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Stormarn Zoff im Nordstormarner Schilderwald
Lokales Stormarn Zoff im Nordstormarner Schilderwald
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20:10 22.12.2014
Harald Pieper aus Mönkhagen hatte die Schilder selbst bezahlt, um ungebetene Gäste fernzuhalten. Sie wurden wieder abgebaut. Quelle: Fotos: ukk/LN-Archiv
Reinfeld

Die Stormarner Verkehrsaufsicht macht sich in Reinfeld und in Mönkhagen derzeit unbeliebt.

Vor allem Eltern wünschen sich in der Reinfelder Paul-von-Schoenaich-Straße einen Zebrastreifen etwa auf Höhe der Grundschule. „Aber wir sind an rechtliche Vorgaben gebunden“, sagt Behördenleiter Dirk Willhoeft. Er sei gehalten, Zebrastreifen in Tempo-30-Zonen zu verhindern, „weil der Autofahrer dort ohnehin an jeder Stelle mit Fußgängern rechnen muss“. Allein der Markttag, an dem mehr Fußgänger und Autos in der Straße unterwegs seien, rechtfertige einen Zebrastreifen nicht.

Als dort noch 50 Stundenkilometer erlaubt waren, „machte der Zebrastreifen durchaus Sinn“, argumentiert Willhoeft. Doch jetzt gefährde er eher die Fußgänger. „Denn zu viele Zebrastreifen in einer Stadt senken ihre Wertigkeit. Der Autofahrer nimmt sie kaum noch wahr.“

Die Empörung über eine Mail der Verkehrsaufsicht mit ähnlichem Inhalt, die Bürgermeister Heiko Gerstmann jetzt bei einer Ausschusssitzung verlesen hatte, veranlassten den Christdemokraten Lorenz Hartwig bereits zu Spekulationen über kommende Reaktionen von Eltern und Kindergärten: „Da kommt viel Unruhe auf. Mit öffentlichen Aktionen, vielleicht sogar mit Demonstrationen ist zu rechnen.“ Die Reinfelder würden gern selber über ihre innerstädtische Verkehrsführung entscheiden. Das dürfen sie aber nicht, weil die Stadt unter 20000 Einwohner zählt und damit in die Obhut der Verkehrsaufsicht gehört.

Die Behörde ist Proteste freilich gewohnt. Erst im Sommer hatte Klein Wesenbergs Bürgermeister Herbert David gegen den Abbau der Radwegeschilder auf den Seitenstreifen der Straßen protestiert.

„Unbegreiflich. Eine Unmöglichkeit“, wetterte er. Vergeblich. In jenem Fall hatten die Oldesloer Verkehrswächter schlicht ein Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichtes zur Radwegbenutzungspflicht vom November 2010 umgesetzt. Danach dürfen Radfahrer im Regelfall auf der Fahrbahn fahren. „Die Straßenverkehrsordnung gilt bundesweit“, sagt Behördenleiter Willhoeft. „Und wir setzen sie um.“ Doch auch Behörden können Fehler machen, glaubt der ehemalige Lübecker Polizist Harald Pieper. Sein Grundstück am Kreisverkehr neben der Autobahn 20 in Mönkhagen wird seit dem Abbau eines Durchfahrtverbotsschildes nächtens von Autofahrern und deren Hunden als Pinkel- und Kotfläche missbraucht. „Es wird hemmungslos die Hose runtergelassen“, schrieb er wiederholt an die Verkehrslenker. Die haltenden Autofahrer würden seine Haselnüsse ernten. Gleiches gelte für Him- und Brombeeren.

Seinen Protest können die Beamten in der Kreisverwaltung nicht nachvollziehen. „Die Entscheidung zum Abbau der Schilder sei von der eigenen Fachaufsicht „mehrfach überprüft worden. Sie ist rechtens“, argumentiert Willhoeft. Allein die Gemeinde Mönkhagen entscheide, wer den Weg nutzen darf. „Das können wir als Behörde nicht.“

Aber Harald Pieper, amtlich beurkundeter Verkehrsexperte, fährt jetzt schwere Geschütze auf: „Im gesamten Amtsbezirk Nordstormarn seien alle gesperrten Straßen mit den Verkehrszeichen 250 und 260 seit Jahren rechtswidrig.“ Sie seien weder angeordnet worden noch entsprechend dem Straße- und Wegegesetz teilentwidmet.

Jeder Autofahrer, der in eine dieser Straßen reinfahren möchte, werde jedoch genötigt, einen Umweg zu fahren. Harald Pieper: „Das ist ein Verstoß, den die Verkehrsaufsicht in Bad Oldesloe zu verantworten hat. Das ist schlichtweg Nötigung.“

Sechs Schilder allein in Mönkhagen und weitere in Nordstormarn seien nicht rechtmäßig. Unter anderem geht es Bürger Pieper um die seit langem umstrittene Sperrung der Straße Rodenbek, im Volksmund Redder genannt. Die Schranke auf halber Strecke nach Heilshoop sei zwar inzwischen abgebaut worden, doch jetzt würde dort ein Sackgassen-Schild stehen, „was einer Sperrung gleichkommt.“ Jeder, der einen Umweg fährt, könne Anzeige erstatten. Ex-Polizist Pieper hat sich dieses Mittels bereits bedient. Gegen einen Mitarbeiter der Verkehrsaufsicht hat er eine Dienstaufsichtsbeschwerde gestellt.

Die hat voraussichtlich keine Folgen. „Der Mitarbeiter hat korrekt gehandelt“, berichtet Verkehrsaufseher Willhoeft. „Für die Hinweise zu den sonstigen Durchfahrverboten danken wir aber.“ Deren Rechtmäßigkeit werde überprüft.

Offene Sackgasse
Seit einigen Jahren sorgt die Schranke im Redder zwischen Mönkhagen und Heilshoop für Zündstoff. Mehrmals musste sie repariert werden. Der Verkehr in der Straße war durch den Mönkhagener Autobahnanschluss zum Schleichweg geworden. Seit geraumer Zeit aber ist die Schranke abgebaut. Das Problem nur sieht Bürger Harald Pieper in der neuen Beschilderung. Jetzt werde die Straße als Sackgasse ausgewiesen, obwohl sie keine sei.

Uwe Krog

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