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Stormarn Alle Parteien verzeichnen Zulauf
Lokales Stormarn Alle Parteien verzeichnen Zulauf
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16:02 10.04.2018
Bad Oldesloe

CDU: Rückenwind durch Günther

Kreistag

49 Sitze hat der Stormarner Kreistag, momentan sitzen dort aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten 53 Abgeordnete. Stärkste Fraktion ist die CDU (22 Sitze) vor der SPD (16). Die Grünen haben neun, die FDP drei Sitze. Das Forum 21 kommt auf zwei Mandate, die Linke ist mit einer Abgeordneten dabei.

„Im Moment läuft es wirklich besonders gut“, sagt CDU-Kreisgeschäftsführer Alexander Schröter. Allein im Januar verzeichneten die Christdemokraten gut 20 neue Mitglieder. „Zu Kommunalwahlen gibt es immer wieder neue Mitglieder, die sich engagieren wollen. Und die ziehen dann wieder andere mit“, so Schröter, so dass Stormarns CDU derzeit mehr als 1650 Mitglieder in der Kartei hat.

Außerdem bekomme die CDU Rückenwind durch Ministerpräsident Daniel Günther, berichtet Alexander Schröter. „Der kommt gut an bei den Menschen.“ Die neuen Mitglieder kämen aus dem gesamten Kreis und auch aus allen Altersschichten mit Schwerpunkt Mitte 30 bis Mitte 50 – was wiederum den Altersschnitt der CDU senkt.

Für die Kommunalwahl sieht sich die CDU auch gut aufgestellt. „Wir können erneut in allen Gemeinden antreten, in denen wir auch vor fünf Jahren Kandidaten aufgestellt hatten“, so Schröter. Nur in Witzhave sei dies noch unsicher. Die Kandidatenliste – mit mehreren jungen Anwärtern – für den Kreistag will die CDU auf dem Parteitag am 10. Februar in Bad Oldesloe verabschieden. Spitzenkandidat ist erneut Fraktionschef Joachim Wagner aus Oststeinbek.

Jusos machen Dampf

Auch die SPD verzeichnet einen Zuwachs an Mitgliedern – erstaunlicherweise seit der Bundestagswahl. „Seit September sind 60 neue Mitglieder eingetreten“, berichtet Kreisgeschäftsführer Jörg Schimeck.

Insgesamt gibt es in Stormarn nun gut 1250 Personen mit SPD-Parteibuch. „Es treten aber auch Leute ein wegen der Kommunalwahl“, so Schimeck weiter.

Darunter sind auch viele junge Menschen. „Da werden andere Parteien sicher neidisch“, glaubt die Kreisvorsitzende Susanne Danhier aus Bargteheide. „Wir haben drei Jusos im Kreisvorstand und uns dadurch erheblich verjüngt. Denn die haben weitere junge Leute angezogen.“ Einer davon ist zum Beispiel Christoph Schoer aus Heilshoop. Der 22-Jährige bewirbt sich um das Direktmandat im Wahlkreis 1 (Nordstormarn) für den Kreistag – und trifft dort mit Dennis Möck (30) aus Badendorf auf einen ebenfalls jungen CDU-Kontrahenten. Schoer ist gelernter Fleischer und arbeitet schon länger bei den Jusos mit. Seine Themen: Landwirtschaft und Naturschutz.

Ein anderer ist Torben Hermann aus Bad Oldesloe, Kreisvorsitzender der Stormarner Jusos. „Meine Intention ist es, die jungen Menschen in Stormarn zu vertreten.“ Der 23-Jährige studiert Soziale Arbeit in Hamburg und möchte nach eigener Aussage Verantwortung übernehmen. Seine Themen: der ÖPNV und die Einrichtung einer Jugendarbeitsagentur.

Am 27. Januar (10 Uhr) ist Kreisparteitag in Großhansdorf, auf dem die Direkt- und Listenkandidaten gekürt werden.

Rekord bei den Grünen

So stark wie noch nie sind die Stormarner Grünen, die gerade mit einer 19-Jährigen aus Bad Oldesloe ihr 200. Mitglied aufnahmen – Rekord in der Geschichte des Kreisverbandes. „Es gab eine steile Entwicklung in den vergangenen beiden Jahren“, erklärt Kreisgeschäftsführer Ulli Kruse. Auch wenn die Gründer-Grünen mittlerweile schon in die Jahre kommen, zieht die Partei weiter auch junge Menschen an.

Für die Kreiswahl sehen sich die Grünen auch gut aufgestellt. Das Spitzenduo bilden wohl erneut Sabine Rautenberg und Stefan Kehl aus Großhansdorf. Auch Urgestein Joachim Germer will's nochmal wissen. Die Kandidatenliste soll am 12. Februar verabschiedet werden. Auch in den Städten und Gemeinden sehe es gut aus, so Kruse. Er ist optimistisch, dass die Grünen auch in Ammersbek antreten werden. Dort hatte es zuletzt einen großen Mitgliederschwund gegeben, bedingt vor allem durch persönliche Wohnortwechsel.

Wichtige Eckpunkte des Wahlprogramms sind der Erhalt und die Förderung des Lebensraumes in Stormarn, die Energienutzung, aber auch die Digitalisierung.

FDP im Südkreis stark

Die FDP hat ihr Tief überwunden. Von 175 Mitgliedern vor einigen Jahren ist die Zahl auf 230 gestiegen. Erst in dieser Woche kamen acht neue Anträge hinzu, vor allem aus dem Südkreis. „Reinbek und Glinde legen deutlich zu gerade“, sagt Kreisvorsitzende Anita Klahn aus Bad Oldesloe. Und in Großhansdorf hätten sich viele junge Leute gemeldet, die sich engagieren wollen. Vor allem Kita-Kosten und Straßenausbaubeiträge treibe die Menschen um.

Auch für den Kreistag sieht’s laut Anita Klahn „richtig gut“ aus. Vor allem freut sie sich, dass Karl-Reinhold Wurch sich nochmals überzeugen ließ, mindestens einmal noch als Spitzenkandidat anzutreten. Der 70-jährige Rechtsanwalt aus Bad Oldesloe gehört dem Kreistag seit 35 Jahren an, ist seit 1990 Fraktionsvorsitzender und parteiübergreifend als Institution anerkannt.

Anita Klahn will drittstärkste Kraft werden und hofft, dass die Wähler ihre Denkzettel-Strategie ablegen, sprich an die Urne gehen und dabei nicht Protest wählen. Denn nicht nur die FDP-Frau befürchtet einen Einzug der AfD. Punkten wollen die Liberalen mit den Themen Infrastruktur, also Autobahn-Ausbau und Verbesserungen im ÖPNV. „Die häufigen Verspätungen auf der Bahnstrecke HamburgLübeck müssen ein Ende haben“, fordert Klahn.

Linke will als Fraktion einziehen

Ganz schnell waren die Stormarner Linken. Sie haben bereits im Herbst ihre Kandidaten für den Kreistag gekürt. Die Liste führt erneut Heidi Beutin aus Köthel an. „Einmal trete ich noch an“, sagt die 72-Jährige. Sie war in der vergangenen Legislaturperiode Einzelkämpferin und hofft, dass die Linke nun wieder in Fraktionsstärke in den Kreistag einzieht, also mit mindestens zwei Personen.

Auf Platz zwei der Liste steht Florian Kautter aus Bad Oldesloe. Der 42-jährige Ehemann von KuB-Leiterin Inken Kautter engagiert sich seit deren Umzug bei den Oldesloer Linken. Auf Platz drei folgt Martina Bornstein aus Oststeinbek vor Ralf Iden aus Glinde und Hendrik Holtz aus Bad Oldesloe. Der wiederum will auch erneut in die Oldesloer Stadtverordnetenversammlung einziehen.

Auch die Stormarner Linke verzeichnete zuletzt einen Zuwachs an Mitgliedern – von 60 auf 72. „Es sind häufig junge Leute, die sich gegen die AfD positionieren wollen“, erklärt Heidi Beutin. Im Kreis will die Gewerkschafterin vor allem gegen Kinderarmut und für sozialen Wohnungsbau kämpfen.

Forum 21 wieder dabei

Eigentlich als regionale Initiative für Reinbek gegründet, zog das Forum 21 vor fünf Jahren etwas überraschend mit zwei Abgeordneten in den Kreistag ein – erwies sich jedoch als fachkundige und verlässliche Fraktion. „Es macht Spaß, hier etwas mitzubewegen. Die Arbeitsweise im Kreistag ist gut, wir erzielen gute Ergebnisse“, sagt Fraktionschef Heinrich Dierking. Sollte die Mitgliederversammlung dafür votieren, will das Forum 21 sich erneut um Mandate für den Kreistag bewerben. Die Initiative hat derzeit rund 35 Mitglieder.

AfD will antreten

Die AfD möchte erstmals in den Kreistag einziehen. Dafür will der gut 100 Mitglieder starke Kreisverband heute die Kandidaten küren.

 Markus Carstens