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Stormarn Wird Bargteheide Fairtrade-Stadt?
Lokales Stormarn Wird Bargteheide Fairtrade-Stadt?
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08:00 09.11.2019
Die "Beste Trave Schokolade" gehört in Bad Oldesloe zum Fairtrade-Sortiment.. Quelle: Susanna Fofana
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Bargteheide

Die SPD in Bargteheide will beim nächsten Umweltausschuss am 20. November den Antrag stellen, dass Bargteheide „Fairtrade-Stadt“ werden soll. „Bargteheide tut schon viel für den Klimaschutz“, begründet der Fraktionsvorsitzende Mehmet Dalkilinc den Schritt. „Mit dem Befolgen von Fair-Trade-Richtlinien könnten wir nicht nur einmalig etwas machen, sondern langwierige Maßnahmen einleiten.“ Zudem trüge es zum Image der Weltoffenheit bei, weil das Siegel weltweit vergeben werde. 2015 ist Bad Oldesloe als erste Stadt in Stormarn als Fairtrade-Stadt zertifiziert worden, als zweite Stadt im Kreis kam 2018 Reinfeld hinzu. Weltweit gibt es über 2000 Kommunen, die das Siegel tragen.

Waren aus fairem Handel

Fairtrade kennzeichnet Waren, die aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden, heißt es auf der Internetseite der Organisation, die die Zertifikate vergibt. Das Fairtrade-Siegel stehe für fair angebaute und gehandelte Produkte, bei denen alle Zutaten zu 100 Prozent unter Fairtrade-Bedingungen gehandelt und physisch zurück verfolgbar seien. Die Fairtrade-Standards umfassten soziale, ökologische und ökonomische Kriterien, um eine nachhaltige Entwicklung der Produzentenorganisationen in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu gewährleisten. „Die Fairtrade-Standards beziehen sich dabei unter anderem auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und eine Vielzahl internationaler Abkommen und bringen diese in die Form konkreter, überprüfbarer Kriterien.“

Mehmet Dalkilinc Quelle: hfr

Um das Siegel zu erhalten, müssten auch in Bargteheide bestimmte Kriterien erfüllt werden. „Sollte ein Beschluss dazu gefasst werden, müsste zunächst eine Steuerungsgruppe gebildet werden, der Vertreter aus Verwaltung, Politik und dem Einzelhandel in Bargteheide angehören“, so Dalkilinc. Zu den Verpflichtungen gehöre beispielsweise, dass lokale Geschäfte, städtische Einrichtungen, Cafés, Restaurants, Vereine oder die Kirche fair gehandelte Produkte anbieten. „Begleitet würde das von den Medien, um öffentlich zu machen, welche Bedeutung fairer Handel hat.“ Alle zwei bis drei Jahre gebe es eine Evaluation, die nötig sei, um das Siegel auch weiterhin führen zu dürfen. „Das stärkt den fairen Handel und ist ein gutes Marketing-Argument“, sagt Dalkilinc. In Bad Oldesloe ist das Siegel gerade bis 2021 verlängert worden.

Verwaltung ist für die Idee offen

In der Bargteheider Verwaltung ist man für den Antrag offen. „Grundsätzlich begrüßt die Verwaltung die Initiative“, erklärt Stadtsprecher Alexander Wagner. „Das passt gut zu den grundsätzlichen Ziele der Stadt.“ Es gelte aber, zunächst die Einzelheiten genau zu prüfen, die mit einem Einhalten der Kriterien einhergingen. In der Verwaltung werde bisher kein konsequenter Bezug von fair gehandelten Produkten betrieben. „Aber wir verwenden Papier mit dem Umweltschutz-Siegel „Blauer Engel“ und eigenes Wasser.“ Ein Fairtrade-Konzept müsse nach einem Beschluss dafür dann auf den Weg gebracht werden. Bisher gebe es keine Selbstverpflichtung dazu.

Ausschuss entscheidet

Der Ausschuss für Umwelt, Klima und Energie trifft sich am Mittwoch, 20. November, um 18.30 Uhr im Ratssaal Bargteheide. CDU, FDP, WfB und Grüne wollen weitere Anträge für einen verbesserten Klimaschutz stellen.

Wolfgang Sarau, Vorsitzender des „Ring Bargteheider Kaufleute“ (RBK), kann nicht für alle sprechen, ehe er das Thema nicht mit anderen im RBK diskutiert hat. „Das ist ein schwieriges Thema für den Handel“, erklärt er. Es sei davon auszugehen, dass fair gehandelte Produkte teurer seien als die üblichen Produkte auf dem Markt. Das müsse an den Kunden weitergegeben werden. „Nicht jeder ist bereit, das zu finanzieren“, gibt Sarau zu bedenken.

Die Idee finde er grundsätzlich gut, man müsse etwas machen, um die Handelsbedingungen zu verbessern. „Aber wer ist bereit, dafür mehr Geld auszugeben?“ Es sei gut, wenn jeder in seinem Kosmos anfange, etwas zu verbessern. Im Übrigen müssten die genauen Kriterien abgewartet werden. Letztes Wort über den Antrag – sollte er eine Mehrheit finden – hat die Stadtvertretung.

Bargteheide könnte Fairtrade-Stadt werden. Quelle: Bettina Albrod

 

Von Von Bettina Albrod

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