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Stormarn Zarpener Grundschüler spielen „Der kleine Prinz“ auf Platt
Lokales Stormarn Zarpener Grundschüler spielen „Der kleine Prinz“ auf Platt
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14:00 17.06.2019
Dritt- und Viertklässler der Dörfergemeinschaftsschule am Struckteich in Zarpen führen am 19. Juni "Der kleine Prinz" auf plattdeutsch auf. Die Schüler lernen die niederdeutsche Sprache mit Begeisterung. Das merkt man ihnen an, denn sie sprechen Platt schon richtig gut. Quelle: Britta Matzen
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Zarpen

„Mol mi en Schaap.“ „Ik kann nich molen.“ „Dat mokkt nix. Mol mi een Schaap.“ Ein Pilot ist in der Sahara notgelandet. Nachdem er die Nacht mutterseelenallein in der Wüste verbracht hat, wird er am nächsten Morgen von einem kleinen Kerl geweckt, der sich von ihm die Zeichnung eines Schafes wünscht.

Der Pilot, gespielt von Marei, malt schließlich entnervt eine Kiste. „Dat is een Kist, dat Schaap is dor binnen.“ Damit stellt er das kleine Kerlchen zufrieden und öffnet so die Tür zur Welt des kleinen Prinzen. Der Pilot erfährt, dass der kleine Prinz, dessen Rolle auf der Erde die Viertklässlerin Frieda übernommen hat, von einem winzigen Planeten stammt und vor einer Blume floh. Er hatte sich in sie verliebt, doch vermochte er weder ihre seltsamen und eitlen Gebärden noch seine eigenen Gefühle für sie zu enträtseln. So begab er sich auf eine Reise von Planet zu Planet, um Erfahrungen zu sammeln und Freunde zu finden.

„De lütte Prinz“ mit de Zarpener „Platt-Kinner“

Weltweit hat das Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry aus dem Jahre 1943 für Furore gesorgt. Jetzt auch in Zarpen. Auf Platt versteht sich. Aufgeführt wird das Stück am Mittwoch, 19. Juni, um 10 Uhr von Schülern der dritten und vierten Klassen der Dörfergemeinschaftsschule (DGS) am Struckteich.

Die Aufführung

„De lütte Prinz - Der kleine Prinz auf platt“ wird am Mittwoch, 19. Juni, um 10 Uhr in der Turnhalle der Dörfergemeinschaftsschule am Struckteich in Zarpen aufgeführt. Die Plattdeutsch-Schüler der ersten und zweiten Klassen präsentieren vorab ein Lied. „Jeder kann kommen“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Tanja Schiprowski. Es kostet keinen Eintritt, aber es wird eine Spendenbox aufgestellt. „Für weitere Kulissen, Material und vielleicht auch mal für andere Mikros“.

„De lütte Prinz“ ist nicht gerade ein leichter Stoff für Neun- und Zehnjährige. Doch elf der 17 Zarpener „Platt-Kinner“ waren im Frühling bei der Plattdeutschen Theater Werksteed am Scheersberg in Angeln. „Die hatten in diesen anderthalb Tagen den ,kleinen Prinzen’ auf Plattdeutsch einstudiert. Die anderen Eltern und ich waren ganz platt“, schildert Tanja Schiprowski von der Schulleitung der DGS. Sie seien so begeistert gewesen, dass schnell die Entscheidung getroffen wurde, das Stück auch an der DGS aufzuführen. Sie bekamen das niederdeutsche Skript und verteilten die Rollen so, dass jeder der lütten plattdütschen Speeler der DGS eine der Figuren darstellen durfte.

Für jedes Kind eine Rolle

„Die Rolle des kleinen Prinzen haben wir geteilt. Frieda spielt den Prinzen auf der Erde, Inga aus der 3a den kleinen Prinzen auf den anderen Planeten“, sagt Schiprowski. Die Rolle des Piloten wird von drei Kindern gespielt: Marei, Luca und Annukka. Außerdem gibt es verschiedene Szenen mit dem König (Bennet), dem Diener (Jonas), dem Eitlen (Inka), dem Säufer (Pelle) und dem Laternenanzünder (Mika). Der kleine Prinz trifft auch die Rose (Pia) und den Fuchs (Merle), den er „toamt“ (zähmt) und der ihm „votroot“ (vertraut). Außerdem trifft er auf die Schlange (Lona), die ihn am Ende tötet. In weiteren Rollen: Lars, Ive Steen, Dominik, Thimon und Hanna.

Die Lehrerinnen Birte Rieck und Tanja Schiprowski freuen sich schon auf die Aufführung, die sie mit den Schülern einstudiert haben: "Die Kinder sind mit so viel Begeisterung dabei." Quelle: Britta Matzen

Aber weil bei der Aufführung alle Schulkinder zuschauen, auch die kleinen, soll es weniger dramatisch und traurig sein. „Der kleine Prinz lässt nur die Hülle da und kehrt auf seinen Planeten zurück“, erzählt die stellvertretende Schulleiterin Tanja Schiprowski.

„Plattdeutsch macht sehr viel Spaß“

Beeindruckend ist nicht nur die schauspielerische, sondern auch die sprachliche Leistung der Mädchen und Jungen. Wenn der Fuchs seine Botschaft formuliert: „Een sieht nur goot mit sien Hart“, dann klingt das, als hätte die kleine Merle nie etwas anderes als Plattdeutsch gesprochen. „Plattdeutsch macht sehr viel Spaß“, sind sich die Kinder einig. „Tohuus schnacke ich nicht platt, aber manchmal bei meinem Opa. Ik kann ok fast allens verstahn“, sagt Bennet aus der 4a.

Tanja Schiprowski: „Egal, in welcher Klasse. Die Kinder sind total begeistert von Plattdeutsch. Die bleiben dafür gerne noch eine Stunde länger. Ich weiß nicht, ob sie den Klang so gerne mögen, aber es kommt einfach gut an.“ Bei einer Fachtagung hätten Experten von den Universitäten Greifswald und Lüneburg zudem berichtet, dass die zweisprachige Erziehung in Hoch- und Niederdeutsch für den Nachwuchs von Vorteil sei. „Es verwirrt nicht, sondern hilft den Kindern bei der nächsten Fremdsprache.“

Britta Matzen

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