Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Wintereinbruch legte Verkehr lahm
Lokales Stormarn Wintereinbruch legte Verkehr lahm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
22:10 18.01.2018
Stillstand am Kreisel Richtung A 1: Auch im Oldesloer Stadtgebiet ging über Stunden nichts mehr. Quelle: Foto: Dvd
Anzeige
Bad Oldesloe

Im gesamten Stadtgebiet war am Mittag höchste Vorsicht geboten. Auf seifenglattem Schnee rutschten die Fahrzeuge selbst bei sanften Bremsmanövern an Kreuzungen oder Einmündungen weg – glücklich, wer über ein Antiblockiersystem verfügte.

Obwohl angekündigt, hat der Wintereinbruch mit Schnee und Eisglätte gestern Autofahrer wie Streudienste kalt erwischt. Auf den Autobahnen stellten sich Lkw quer, Abfahrten wurden gesperrt. In Bad Oldesloe standen die Räumfahrzeuge im Stau.

Engpass Baustelle

Anzeige

Als hinderlicher Flaschenhals erwies sich bei dieser Wetterlage mehr denn je die Baustelle an der Anschlussstelle zur A 1 auf der Bundesstraße 208. Denn ausgerechnet in Fahrtrichtung Ratzeburg, kurz vor der Ampelanlage, nach der der Verkehr wechselseitig an der Baustelle vorbeigeführt wird, waren zwei Lkw liegen geblieben. Dies führte dazu, dass die nachfolgenden Fahrzeuge selbst bei Grün nicht mehr vorankamen. Es bildeten sich lange Staus – auch in Richtung Bad Oldesloe. Im Kreisverkehr beim Obi-Baumarkt, der wegen seiner abschüssige Lage ohnehin bei Glätte gefürchtet ist, musste ein entglittener Wagen wieder „aufs Gleis“ gestellt werden. Alles in allem staute sich der Verkehr bis an die Kreuzung Mewesstraße.

Viele kleinere Unfälle

Ein Sprecher der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS Süd) in Bad Oldesloe, zuständig für die Einsätze von Feuerwehren und Rettungsdiensten in den Kreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein, sprach von einem relativ normalen Einsatzaufkommen. Größere Unfälle habe man dort nicht registriert. Rettungswagen und Feuerwehren konnten bei solchen Wetterverhältnissen nur langsam fahren. Die Polizei zählte zahlreiche kleinere Unfälle, wie viel genau, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

40 Kilometer Stau

Auf der Autobahn 1 herrschte teilweise Chaos. In Richtung Norden stand der Verkehr zeitweise still, weil sich Sattelzüge auf der sehr glatten Fahrbahn quer gestellt hatten. Und auch die Auf- und Abfahrten waren vereist, so dass die 40-Tonner – einige offenbar mit Sommerreifen unterwegs – nicht die Steigungen hinauf kamen.

Auf Höhe der Rastanlage Buddikate Ost in Richtung Lübeck stand der Verkehr zeitweilig auf allen drei Fahrspuren im dichten Schneetreiben; die großen Sattelzüge nicht nur auf dem rechten, sondern auch auf dem mittleren Fahrstreifen. Von einer Rettungsgasse war weit und breit nichts zu sehen. Noch schlimmer ging es auf der Autobahn 21 in Richtung Kiel zu. Dort gab es zähfließenden bis stockenden Verkehr mit zeitweiligem Stillstand auf einer Länge von bis zu 40 Kilometern.

Im Dauereinsatz

Die Autobahnmeisterei Bad Oldesloe hatte alle Hände voll zu tun. Mit insgesamt zehn eigenen und weiteren 16 Streufahrzeugen von Fremdfirmen war alles im Einsatz, um den Verkehr am Laufen zu halten.

„Unser Hauptaugenmerk lag zunächst im Südbereich unseres Kreises, wo es viel schlimmer war, als hier oben weiter nördlich“, sagte Sprecherin Carolin Rönna. Schon in der Nacht sei die Autobahn gestreut worden, und nach dem Einsetzen des Schneefalls habe man dann auch geräumt. Das werde noch weitergehen. Die Mitarbeiter würden inzwischen in einem Drei-Schichtbetrieb arbeiten.

Lkw-Fahrer am Limit

Auch auf den Autobahnen hatten Brummifahrer gestern ihre Not. Wie Olaf Elies, Verkehrsleiter der Oldesloer Spedition Schmechel berichtete, kamen seine Kollegen aufgrund vieler witterungsbedingter Unfälle nur mit reichlich Verspätung zu ihren Zielorten. „Einer unserer Leute steckt seit mehr als drei Stunden auf der A 21 fest und ein Ende ist noch nicht abzusehen“, sagte er. Vor dem Kreuz Bargteheide Richtung Bad Oldesloe sei ein Lkw in den Graben gerutscht und müsse nun geborgen werden. „Sobald ein Berg kommt, wird es gefährlich. Da kommen manche Laster nicht mehr von der Stelle“, erklärte der Verkehrsspezialist.

Räumfahrzeuge standen im Stau

Die Räumfahrzeuge des Oldesloer Bauhofs sind gestern selbst Opfer der Wetterverhältnisse geworden. „Wir sind mit acht bis zehn Fahrzeugen im Stadtgebiet unterwegs, um zu räumen und zu streuen“, erklärte Bauamtsleiter Dirk Blanke. „Die Wetterverhältnisse verlangen das volle Programm. Hauptproblem ist, dass auch die Streufahrzeuge wegen des Verkehrs nicht durchkommen.“ Denn wegen vieler Hindernisse auf der Autobahn fahre alles durch die Stadt. „Eines unserer Fahrzeuge hat mittags von der Schützenstraße bis zum Sandkamp mehr als eine Stunde gebraucht.“

Mülltonnen blieben stehen

Auch der Müll ist am Donnerstag liegen geblieben. „Wir haben die Abfallsammlung im gesamten Kreis eingestellt“, erklärte Olaf Stötefalke, Sprecher der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH). „Unsere Fahrzeuge können nicht mehr fahren und sind teilweise von der Fahrbahn abgekommen.“ Der Müll werde abgeholt, sobald sich das Wetter bessere. „Wichtig ist, dass die Kunden die Behälter an der Straße stehen lassen sollen. Der Müll wird Freitag oder Sonnabend abgeholt“, sagte Stötefalke.

In Lebensgefahr

Bei einem Glätteunfall gestern Morgen in der Lübecker Straße in Bargteheide ist eine 66-jährige Frau lebensgefährlich verletzt worden. Nach dem bisherigen Erkenntnisstand der Polizei kam die Autofahrerin mit ihrem Ford von der Fahrbahn ab und krachte in ein parkendes Auto. Ihr fünfjähriger Enkel blieb unverletzt. Die beiden Insassen des parkenden Wagens kamen mit dem Schrecken davon. Es entstand ein Sachschaden von ca. 7000 Euro. Die Straße war für etwa eine Stunde voll gesperrt.

 Jeb, Dvd, Ba, Mt

Anzeige