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Stormarn Bad Oldesloe: Wie gefährlich war der Brand bei Borowski und Hopp?
Lokales Stormarn Bad Oldesloe: Wie gefährlich war der Brand bei Borowski und Hopp?
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08:00 30.05.2019
Manfred Lieder hat den Brand bei Borowski und Hopp aus nächster Nähe erlebt und fürchtet, dass es irgendwann zu einer größeren Havarie kommen könnte. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

 Manfred Lieder macht sich Sorgen. Der Oldesloer wohnt im Stoltenrieden und damit rund 250 Meter vom Recycling-Unternehmen Borowski und Hopp entfernt, bei dem es vor dreieinhalb Wochen gebrannt hat. Er fürchtet nun, dass es eines Tages zu einer größeren Katastrophe kommen könnte.

Anwohner befürchtet Sicherheitsrisiko nach Brand

Etwas über 250 Meter entfernt liegt das Recycling-Unternehmen Borowski und Hopp vom Oldesloer Stoltenrieden entfernt. Quelle: Dorothea von Dahlen

„Wir sind an diesem Tag aus Lübeck zurückgekommen und haben die pechschwarze Rauchwolke aufsteigen sehen und miterlebt, wie der Verkehr umgeleitet wurde“, erzählt er. „Dass die Polizei keinen Atemschutz getragen hat, ist verwunderlich. Solch ein Qualm reizt doch Augen und Lunge.“ Selbst bis zum Netto-Supermarkt und in der Tiefgarage von Kaufland habe es penetrant gestunken. „Das war ja schon der zweite Brand auf dem Firmengelände. Zum Glück ist alles glimpflich ausgegangen. Aber was, wenn sich so ein Feuer doch mal ausbreitet? Das ist unsere größte Sorge. Schließlich haben wir hier zwei Tankstellen in unmittelbarer Umgebung“, sagt Lieder.

Ihm zufolge seien viele Leute in der Nachbarschaft besorgt. Denn im Umkreis gebe es so einige Mehrfamilienhäuser, die im Havariefall betroffen sein könnten. „Das richtet sich nicht gegen die Firma. Recycling ist absolut wichtig“, räumt der Oldesloer ein. Doch stelle sich die Frage, ob ein solches Unternehmen an diesem Gebiet der Stadt richtig untergebracht sei. Schließlich gebe es in Bad Oldesloe Gewerbegebiete, die weit genug vom bewohnten Stadtkern entfernt seien. Inwieweit tatsächlich brenzlige Stoffe mit in Flammen aufgegangen seien, sei sicherlich von den Brandermittlern der Polizei eruiert worden.

Polizei: Kein Grund für Ermittlungen

„Der Brand ist ja entstanden, als ein Schaufelbagger den Schrott umlagern wollte. Dabei ist es offenbar zu einer Selbstentzündung gekommen“, sagt Polizeisprecher Holger Meier. Von anderen Verwertungsbetrieben sei bekannt, dass dies nicht selten geschehe. Aus polizeilicher Sicht seien keine weiteren Ermittlungen eingeleitet worden, da kein Schaden entstanden sei.

Stahlwände schützen vor Funkenflug

Zur potenziellen Gefährdung der Bevölkerung durch den Ausbruch eines Feuers auf dem Firmengelände äußert sich Gemeindewehrführer Olaf Klaus. Er stellt klar, dass das Unternehmen als Recycling-Betrieb besonders geprüft und zertifiziert sei. Extra hohe Stahlwände aus dem Schiffsbau seien dort installiert worden, um zu verhindern, dass ein Feuer sich durch Funkenflug ausbreiten könne. Außerdem seien auf eigene Kosten Pulverlöschbehälter angeschafft worden, sodass die Mitarbeiter schon vor dem Eintreffen der Feuerwehr selbst Hand anlegen könnten. Nicht zuletzt stehe der Betrieb in Verhandlungen mit den Stadtwerken, dass auf dem Firmengelände ein Hydrant installiert werde. Dem Senior-Chef sei an Sicherheitsmaßnahmen sehr gelegen.

Feuerwehr gibt Entwarnung

„Außerdem hat es deutschlandweit noch nie eine so große Gefahrenlage durch Feuer an Tankstellen gegeben, bei der auch Siedlungen in der Umgebung zu Schaden gekommen wären. Und Pkw, die an Tankstellen in Vollbrand geraten sind, gab es schon öfter, auch in Stormarn“, erklärt der Gemeindebrandmeister. Schließlich seien die Benzintanks an den Zapfsäulen durch Ventile gesichert. Vor dem beim Brand entstandenen Rauch hätten zudem rechtzeitig das Warnsystem und die Radiodurchsagen gewarnt.

Recycling-Betrieb im Mischgebiet rechtmäßig

Bürgermeister Jörg Lembke sieht ebenso wenig Handlungsbedarf. Die Firma Borowski und Hopp befinde sich laut dem gültigen Flächennutzungsplan der Stadt in einem Mischgebiet, wo Recycling-Betriebe ausdrücklich zugelassen seien. Insofern genieße die Firma absoluten Bestandsschutz. Selbst wenn die Stadt Wohngebiete in der Nähe errichte, müsse dies beachtet werden. Außerdem stehe es einer Kommune nicht zu, sich in privatrechtliche Entscheidungen einzumischen. Im Übrigen hätte die Stadt schon längst gehandelt, wenn es eine reelle Gefahrenlage im Zusammenhang mit dem Recyclingunternehmen gäbe.

Der Firmenchef selbst befindet sich in Urlaub und war deshalb nicht erreichbar. Er stehe aber zu einem späteren Zeitpunkt für Auskünfte zur Verfügung, teilte ein Mitarbeiter des Unternehmens mit.

Dorothea von Dahlen

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