Wochenende Tausende von Besuchern nicht nur aus Schleswig-Holstein, um das Geschehen zu beobachten. Das Besondere: Da beim Fischen Stille gefordert ist, blieben die Menschenmassen an den Ufern weitestgehend ruhig. Viele Zuschauer staunten über die Berge von Würmern oder anderen Ködern, die die Petri-Jünger zum Teil vor sich auswarfen, um besonders viele Fische anzulocken. Nach den Regeln war das jedoch erlaubt. Das beste „Anfuttermittel“ hatte wohl Robin Harris in seiner Kühlbox mitgebracht.

Siegerehrung in der Stormarnhalle: v.l. Johann Leyrer, Weltmeister Robin Harris und Jean Vermeulen. Quelle: Marfels/Kreisarchiv Stormarn

Von Markus Carstens

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