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Stormarn Wenn der Chor ein Stück Heimat wird
Lokales Stormarn Wenn der Chor ein Stück Heimat wird
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21:25 18.01.2014
Klein Wesenberg

„Wir machen keine Experimente, sondern greifen lieber auf kleine und gängige Stücke zurück“, sagt Klaus-Rainer Martin, der gleich mehrere Funktionen in der Kirchengemeinde Wesenberg innehat. Er ist Vorsitzender des Kirchenbauvereins und des Vereins zur Förderung der Kirchenmusik in Klein Wesenberg. Er ist aber auch Sänger im Kirchenchor der Gemeinde, einer von vier Männern neben 20 Frauen.

Weil auch hier wie in so vielen Chören die männlichen Vertreter Mangelware sind, muss Susanne Magritz als Tenorstimme herhalten. „Das schafft sie spielend“, sagt Thomas Bottke (47), der von Lübeck-Moisling einmal wöchentlich nach Klein Wesenberg zur Chorprobe fährt. Nach zwölf Jahren Pause hat er wieder angefangen zu singen und ist jetzt eine der beiden Bassstimmen des Chors. „Die Gemeinschaft und das Miteinander zählen für mich. Außerdem wird nicht getratscht. Denn das mag ich gar nicht“,sagt der Lübecker.

Ursprünglich waren die Klein Wesenberger Sänger Teil einer Singgemeinschaft, zu der auch Chormitglieder der Lübecker Paul- Gerhardt-Gemeinde gehörten. Auftritte gab es schwerpunktmäßig in der Hansestadt. Vielleicht war es Wunschdenken oder Weitsicht, als Ulrich von Papen im Jahr 2000 den Verein zur Förderung der Kirchenmusik in Klein Wesenberg gründete. Die Musik vor Ort war sein Hauptanliegen. Bis der Kirchenchor Klein Wesenberg gegründet wurde, sollten jedoch noch fünf Jahre vergehen.

Erst 2005 trennten sich die Klein Wesenberger Sänger von den Mitstreitern der Paul-Gerhard-Gemeinde. Erster Chorleiter war der Kirchenmusikstudent Christoph Jakobi, der bis 2012 den Ton in Klein Wesenberg angab. Seitdem untermalt der Chor zehn besondere Gottesdienste mit seiner Musik, für die Notenkenntnisse nicht unbedingt erforderlich sind. Kleine Choräle, die man schnell auswendig lernen kann, stehen auf dem Repertoireverzeichnis des Chores, der sich der klassischen Kirchenmusik verschrieben hat.Ab und an aber schieben die Sänger gerne einen Gospel ein. Gelernt hatten sie ihn in einem Gospelworkshop, der allen so gut gefiel, dass in diesem Jahr ein weiterer Workshop stattfinden soll.

Die jüngste Sängerin ist Sophie Heyer, die mit ihren zwölf Jahren erheblich aus der Altersstruktur der Sänger ausschert. Gemeinsam mit ihre Mutter singt sie im Kirchenchor, den sie spannend findet. „Hier kann ich bestimmt noch eine Menge lernen“,, ist sie überzeugt. Hamberge ist der Heimatort von Monika Niehus, die jedoch inzwischen in Lübeck wohnt und dort bereits von verschiedenen Chören umworben wird. „Nicht, weil ich so gut singen kann, sondern weil ich noch keine 60 bin“, sagt die Chorsängerin.

59 Jahre ist sie alt und damit jünger als viele andere Sangesbrüder und -schwestern in den Kirchenchören der Umgebung. Dass sie sich den Kirchenchor Klein Wesenberg ausgesucht hat, hat gleich mehrere Gründe: „Ich fühle mich wohl hier und bin von allen gut aufgenommen worden. Dann habe ich eine Fahrgemeinschaft mit Elke Schick, die auch aus Lübeck kommt. Außerdem habe ich bei den Konzerten schon viele Menschen getroffen, die ich von früher kannte. Und ich habe gemerkt: Das hier ist wie ein Stück Heimat für mich.“

Petra Dreu

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