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Stormarn Zwei Tote bei schwerem Unfall: Polizei ermittelt gegen 42-Jährigen
Lokales Stormarn Zwei Tote bei schwerem Unfall: Polizei ermittelt gegen 42-Jährigen
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11:55 04.10.2018
Auf der A1 hat es einen schweren Unfall gegeben. Quelle: Holger Kröger
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Reinfeld

Beide Männer starben noch an der Unfallstelle. Den Einsatzkräften bot sich auf der Autobahn 1 in der Nähe der Anschlussstelle Bad Oldesloe ein Bild des Grauens. Auf der Richtungsfahrbahn Hamburg standen zwei Autos, beide massiv beschädigt. Im Grünstreifen neben der Richtungsfahrbahn Lübeck lagen zwei schwer verletzte Männer, die von einem Team eines Hamburger Ambulanzdienstes versorgt wurden.

Die Hamburger Retter wurden zunächst von einem zufällig im Stau stehenden Notarzt unterstützt, denn beide Männer mussten reanimiert werden. Auch die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Reinfeld und der Rettungsdienst beteiligten sich an der Reanimation. Doch alle Versuche, das Leben der beiden Männer zu retten, scheiterten. Der 54-jährige Fahrer eines Toyota aus Bielefeld und der 44-jährige Ersthelfer aus der Nähe von Bad Oldesloe erlagen ihren schweren Verletzungen.
Nach ersten Erkenntnissen der Autobahnpolizei gab es zwei Unfälle. So soll zunächst ein unbekannter Autofahrer den Toyota des 54-jährigen Bielefelders gerammt haben. Der Toyota wurde dabei über die Autobahn geschleudert und blieb quer zur Fahrbahn auf dem linken Fahrstreifen stehen. Trümmerteile auf der Autobahn deuten darauf hin, dass diese Unfallstelle noch etwa 100 Meter vor dem Ort des späteren Geschehens gelegen haben muss.

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Ein 44-jähriger Mann aus der Nähe von Bad Oldesloe sah den völlig zerstörten und unbeleuchteten Toyota und hielt an, um zu helfen. Er stieg aus und holte den Bielefelder aus seinem Fahrzeugwrack. In diesem Moment rauschte ein 44-jährigere Kölner mit seinem Hyundai heran. Der Fahrer sah das Warnblinklicht vom Honda des Ersthelfers auf dem Standstreifen, wechselte auf den mittleren Fahrstreifen und krachte dort gegen eine Ecke des Toyotas. Und dann erwischte er auch die beiden Männer, die vor dem Unfallwagen auf der Fahrbahn standen.

Foto: Holger Kröger

Der leicht verletzte Kölner und auch die Beifahrerin des Ersthelfers, die den schrecklichen Unfall mit ansehen musste, wurden vom Kriseninterventionsteam des Kreises Stormarn betreut und anschließend in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Staatsanwaltschaft zog zur genauen Klärung des Unfallhergangs einen Sachverständigen der Dekra hinzu.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Im Laufe der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass es noch einen weiteren Beteiligten geben musste. In einem Gewerbegebiet in Bad Oldesloe wurde schließlich ein Mazda Kombi mit einem Kennzeichen aus Winsen/Luhe gefunden, der einen frischen Unfallschaden aufwies. Der Fahrer war zu dieser Zeit nicht mehr an seinem Auto. Daher setzte die Polizei einen Personenspürhund und einen Hubschrauber der Bundespolizei mit Wärmebildkamera ein, um nach Insassen des Ford zu suchen. Die Suche blieb erfolglos.
Der Fahrer des Ford wurde aber später zu Hause angetroffen. „Er war stark alkoholisiert“, sagte Polizeisprecher Holger Meier. Wie der Fahrer nach Hause gekommen ist, wurde zunächst nicht gesagt. Der Mann wollte sich nach Polizeiangaben nicht zu dem Unfall einlassen. Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat nun gegen den Mann aus Winsen/Luhe eine Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet.
Die Autobahn 1 blieb für etwa drei Stunden gesperrt. Dann wurde die Fahrbahn Richtung Lübeck wieder freigegeben. In Richtung Süden blieb die Sperrung noch bis 3.15 Uhr bestehen. Das Technische Hilfswerk aus Bad Oldesloe und Ahrensburg hatte die Ausleuchtung der Einsatzstelle übernommen.

jeb