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Stormarn Wasser wird teurer: Reinfeld hebt die Gebühren an
Lokales Stormarn Wasser wird teurer: Reinfeld hebt die Gebühren an
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10:00 14.12.2019
Das Wasserwerk in Barnitz: Von hier kommt das Trinkwasser für Reinfeld und Umgebung. Zahlreiche Investitionen stehen für 2020 an, damit die Wasserversorgung der Stadtwerkekunden gesichert bleibt. Dafür sollen die Gebühren erhoben werden. Quelle: ukk
Reinfeld

Der Finanzausschuss hat diese Woche mehrheitlich eine saftige Erhöhung der Trinkwassergebühren beschlossen. Danach sollen die Grundgebühren für die meisten Bürger von derzeit 24,60 Euro auf 54 Euro im Jahr ansteigen. Das ist eine Preissteigerung von knapp 120 Prozent. Betroffen sind davon 2736 Haushalte, die über Wasserzähler mit einem Nenndurchfluss (Qn) von 2,5 Kubikmetern verfügen.

Wer einen Wasserzähler mit einem Nenndurchfluss von bis sechs Kubikmetern hat, muss sogar 141,59 Prozent mehr hinblättern. Die Grundgebühr erhöht sich von 36,84 Euro auf 89 Euro ab 1. Januar 2020. 24 Anschüsse sind davon betroffen. Für 40 weitere Stadtwerke-Kunden mit Wasserzählern bis 10 Kubikmeter Qn wird es um knapp 135 Prozent teurer. Sie müssen künftig 144 Euro Grundgebühr statt 61,32 Euro zahlen. Auch die Frischwassergebühr steigt. Pro Kubikmeter Trinkwasser zahlen die Kunden der Stadtwerke vom kommenden Jahr an 1,68 Euro brutto statt 1,61 Euro.

Das kostet Wasser im Umland

Lübeck: Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet in Lübeck 1,89 Euro. Der Grundpreis pro Zähler mit einem Nenndurchfluss von 2,5 Kubikmetern beträgt bei den Stadtwerken in Lübeck 41,11 Euro brutto.

Bad Segeberg: Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet in Bad Segeberg 1,62 Euro. Der Grundpreis pro Zähler mit einem Nenndurchfluss von 2,5 Kubikmetern beträgt 45,97 Euro brutto.

Bad Oldesloe: Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet in Bad Oldesloe 1,63 Euro. Der Grundpreis pro Zähler mit einem Nenndurchfluss von 2,5 Kubikmetern beträgt 58,85 Euro brutto.

Verbrauch: Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDWE) benötigte 2018 jeder Deutsche am Tag durchschnittlich rund 127 Liter Wasser. Pro Person sind das 46,4 Kubikmeter pro Jahr.

Letzte Erhöhung erst vor kurzer Zeit

Dabei ist die letzte Erhöhung erst wenige Monate her. Eine Anpassung der Frischwassergebühr erfolgte zum 1. Juli 2019. Der Preis wurde im Sommer pro Kubikmeter verbrauchtem Wasser von 1,51 Euro auf 1,61 Euro brutto angehoben. Doch die Anhebung war anscheinend nicht kostendeckend. „Maßgeblich für die Kostensteigerungen sind erhöhte Personalkosten durch zusätzliche Mitarbeiter sowie erhöhte Aufwendungen durch Rohrnetz- und Filterspülungen, Rohrbrüche und Hausanschlusssanierungen. Zudem müssen die Verluste der Vorjahre ausgeglichen werden“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Wenig Anreiz zum Wassersparen

Zwei Varianten lagen dem Finanzausschuss zur Abstimmung vor. Die erste Variante, für die mit fünf Ja-, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung votiert wurde, ist die Erhöhung durch Anhebung der Grundgebühr plus sieben Cent mehr pro verbrauchtem Frischwasser. Variante zwei sieht eine reine Anhebung der Verbrauchsgebühren vor. Pro Kubikmeter Wasserentnahme sollen die Reinfelder bei dieser Kalkulation 1,99 Euro statt aktuell 1,61 Euro brutto zahlen. Laut Auskunft des Finanzausschussvorsitzenden Lev Roden sollen beide Varianten von den Erlösen zu demselben Ergebnis kommen. Wobei Variante 2 einen größeren Anreiz zum Wassersparen bedeuten würde. Verbraucht der Bürger weniger Wasser, zahlt er auch weniger.

Wasserversorgung muss gewährleistet sein

„Wir haben uns letztendlich für Variante 1 entschieden, weil wir von der Politik sicherstellen müssen, dass die Wasserversorgung gewährleistet ist. Und das können wir nur, indem wir entsprechend Personal zur Verfügung stellen und das Anlagevermögen, sprich die Zähler und die Leitungen, in die Kalkulation mit einbeziehen“, teilt der Finanzausschussvorsitzende Lev Roden (CDU) mit. Die Politik sorge mit Variante 1 dafür, dass es mit der Anhebung der Grundgebühr langfristig kostendeckender und tragfähiger werde. „Wir müssen einen höheren Fixkostenanteil innerhalb der Stadtwerke decken, dem wollen wir damit Rechnung tragen“, so Roden. Dem Gebührenzahler komme das insofern zugute, dass die Politik damit die Sicherstellung der Wasserversorgung gewährleiste.

Investitionen bei Leitungen, Brunnen und Steuerung

Laut Wirtschaftsplan der Stadtwerke sind für 2020 größere Investitionen vorgesehen. Geplant sind 910 000 Euro für die Wasserversorgung, 900 000 Euro für die Abwasserbeseitigung, 650 000 für die Niederschlagswasserbeseitigung sowie weitere 20 000 für gemeinsame Einrichtungen und Energie. Die wesentlichen Investitionsschwerpunkte im Bereich der Wasserversorgung sind die Leitungserneuerungen in der Ahrensböker Straße und Holländerkoppel, der Bau des Brunnens 13, die Erneuerung der Steuerung der Brunnen 5 und 9. Im Bereich der Abwasserbeseitigung liegen die Schwerpunkte bei der Erneuerung des Abwasserleitungsnetzes in der Holländerkoppel, Ahrensböker Straße und in der Feldstraße sowie der Neubau eines Haveriebeckens. Diese Investitionen werden zum großen Teil durch Kreditaufnahmen finanziert.

Neuer Werksleiter ab Oktober

Auch beim Personal muss investiert werden. In der Verwaltung ist die Einstellung eines Auszubildenden sowie einer kaufmännischen Sachbearbeiterin, in der Wasserversorgung die Einstellung eines Elektrikers und in der Abwasserbeseitigung die Einstellung eines Auszubildenden vorgesehen. „Zudem ist die Einstellung eines neuen technischen Werkleiters ab Oktober geplant. Weil der jetzige Bürgermeister Heiko Gerstmann auch im Falle seiner Wiederwahl kein Werkleiter mehr werden möchte“, teilt der Ausschussvorsitzende mit.

Am Mittwoch, 18. Dezember, tagen um 19 Uhr in der Mensa des Ganztagszentrum am Bischofsteicher Weg 75b die Stadtverordneten. Sie werden darüber abstimmen, ob sie der Empfehlung des Finanzausschusses zur Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserversorgung der Stadt Reinfeld folgen wollen.

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