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Stormarn Wahlforscher in Meddewade: Hier macht die ARD ihre Umfrage
Lokales Stormarn Wahlforscher in Meddewade: Hier macht die ARD ihre Umfrage
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18:19 07.05.2017
Berthold Knaack (77) gibt ein zweites Mal anonym seine Stimme für die ARD-Wahlprognose ab. Quelle: Dorothea von Dahlen
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Meddewade

Bertold Knaack ließ sich nicht lange bitten, als er um eine erneute Stimmabgabe im Meddewader Wahllokal gebeten wurde. Der 77-Jährige, einst selbst Wahlleiter und langjähriger Gemeindevertreter machte spontan mit, als ihn ein Interviewer im Auftrag des Senders ARD um Teilnahme an der Umfrage bat, auf deren Grundlage die abendliche Prognose vor Auszählung der Wahlergebnisse gestellt wurde.

„Sie werden sich gefragt haben, weshalb wir schon vor 18 Uhr relativ genaue Zahlen bekannt geben können. Je mehr Leute bei einer solchen Umfrage mitmachen, desto treffsicherer wird die Prognose“, erklärte Jörg Ganzleben, Korrespondent des Instituts, den Meddewadern, die beim Verlassen des Wahllokals an ihm vorbeikamen. Wer sein Scherflein dazu beitragen wollte, füllte erneut einen Stimmzettel aus und steckte ihn in die ARD-Urne. Sieben Mal über den Tag verteilt, leitete Ganzleben die aktuell ausgezählten Ergebnisse ans Stammhaus in Berlin, wo alle Daten aus ganz Schleswig-Holstein einfließen. Die Informationen werden zudem für weitere Analysen des Wahlergebnisses verwendet, wie etwa zum Stimmverhalten einzelner Altersgruppen oder zur Wählerwanderung.

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Dass Meddewade und Klein Boden an der Infratestumfrage teilgenommen haben, liegt nicht etwa daran, dass diese Orte allein ein repräsentatives Bild abgeben, weil die Einwohner vielleicht exakt das Wahlergebnis der vorausgangenen Wahl 2012 „geraten“ haben. „Repräsentativ ist nur das Zusammenspiel aller ausgewählter Wahlbezirke“, sagt Institutssprecherin Inga Roth. „Wir verlassen uns da auf den Zufall. Er ist unbestechlich und liefert die exaktesten Ergebnisse.“ Da es zu hohe Kosten verursachen würde, eine Komplettumfrage zu starten, müsse gewährleistet sein, dass die Ergebnisse aus den teilnehmenden Wahlbezirken ein möglichst passgenaues Bild ergeben. Um dahin zu gelangen bedeute es einen sehr langen Weg. Schon vor einem halben Jahr hätten die Institutsmitarbeiter zig Stichproben per Zufallsgenerator auswerfen lassen. Wenn die „Mischung“ nicht stimmte, also kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stadt- und Landbevölkerung sowie anderen soziodemografischen Merkmalen sei die Stichprobe vernichtet worden. Wichtig sei auch darauf zu achten, dass es sich bei den Wahlbezirken um keine Parteihochburgen handele. „Es ist alles mit einem hohen logistischen Aufwand verbunden. Aber die Prognosen zeigen: Wir sind immer dicht dran“, sagt Roth.

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