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Stormarn Welturaufführung in Zarpen: „Urlaub up den Hanckenhoff“
Lokales Stormarn Welturaufführung in Zarpen: „Urlaub up den Hanckenhoff“
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16:13 19.11.2018
De Zarpener Plattenspeeler speelt een Stück vun Hermann Eistrup. Erste Reihe vorn (v.l.): Brigitte Albers, Marita Genendsch, Conny Wolgast. Zweite Reihe: Hanno Rath, Heinz Albers, Jens Jark, Hannes Wolgast, Gregor Rath, Michael Lüer. Quelle: Britta Matzen
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Zarpen

 Donnerstag ist ein großer Tag für die Zarpener Plattenspeeler. Bei der Premiere am Donnerstag, 22. November, in der kleinen Turnhalle der Gemeinde bringt die plattdeutsche Theatergruppe eine Welturaufführung auf die Bühne: „Urlaub up den Hanckenhoff“ von Hermann Eistrup. So viel vorab: Es wird vergnüglich bei der Komödie in drei Akten, die bereits die 22. Inszenierung der lustigen Truppe ist.

Begeisterung für zweibeinige Superstars bleibt bei Jan aus

Zum Inhalt: Hinnerk und Britta Hancken bewirtschaften zusammen mit ihrem Sohn Jan einen Milchviehbetrieb. Als zweites Standbein werden seit einiger Zeit Ferienwohnungen vermietet. Mitten dazwischen agiert der quirlige Opa August. In der Jugend selbst kein Kind von Traurigkeit, versucht er seinen Enkel, der sich nur für Kühe interessiert, auch für zweibeinige „Superstars“ zu begeistern. Als ihn seine eigene Vergangenheit einzuholen beginnt, ist August plötzlich verschwunden. Die Polizei wird alarmiert. Eine große Suchaktion startet, an der sich auch Urlaubsgäste beteiligen. Aber Opa bleibt verschollen. Wo steckt er nur? Die Einzige, die es wissen muss, die dicke Molly, schweigt sich aus. Als August dann schließlich doch wieder auftaucht, erwartet ihn eine unglaubliche Geschichte und eine faustdicke Überraschung.

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„Urlaub up den Hanckenhoff“ ist eine Welturaufführung

„Wir spielen das Stück als plattdeutsche Gruppe zum ersten Mal, es ist noch nie vorher aufgeführt worden“, sagt Brigitte Albers, die zu den Urgesteinen der Laienspieltruppe gehört. „Eine Welturaufführung ist das. Das haben wir vorher auch nicht gewusst, als wir das Stück bestellt haben“, ergänzt Heinz Albers. Zwei- bis dreimal die Woche hätten sie in der letzten Zeit geprobt. „Das ist unheimlich anstrengend und auch eine ganz intensive Zeit für uns. Aber es macht trotzdem sehr viel Spaß“, sagt Hannes Wolgast, der vor Jahren mal über den Gartenzaun gefragt wurde, ob er bei De Zarpener Plattenspeeler mitmachen wolle.

Aufführungen

Donnerstag, 22. November, 19.30 Uhr, Freitag, 23. November, 19.30 Uhr, Sonnabend, 24. November, 19.30 Uhr und Sonntag, 25. November 14 Uhr. Alle Aufführungen finden in der kleinen Turnhalle von Zarpen statt. Der Eintritt kostet 7,50 Euro. Einlass ist eine Stunde vor Beginn. Vorverkauf: Gärtnerei Meier und Gärtnerei Köhn. Weitere Infos: www.plattenspeeler.zarpen.de

Das Platt bereitete den Schauspielern zunächst Schwierigkeiten

„Zuerst hatten wir böse Probleme mit dem Platt. Das war nämlich nicht unser Platt, wir mussten das erst mal übersetzen“, so Heinz Albers. Das Stück sei auf Oldenburger Mundart verfasst worden - mit Ausdrücken, die kein Mensch hier oben kenne. „Mudder“ habe in der ursprünglichen Version zum Beispiel „Mamme“ geheißen. „Wenn man das Stück liest, und man kann es am Anfang nicht einmal verstehen - das ist schon schwierig“, meint Hanno Rath. Vielleicht könne man sich dadurch aber ungefähr vorstellen, wie viel Arbeit die Theatergruppe in die Inszenierung gesteckt habe.

Bei der Laiengruppe hat jeder ein Mitspracherecht – einen Regisseur gibt es nicht

Einen Regisseur gibt es bei der Zarpener Theaterspielgruppe nicht. „Das machen wir alles gleichberechtigt. Jeder hat mal Vorschläge, wie man was verbessern kann“, sagt Brigitte Albers. Die wichtigste Rolle, da sind sich alle einig, fülle Souffleur Michael Lüer aus. „Er hilft uns bei Textunsicherheiten auf die Sprünge.“ Für das Einstudieren der Dialoge habe jeder sein eigenes Patentrezept. Hannes Wolgast lernt bei den Proben am leichtesten. „Ich muss ganz schön büffeln, da gehen ein paar Stunden drauf zu“, meint Heinz Albers. „Gregor liest sich das Stück nur einmal durch und kann es schon“, weiß Brigitte Albers. Der 29-Jährige nehme nicht einmal das Buch mit nach Haus, hätten seine Mitspieler beobachtet. Dafür seien alle anderen Improvisationstalente. „Das gehört einfach dazu“, so De Zarpener Plattenspeeler.

Vier Aufführungen in der kleinen Turnhalle in Zarpen sind für „Urlaub up den Hanckenhoff“ vorgesehen. Insgesamt 34 Leute sorgen dafür, dass bei den Aufführungen alles bestens klappt. Dazu gehören neben den acht Schauspielern und dem Souffleur Anke Lüer für die Maske, das Team vom Bühnenaufbau und der Eingangskontrolle sowie den vielen den fleißigen Helfern hinter dem Tresen. „Ohne die würden wir das gar nicht hinkriegen“, so Heinz Albers.

Einnahmen werden größtenteils gespendet

Aus den Eintrittsgeldern wird nicht nur die Aufführungsgebühr und die Bühnenausstattung finanziert, die Theatergruppe fördert auch Plattdeutsch-Projekte an der Zarpener Grundschule. „Wir unterstützen außerdem die Jugendfeuerwehr und die Kindergärten im Dorf“, so Heinz Albers. Mit Glück bleibe noch etwas Geld für ein kleines Fest der Theatergruppe übrig.

Britta Matzen