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Stormarn Zurück zum G9-Abitur?
Lokales Stormarn Zurück zum G9-Abitur?
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13:20 24.07.2017
Portal der TMS: Das Oldesloer Gymnasium gehört zu den größten in Schleswig-Holstein.
Portal der TMS: Das Oldesloer Gymnasium gehört zu den größten in Schleswig-Holstein. Quelle: Foto: Archiv
Bad Oldesloe

2016 verließen zum ersten Mal auch junge Leute in Stormarn nach nur acht Jahren das Gymnasium, nachdem sie die Reifeprüfung erfolgreich bestanden hatten.

Jetzt könnte es landesweit die Rückkehr zu G 9, der neunjährigen Gymnasialzeit, geben – und dafür gebe es auch im Kreis eine deutliche Unterstützung.

„Die Eltern können sich G 9 wieder sehr gut vorstellen“, sagt Sabine Braasch, Vorsitzende des Elternbeirates der Theodor-Mommsen-Schule (TMS) in Bad Oldesloe. Mit rund 1200 Schülern und 90 Lehrern zählt die TMS zu den größten Gymnasien in Schleswig-Holstein. Ein Jahr mehr auf dem Gymnasium sei für die Kinder viel entspannter, meinte Sabine Braasch. „Deshalb geht die Tendenz weg von G8 und wieder zu G 9.“

Vor allem während des Unterrichtes in der Mittelstufe werde von den Kindern bei einer Gymnasialzeit von acht Jahren erheblich mehr gefordert: „Da muss man sich hinsetzen und sehr viel lernen.“ Durch diesen „Stress in der Mittelstufe“, so die Elternvertreterin, gebe es mehr Belastungen in den Familien: „Auch für Sport oder andere Aktivitäten bleibt ja bei G 8 viel weniger Zeit.“

Vor- und Nachteile für beide Varianten hat Nils Wagner, stellvertretender Leiter des Gymnasiums Trittau, ausgemacht. Diese Schule habe sich für G 8 entschieden, weil es in Trittau auch eine Gemeinschaftsschule gebe, auf der die Jugendlichen nach einer neunjährigen Schulzeit das Abitur machen könnten. „Ich denke, wir haben eine offene Diskussion“, sagte Nils Wagner. Es sei allerdings auch denkbar, dass es in einer Schulkonferenz, der Lehrer, Eltern und Schüler angehören, keine Dreiviertel-Mehrheit zugunsten von G 8 geben werde. Dies würde dann eine Rückkehr zu G 9 bedeuten.„Für eine abschließende Beurteilung ist es noch zu früh. Wir müssen ja erstmal abwarten, wie das neue Schulgesetz aussieht“, sagt der stellvertretende Schulleiter. Auch aus diesem Grund gab es keine weiteren Äußerungen.

„Wir warten das neue Schulgesetz ab“, hieß es aus dem Kopernikus-Gymnasium in Bargteheide. Gleichlautend äußerte sich auch Herbert Diebold, Leiter des Eckhorst-Gymnasiums in Bargteheide.

Auf die möglichen Kosten von G 9 wies der Stormarner SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat hin: „Wenn das Land von oben entscheidet, dass alle Gymnasien zu G 9 zurückkehren müssen, wird das zusätzlichen Raumbedarf auslösen. Hier greift das Konnexitätsprinzip: Das Land muss für die Kosten geradestehen, die es den Kommunen verursacht.“ In den vergangenen Jahren hätten sich die Schülerzahlen an den Gymnasien so entwickelt, dass ein zusätzlicher Jahrgang nur mit neuen Klassen- und Fachräumen zu bewältigen sei. Zudem werden nach Ansicht des Abgeordneten mehr Schüler auf die Gymnasien strömen, wenn die Unterscheidung G 8 an Gymnasien und G 9 an Gemeinschaftsschulen nicht mehr gegeben sei.

Michael Thormählen

Bad Oldesloe - Kinder besser verstehen
24.07.2017
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