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Stormarn „Wir waren froh, dass wir lebten und gesund waren“
Lokales Stormarn „Wir waren froh, dass wir lebten und gesund waren“
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18:19 08.08.2014
Bei Alarm in den Knick: Die kleine Irma mit etwa zehn Jahren.
Reinfeld

Irma Hoppenstedt hat den Krieg auf dem elterlichen Hof in Rethwischfeld erlebt. Neun war sie, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Ihr Vater war krank und starb 1941, ein Bruder fiel an der Front. Übrig blieben Mutter und ihre beiden Schwestern. „Ich war immer die Kleine“, erinnert sich die heute 84-Jährige, die im Reinfelder Ortsteil Binnenkamp wohnt. „Und Mutter war immer da. Ich habe erst viel später begriffen, was sie in den Jahren alles geleistet hat“, sagt die Seniorin. 25 Hektar hatten die Frauen zu bewirtschaften.

Hilfe gab es von Polen und Russen. Auch Irma musste aufs Feld, Rüben hacken und einfahren helfen. Melken stand ebenso auf der Tagesordnung: „Wir hatten 15 Kühe und damit Milch.“ Es gab kein Telefon, „aber noch während des Krieges bekamen wir Strom. Bis dahin hatten wir nur Petroleum.“ Über das Radio erfuhr die Familie Neuigkeiten. Zur Schule ging es zu Fuß oder mit dem Fahrrad. „Mehr hatten wir nicht“, erzählt Irma Hoppenstedt. „Wir haben aber nichts vermisst. Wir waren froh, dass wir lebten und gesund waren.“

Den Bombenangriff auf Bad Oldesloe erinnert die Seniorin noch sehr gut. „Viele Bomben fielen ja nur einen Kilometer entfernt aufs Feld“, sagt Irma Hoppenstedt. „Mutter wollte, dass wir uns im Keller verstecken. Aber wir hatten ein Strohdach. Wir wären ja nie wieder da heraus gekommen. So haben wir uns an den nächsten Knick geschmissen. Wie immer bei Alarm.“

Mit den Einquartierungen von Flüchtlingsfamilien kamen für das Mädchen endlich Kinder auf den Hof. „Wir haben viel draußen gespielt, Ball oder Murmeln. Und gesungen wurde viel.“ Politik — „darüber wurde wenig gesprochen“.

vb

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