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Stormarn Was die Landfrauen bewegt: Von Facebook bis Telemedizin
Lokales Stormarn Was die Landfrauen bewegt: Von Facebook bis Telemedizin
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18:10 12.03.2018
Die Kreisvorsitzende Kristina Wendt konnte gut 100 Landfrauen in Grabau begrüßen. Quelle: Fotos: B. Albrod
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Grabau

Heute bilden die Landfrauen ein Netzwerk von gut ausgebildeten und gut informierten Fachleuten, die zu den größten Bildungsträgern im ländlichen Raum gehören. Am Donnerstag kamen gut hundert Landfrauen aus fünf Ortsverbänden in Grabau zum Kreis-Landfrauentag zusammen.

Wer „Landfrauen“ hört, denkt „Kuchen“. Es sollten ihm aber viel eher Dinge einfallen wie Telemedizin, neue Düngeverordnung, Energieeffizienz oder Kommunikation. Der Aufgabenbereich der Landfrauen hat sich längst gewandelt und zeugt von einem modernen Netzwerk auf dem Land.

Mutter Beimer kommt

Zum Landfrauen-Tag am 16. Mai in Neumünster wird Jan Malte Andresen Schauspielerin Marie-Luise Marjan ( „Lindenstrasse“) interviewen. Zum Kreisverband Stormarn gehören Reinfeld, Bad Oldesloe, Bargteheide, Tangstedt und Süd-Stormarn. 2017 hat der Kreislandfrauenverband 60. Geburtstag gefeiert.

„Beim Landfrauenverband geht es um mehr als Fragen des landwirtschaftlichen Raums“, erklärte Stormarns Landrat Hennig Görtz zur Eröffnung. Themen wie das Wohnen in der Zukunft oder der Fachkräftemangel seien auch auf dem Land aktuelle Fragestellungen. „Bildungsarbeit und viele andere Themen stehen im Mittelpunkt der Verbandsarbeit.“ Die Landwirtschaft habe für die Region große Bedeutung und müsse entsprechend anerkannt werden. „Da ist viel Aufklärungsarbeit nötig.“

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Die Landfrauen sind politisch neutral und setzen sich für die Belange von Frauen im ländlichen Bereich ein. Im Kreis Stormarn vertreten sie fünf Ortsverbände mit 1102 Frauen, in Schleswig-Holstein sind es 33 000 Mitglieder. „Sie beeinflussen Prozesse im ländlichen Raum“, erklärte die Präsidentin des Landesverbands Ulrike Röhr, „80 Prozent der Mitglieder in Schleswig-Holstein sind keine Bäuerinnen, sondern kommen aus vielen verschiedenen Berufsgruppen.“ Sie seien die Eckpfeiler des ländlichen Raums und brächten ihre Talente und Stärken in die Landfrauenarbeit ein. „Wir bieten Bildungsangebote von Frauen für Frauen, bauen ein Netzwerk auf und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.“

Aktuelle Themen seien die Telemedizin, die insbesondere auf dem Land eine große Rolle spiele. „31 Betriebe von Landfrauen haben außerdem in Zusammenarbeit mit dem Energieeffizienz-Zentrum in Neumünster 34000 Euro im Jahr an Energiekosten und 52 Tonnen CO2 gespart.“ Themen wie „In Würde alt werden“, „Breitbandversorgung“, „Kommunalpolitisches Engagement“ oder „Nachhaltigkeit“ würden in unterschiedlichen Seminaren vermittelt. Kristina Wendt, Kreisvorsitzende des Landfrauen-Verbandes Stormarn, kündigte an, dass sich die Arbeit in Stormarn verjüngen werde.

„Zehn junge Frauen, die einander von der Landjugend Reinfeld kennen, wollen sich zusammen um neue Strömungen kümmern.“ Dazu gehöre ein landesweiter Facebook-Auftritt, der geplant sei. Ende April soll es dazu eine Auftaktveranstaltung geben.

„Ich bin bei den Landfrauen, weil es Spaß macht, ich arbeite auch im Vorstand mit“, erklärt Marion Schmitz. „Der Verband bietet interessante Vorträge an, und man lernt viele Leute kennen und bekommt Kontakte.“ Auch Heinke Westphal lobt den Zusammenhalt. „So kann man Leute aus den anderen Dörfern treffen“, sagt sie, „dazu kommen viele attraktive Freizeitangebote.“ Renate Junge findet die Gemeinschaft gut. „Bei den Landfrauen findet man großes soziales Engagement und sehr viele gute Veranstaltungen.“ Beispiele dafür gab es auch in Grabau: Zur Tagung am Donnerstag spielte die Oldesloer Band „Exzenter“ internationale Folk-Musik. Ilona Weirich aus Hannover ist Physiognomin und referierte über „Facezination: Das Gesicht ist die kleinste Bühne der Welt“.

Bettina Albrod

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