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Stormarn Wirtschaftsboom in Stormarn: Unternehmen wetteifern um Flächen
Lokales Stormarn Wirtschaftsboom in Stormarn: Unternehmen wetteifern um Flächen
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11:04 08.11.2019
Das Gewerbegebiet Süd-Ost in Bad Oldesloe wird nach jahrelangem Stillstand erschlossen. Die Nachfrage ist groß. Quelle: Markus Carstens
Bad Oldesloe

766 Quadratkilometer groß ist der Kreis Stormarn – und damit deutlich kleiner als etwa seine Nachbarkreise Segeberg und Herzogtum Lauenburg. Der größte Teil wird landwirtschaftlich genutzt, in den kommenden Jahren benötigt Stormarn aber neue Flächen für Wohnungen sowie neue Firmen. Von derzeit rund 242 000 Einwohnern soll der Kreis in den kommenden zehn Jahren laut Prognosen auf rund 252 000 anwachsen. Zum Vergleich: Im Lauenburgischen leben rund 195 000 Menschen.

Keine konjunkturelle Eintrübung

Aber auch bei Unternehmen bleiben der Hamburger Rand sowie die Achse LübeckHamburg äußerst beliebt. Die drohende Wirtschaftsflaute ist ebenfalls noch kein Thema. „Wir wissen nicht, was der Herr in den USA noch so treiben wird. Aber derzeit spüren wir vor Ort noch keine Eintrübung. Es gibt eine anhaltend hohe Nachfrage“, sagt Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), vor den Mitgliedern des Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschusses des Kreises.

Und auch für die nächsten Jahre ist ein Ende des Booms offenbar nicht in Sicht. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt auch eine Untersuchung des Regionalmanagements im Hansebelt, die Detlev Hinselmann vorstellte. Danach hat Stormarn bis 2035 im Vergleich zu allen anderen Nachbarkreisen den höchsten Bedarf an Gewerbeflächen. „152 Hektar werden bis 2030 benötigt, bis 2035 sogar 211 Hektar“, erklärt Günter Fischer von der Kreisplanung. „Und das sind Netto-Zahlen, also ohne Erschließung der Gewerbegebiete und Ausgleichsflächen.“ An diese Zahlen kommt laut der Studie nur Lübeck mit einem Bedarf von 133 beziehungsweise 184 Hektar heran.

Wird Mönkhagen wieder ein Thema?

Wie die Hansestadt hat aber auch Stormarn das Problem, kaum noch neue Flächen ausweisen zu können. Umso froher ist WAS-Chef Hinselmann darüber, dass nach zähen Verhandlungen endlich der Autohof in Hammoor an der A 1 gebaut werden kann. Überhaupt seien Lagen an den Autobahnen für Firmen sehr attraktiv.

Sogar der Standort Mönkhagen im Norden Stormarns an der A 20 wurde auf der Ausschusssitzung erneut genannt. Zuletzt fiel der Name der Gemeinde vor einigen Jahren in der Diskussion um neue Gewerbegebiete. „Dafür muss aber erst die A 20 weitergebaut werden“, sagt Hinselmann und glaubt nicht an eine mittelfristige Realisierung des Projekts. Verkehrstechnisch sei es jedoch auch unabdingbar, aus der B 404 von Bargteheide bis Geesthacht eine Autobahn zu machen, ergänzt Wolfgang Gerstand (CDU) aus Bad Oldesloe, Vorsitzender der Kreis-Planungsausschusses.

Kein Thema heißer als Schaffung von Wohnraum

Hamburg explodiert, hat bald zwei Millionen Einwohner“, sagt Detlev Hinselmann. „Das hat unmittelbare Auswirkungen auf Stormarn.“ Kein Thema sei derzeit heißer als die Schaffung von Wohnraum. Doch ähnlich verhalte es sich mit den Gewerbeflächen. Hinselmann setzt daher auf interkommunale Lösungen. In Hammoor wollen zum Beispiel auch Lasbek, Steinburg und Todendorf partizipieren. Und in Stapelfeld entsteht sogar ein länderübergreifenden Gewerbegebiet.

Eine weitere Möglichkeit für die Ansiedlung neuer Unternehmen sei das Recycling von Flächen wie zum Beispiel derzeit in Trittau. Nach der umfassenden Beseitigung von Altlasten haben laut Hinselmann zwei benachbarte Unternehmen Interesse an dem Areal in der Bunsenstraße. Voraussichtlich 2021 könne es bebaut werden.

Wettbewerb um Flächen

„Es gibt einen großen Wettbewerb um Flächen für Wohnen, Gewerbe und Natur“, sagt Stormarns Kreispräsident Hans-Werner Harmuth. „Im Dialog mit den Kommunen sollten wir überlegen, ob wir auf den Gewerbeflächen nicht auch über die Grenze von zwölf Metern bauen.“

Auch Detlev Hinselmann geht davon aus, dass es in Zukunft in diese Richtung gehen wird. „14 bis 18 Meter Höhe sehen für die Bürger in der Nähe nicht attraktiv aus, sind aber sehr effektiv.“ Ganz oben auf den Gebäuden könnten Büros gesetzt werden. Und in Hamburg sei es jetzt schon Trend, „Autos vertikal zu stapeln“, also zum Beispiel auch Parklifte einzusetzen. Eine Verdichtung sei absolut zeitgemäß und notwendig.

Von Markus Carstens

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